Winterchaos Bayern erstickt im Schnee


In den niederbayerischen Katastrophengebieten bleibt die Lage angespannt. Nach heftigen Schneefällen sind mehrere Dächer unter der Last eingestürzt - der Wetterdienst sagt noch mehr Niederschläge voraus.

In den niederbayerischen Katastrophengebieten ist die Lage in der Nacht zu Donnerstag angespannt geblieben. Bis in die späte Nacht hinein schaufelten hunderte Helfer Schneedecken von bis zu zwei Metern von zahlreichen Dächern, berichteten die Krisenstäbe. Zum Teil arbeiteten die Einsatzkräfte die ganze Nacht. Keine größeren Schäden hinterließ die stürmische Nacht an der Nordseeküste. In Ostdeutschland gingen die Pegelstände der Flüsse zurück. Einzig im sächsischen Elsterheide (Kreis Kamenz) ging ein Fluss über die Ufer.

In Niederbayern werden erneut auch mehrere hundert Bundeswehrsoldaten zum Schneeschaufeln erwartet. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Donnerstagnachmittag verstärkten Schneefall voraus. Am Mittwoch war in den Landkreisen Deggendorf, Passau, Regen und Freyung-Grafenau Katastrophenalarm ausgerufen worden.

Mehrere Dächer eingestürzt

Nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage waren am Mittwoch mehrere Dächer in Niederbayern eingestürzt. In der Nacht zu Donnerstag zerdrückte der Schnee eine Raiffeisen-Lagerhalle im oberpfälzischen Schönsee und eine Scheune im niederbayrischen Neukirchen vorm Wald. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

"Es sind noch ziemlich viele Dächer gefährdet", sagte ein Sprecher des Krisenstabs in Freyung-Grafenau. Es werde mit bis zu 50 Zentimetern Neuschnee gerechnet. Die Schulen in dem Landkreis blieben am Donnerstag und Freitag geschlossen. Auch im Landkreis Passau gibt es vereinzelt schneefrei. "Die Lage ist unverändert angespannt", hieß im Krisenstab des Landkreises Regen. Die Schneelast auf den Dächern betrage teilweise 200 bis 250 Kilogramm pro Quadratmeter.

Auf den Straßen erschwerten vielerorts Schnee- und Eisglätte sowie Schneewehen den Verkehr. Es blieb jedoch bei Blechschäden. Die Bundesstraße B 11 wurde bei Deggendorf für den Schwerlastverkehr gesperrt.

Entwarnung für den Norden und Osten

Die meisten Messstationen an Flüssen in Sachsen verzeichneten in der Nacht noch Hochwasser. Nach Angaben des Innenministeriums gingen die Pegelstände jedoch zurück. Einzig für den Fluss Schwarze Elster galt am Donnerstagmorgen noch die zweithöchste Warnstufe. Der Fluss überflutete am Mittwochabend den Elsterheider Ortsteil Tätzschwitz. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk pumpten Keller aus und verstärkten Dämme mit Folien und Sandsäcken. In Brandenburg waren stellenweise eine Bundesstraße wegen Unterspülung und eine Landesstraße wegen Überflutung gesperrt.

Der Sturm an der Nordseeküste richtete nach Angaben der Lagezentren der Länder und von Rettungsleitstellen abgesehen von einigen entwurzelten Bäumen keine größere Schäden an. Am Donnerstagmorgen galten dort keine Unwetterwarnungen mehr.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker