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Und jetzt ... Django Asül Thilo Sarrazin - der mit dem Plünder-Gen


Das Land braucht Leute wie Thilo Sarrazin. Es muss erlaubt sein, schräg zu denken, statt nur quer. Außerdem beweist er: Politik ist noch nicht völlig nutzlos.
Eine satirische Hommage von Django Asül

Würde Deutschland seinen Kanzler direkt wählen, so bekäme derzeit Thilo Sarrazin wohl 98 Prozent der Wählerstimmen und 1,5 Prozent der Politikerstimmen. Das restliche halbe Prozent wäre damit beschäftigt, das Buch auch tatsächlich zu lesen. Nicht von ungefähr hat Bundespräsident Wulff daher das Gefühl, der Graben zwischen Volk und Politik würde sich langsam zum Krater entwickeln. Das ist eine gesunde Entwicklung. Wäre dieser Graben nicht vorhanden, wäre das nämlich der Beweis, dass Politik überflüssig ist. Schließlich soll der Politiker ja genau die Arbeit machen, wozu der normale Bürger nicht befähigt oder legitimiert ist. Aber auch umkehrt.

Deshalb nimmt der Bürger Sarrazin das Thema Integration selber in die Hand, seit er nicht mehr Politiker ist. Dass er nicht mehr Politiker ist, ist der Politik zu verdanken. Insbesondere der SPD. Sie schob ihn nämlich zur Bundesbank ab. Dort bekam er so wenig Arbeit auf den Tisch, dass er genug Zeit fand, Statistiken zu wälzen und seine Erkenntnisse in Buchform zu gießen. Das allein lockt jedoch in Deutschland keinen Hund hinterm Bücherregal hervor. Also würzte Sarrazin seine neueste Statistikanalyse mit einer Prise Genetik. Und schon war der mediale, soziale und brachiale Sprengsatz perfekt. In der heutigen Zeit reicht es nämlich nicht, Autor zu sein. Man muss schon auch das Talent zum Auflagensteigerer haben. Die Kombination Statistik/Genetik ist betriebswirtschaftlich gesehen kein Hirngespinst, sondern eine Bringschuld dem Verlag gegenüber.

Türken, Araber, Analphabeten und Kopftücher

Wer ein Buch über misslungene Integration schreibt, darf auch nicht zimperlich sein. Schließlich geht es hier um Türken, Araber, Analphabeten und Kopftücher. Manch einem mag es als zu großer, wenn nicht gar überspannter Bogen erscheinen, wenn Sarrazin urplötzlich von Juden und Basken spricht, die allesamt ein bestimmtes Gen haben sollen. Die Basken haben sogar eine bestimmte Mütze. Und viele Juden tragen eine Kippa auf dem Hinterkopf. Wollte der Autor damit eventuell darauf hinweisen, dass es abseits des Kopftuches auch Kopfbedeckungen gibt, die a) dezenter und b) unauffälliger sind? Das gemeinsame Gen, dessen nähere Definition Sarrazin kläglich unterschlägt, ist womöglich ein Mützengen. Daraus erhebt der Sozialdemokrat den Anspruch, den Kopftuchträgern eins auf die Mütze zu geben.

Und so schlagen zwei Herzen in Thilos Brust: das politische und das genetische. Einerseits ist Sarrazin SPD-Mitglied und erwirbt sich damit das Recht, ab und zu Unfug zu verbreiten wie beispielsweise Sigmar Gabriel bei der Rente mit 67. Andererseits verraten sowohl der Nachname als auch der Schnurbart viel über die arabischen Gene Sarrazins. Das lateinische Wort Saraceni bezeichnete einst arabische Nomadenstämme. Bei den Arabern wurden unter anderem Plünderer als Sarazenen bezeichnet. Oder die Sarazenen waren einfach als Plünderer bekannt. Somit ist Sarrazin eventuell nicht nur Schnurbartträger, sondern auch Träger des Schnurbart- und Plünderergens.

Sarrazin, der Statistiken-Plünderer

Ein Beleg dafür, dass man so was nie mehr los wird, zeigt der Umstand, dass sein Schnurbart wieder nachwachsen würde, wenn er ihn mal wegrasiert. Seine Zeit als Finanzsenator in Berlin und danach bei der Bundesbank sieht er vielleicht nicht als sinnvolle Betätigung an. Da er jedoch aus Steuermitteln bezahlt wurde und wird, mag er sich wie ein Plünderer vorkommen. Um dem zu entrinnen, plündert er nun Statistiken.

Unter diesen Vorzeichen wird sein Buch auch verständlicher. Es ist als Warnpamphlet gedacht mit der Kernthese, dass Integration zwangsläufig scheitern muss. Wenn sarazenische Frühmigranten wie Sarrazin lesen und schreiben lernen, landen sie in der SPD und/oder in der Bundesbank.

Wenn Spätmigranten wie Türken in der SPD landen, heißt das noch lange nicht, dass sie Arbeit und Anschluss finden. Und um Sozialdemokrat zu werden, muss man weder Deutscher sein noch lesen und schreiben beherrschen. Aus diesem Dilemma ist so leicht nicht heraus zu kommen.

Und das bedrückt Sarrazin, es gärt in ihm. Dieser Druck kann dann logischerweise nur in Form einer intellektuellen Flatulenz entweichen.

So türkisch wie Sarrazin ein Bundesbanker

Passenderweise engagierte Sarrazin für die Buchvorstellung Necla Kelek. Die Dame ist Türkin, aber in etwa so türkisch wie Sarrazin ein Bundesbanker ist. Sie hat zum Türkendasein ein Verhältnis wie Elfriede Jelinke zu Österreich. Und hat einen bedeutungsvollen Satz losgelassen: Sarrazin habe sich über Deutschland den Kopf zerbrochen!

Also braucht sich jetzt auch wirklich niemand mehr wundern, dass Sarrazin ein bisschen kopflos wirkt in seinem Thesenpotpourri. Sollte sich sein Zustand bessern, wäre er der ideale Islambeauftragte für seine Partei. Er setzt sich mit dem Thema auseinander. Er ist ein Mann, der dahin geht, wo es weh tut. So einer kommt zurecht in Vierteln, wo Kommunikation traditionell ausländisch, nonverbal und stattdessen mit Händen und Füßen betrieben wird. Passenderweise glänzt die eigentliche Islambeauftragte der Sozis durch eine klassische Themaverfehlung. Nach den Worten von Frau Akgün ist ihre Hauptaufgabe nicht die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Islam. Sie ist vielmehr damit beschäftigt, die Berliner SPD mit Billigviagra aus der Türkei zu versorgen. Nachdem Sigmar Gabriel als Popbeauftragter sich der Lächerlichkeit preisgegeben hat, gibt sich Frau Akgün als offizielle Poppbeauftragte der Seriosität preis. Und der Dialog mit dem Islam bleibt ein potemkinsches Dorf.

Allein dieses Beispiel zeigt: Das Land braucht Leute wie Sarrazin. Es muss erlaubt sein, auch mal schräg denken zu dürfen und nicht nur quer. Wer sich ernsthaft mit Sarrazins Gedankenwelt beschäftigt, wird wohl oder übel zugeben müssen: Wo er Recht hat, hat er Recht. Wo nicht, da nicht.


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