Forsa-Umfrage FDP im Höhenflug


Das Superwahljahr hat einen ersten Gewinner: die FDP. In einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag des stern kommt sie auf ein Halbjahres-Hoch. Einmal mehr gehören die Sozialdemokraten zu den Verlierern. Und auch ihr Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier schneidet schlecht ab.

Die FDP befindet sich in der Wählergunst der Deutschen bundesweit im Aufwind. In der wöchentlichen Umfrage des Hamburger Magazins stern sowie des Fernsehsenders RTL stiegen die Freien Demokraten im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 14 Prozent. Es ist der höchste Wert für die Liberalen seit Ende Juni 2008. Die Union liegt unverändert bei 36 Prozent. Damit erhielte eine schwarz-gelbe Koalition 50 Prozent der Wählerstimmen.

Die SPD kommt auch bundesweit kaum über ihr enttäuschendes Ergebnis von Hessen hinaus: Für sie würden sich derzeit 24 Prozent der Wähler entscheiden, ein Punkt weniger als in der Woche zuvor. Die Linkspartei verharrt bei elf Prozent, die Grünen kommen erneut auf neun Prozent. „Sonstige Parteien“ liegen bei sechs Prozent. Die Umfrage wurde noch vor der Hessenwahl durchgeführt, eventuelle Stimmungsverschiebungen durch die Ereignisse in Wiesbaden sind noch nicht berücksichtigt.

"Die FDP profitiert derzeit bundesweit davon, dass viele in der CDU keine Identität mehr sehen und in der FDP eine alternative Partei im bürgerlichen Lager haben", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner im Web-TV-Format "Café Einstein". "Es sind also bürgerliche Wähler, die jetzt auch bundesweit Sympathien für die FDP äußern."

Auch der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten befindet sich im Umfragetief. Auf die Frage, wen sie direkt zum Bundeskanzler wählen würden, entschieden sich nur 23 Prozent für Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) - zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. Jeder zweite Deutsche wünscht, dass Angela Merkel (CDU) weiter im Amt bleibt - ein Punkt mehr als in der Woche zuvor.

"Die SPD muss versuchen, wenn sie überhaupt eine Chance haben will, die in der Mitte verloren gegangenen Wähler wiederzugewinnen, indem sie dort wieder Kompetenz gewinnt", so Güllner. "Das ist eigentlich deren Aufgabe und das gewinnt man nicht durch irgendwelche Linksradikalen oder linksradikale Sprüche."

chr


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