HOME

Wahl in Sachsen: Ziehen NPD und AfD in den Landtag ein?

Die Abwahl der schwarz-gelben Koalition in Sachsen scheint sicher. Neu im Landtag wäre Prognosen zufolge die AfD. Auch der Einzug der NPD ist möglich - sie könnte vom Wahltermin profitieren.

Bei der Landtagswahl in Sachsen muss die letzte schwarz-gelbe Koalition in Deutschland an diesem Sonntag mit ihrer Abwahl rechnen. Die CDU unter Ministerpräsident Stanislaw Tillich wird nach den Umfragen zwar klar stärkste politische Kraft bleiben. Nach Lage der Dinge kommt ihr aber der Koalitionspartner FDP abhanden, der in den Wählerumfragen mit nur 3 Prozent deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde bleibt.

Nach dem ZDF-"Politbarometer" vom Donnerstag liegt die CDU bei 40,4 Prozent. Die Linke kommt auf 19 Prozent. Die SPD ist mit 15 Prozent drittstärkste Kraft. Für die Grünen wird es knapp - sie stehen nur noch bei 5,5 Prozent. Dagegen scheint der Einzug der AfD in den Landtag mit 7 Prozent in der Umfrage sicher zu sein. Die FDP würde dagegen mit 3 Prozent ausscheiden. Auch der Wiedereinzug der rechtsextremen NPD (5 Prozent) ist möglich.

Nach den Umfragen hätte eine schwarz-rote Koalition eine satte Mehrheit. Möglich wäre aber auch eine Koalition aus CDU und AfD, die Tillich nicht explizit ausgeschlossen hat - anders als die CDU-Spitze im Bund. Er ziehe ein solches Bündnis aber nicht in Betracht, sagte Tillich kürzlich in einem Zeitungsinterview. Eine schwarz-grüne Koalition scheint nach den aktuellen Umfragen eher unwahrscheinlich.

Kritiker befürchten, dass der Wahltermin der NPD in die Hände spielt

Kritik gab es von der Opposition noch einmal am Wahltermin. Der 31. August war umstritten, weil in Sachsen dann die Ferien zu Ende gehen und viele noch auf der Rückreise sein könnten. Geringe Wahlbeteiligung spielt meist Parteien wie der NPD in die Karten. "Die Entscheidung von CDU und FDP, den Wahlkampf in die Ferien zu verlegen, war politisch fahrlässig", sagte Grünen-Spitzenkandidatin Antje Hermenau.

Altkanzler Schröder hoffte auf eine deutliche Abfuhr für die Rechtsextremen. "Ich würde mir wünschen, dass die Menschen aufpassen, dass Sachsen nicht wieder reinfällt auf die ewig Gestrigen, die mit einfachen Parolen Stimmung machen wollen", sagte er in der Dresdner Dreikönigskirche.

Grüne und FDP gaben sich genau wie die Alternative für Deutschland (AfD) optimistisch, im neuen Landtag vertreten zu sein. "Ich denke, dass wir die 7 Prozent auf jeden Fall erreichen werden", sagte AfD-Spitzenkandidatin Frauke Petry. Linke-Parteichef Rico Gebhardt nannte als Zielmarke 20 Prozent. Das könnte den Linken am Ende wie schon zuletzt ein Viertel aller Mandate sichern.

car/DPA / DPA