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Verhütung Pille danach bleibt in Deutschland rezeptpflichtig


Mit der Pille danach lassen sich ungewollte Schwangerschaften verhindern. Bundesrat und WHO forden deshalb eine Aufhebung der Rezeptpflicht. Gesundheitsminister Gröhe will daran aber festhalten.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe lehnt eine Freigabe der Pille danach ab. Der CDU-Politiker warb für eine "gute Beratung" bei dem Verhütungsmittel. Diese sei "am besten gewährleistet, wenn es bei der Verschreibungspflicht bleibt", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Damit folgt er nicht der Empfehlung des zuständigen Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht, die Rezeptpflicht aufzuheben.

Auch der von rot-grünen Bundesländern dominierte Bundesrat hatte im November die Rezeptfreiheit verlangt, um gerade jungen Frauen einen schnellen Zugang zu dem Präparat ohne Arztbesuch zu ermöglichen. Auf diese Weise würden letztlich auch Abtreibungen verhindert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Jahr 2010 ebenfalls die Freigabe empfohlen. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde das Thema wegen unterschiedlicher Meinungen ausgespart. Gröhe warnte in der Zeitung vor einer "Debatte mit Schaum vor dem Mund". Es handele sich nicht um eine "Abtreibungspille". Auch gehe es weder darum, vermeintlichen Sittenverfall zu bekämpfen oder die Selbstbestimmung der Frauen einzuschränken. "Es geht darum, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Frauengesundheit bestmöglich zusammenzubringen", sagte er.

Zwar könnten auch Apotheken die nötige Beratung übernehmen, doch sei fraglich, ob das im Notdienst an der Fensterklappe in ausreichender Weise geschehen könne. Die Verschreibung ermögliche ein Beratungsgespräch, das in der vertraulichen Atmosphäre einer Praxis erfolge und der Schweigepflicht unterliege.

she/DPA/Reuters DPA Reuters

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