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Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten: Wulff schweigt zur Kreditaffäre

Wer sich nur auf die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten gefreut hat, um eine persönliche Erklärung Christian Wulffs zur Kreditaffäre zu erleben, braucht den Fernseher am Sonntag nicht einzuschalten: Die Aufzeichnung ist im Kasten - und enthält keine Stellungnahme des Präsidenten.

Christian Wulff hat nicht auf Kardinal Joachim Meißner gehört: Der hatte dem Bundespräsidenten im WDR wegen der Kreditaffäre geraten, die Weihnachtsansprache nicht zu halten. Wulff tat es am Mittwochnachmittag trotzdem - verzichtete in der Aufzeichnung aber auf das prekäre Thema.

Lediglich bei der Begrüßung der Zuhörer vor der offiziellen Aufzeichnung habe sich der Bundespräsident indirekt und eher beiläufig zu dem Wirbel um ihn geäußert, hieß es aus Zuhörerkreisen. Wulff habe erklärt, dass in der heutigen Zeit des Internets alles, was man irgendwann einmal gemacht habe, irgendwann ans Licht komme und man darauf vorbereitet sein sollte, sagte eine Teilnehmerin nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA.

Mit Spannung war erwartet worden, ob der Präsident in der Rede, die am Sonntag ausgestrahlt wird, Stellung nehmen würde zu den seit rund einer Woche schwelenden Vorwürfen gegen seine Person wegen eines Privatkredits des niedersächsischen Unternehmerpaars Geerkens.

Stattdessen machte er den Zusammenhalt in der Gesellschaft und in Europa zum Zentrum seiner Ansprache. Zu der Aufzeichnung im Schloss Bellevue hatten sich etwa 70 Gäste eingefunden. Dazu gehörten Feuerwehrleute, Einwandererfamilien sowie Mitglieder des deutsch-israelischen Jugendwerkes.

Wulff hatte im vergangenen Jahr als erster Bundespräsident die traditionelle Ansprache zu Weihnachten vor Gästen gehalten.

fw/DPA / DPA