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Hitlergruß gezeigt?: Rechtsextremismus-Verdacht: Ermittlungen gegen Bundeswehr-Elitesoldaten

Gegen das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) wird ermittelt. Zeugenberichten zufolge sollen bei einer Party eindeutig rechtsradikale Gesten und Äußerungen Platz gefunden haben. 

Elite-Soldaten der Bundeswehr in Tarnkleidung und mit Maschinengewehr bei einer Übung

Bundeswehr-Elitesoldaten des KSK bei einer Großübung in Schleswig-Holstein

Wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen leitet die Staatsanwaltschaft Tübingen ein Ermittlungsverfahren gegen das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) ein. Augenzeugen berichten von geschmacklosen Gesten und rechtsgesinnter Musik. Darüber hinaus soll auch mit toten Tieren Wettbewerbe veranstaltet worden sein.

Das sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Tübingen, Michael Pfohl. Zunächst müsse festgestellt werden, wo die Vorfälle sich ereignet haben, um den Zuständigkeitsbereich zu klären. Die Vorfälle wurden Pfohl bekannt, nachdem ein Rechercheteam mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender darüber berichtet hatte.

Hitlergruß und Schweinskopfwerfen

Bei der Abschiedsfeier für einen Kompaniechef der Elitetruppe KSK am 27. April 2017 soll nach den Recherchen für Sendungen von ARD, ZDF, Radio Bremen und NDR zufolge unter anderem ein Schweinskopfwerfen veranstaltet worden sein. Außerdem sollen mehrere Soldaten den Hitlergruß gezeigt sowie Rechtsrock gehört haben. Ausgangspunkt der Recherchen waren die Angaben einer Augenzeugin. Sie schildert, dass sie von einem befreundeten Soldaten zu der Abschiedsfeier auf einer Schießanlage in der Nähe von Stuttgart als "Hauptpreis" für den Kompaniechef eingeladen worden sei. Die Zeugin habe auch Belege für ihre Angaben wie WhatsApp-Nachrichten.


Das sind die Elitesoldaten der Bundeswehr

Das Kommando Spezialkräfte ist eine Eliteeinheit der Bundeswehr, die 1996 vor allem für die Befreiung und Evakuierung deutscher Geiseln in Krisengebieten gegründet wurde und stets geheim operiert.

Spezialisiert sind die Elitesoldaten auch auf Terrorismusbekämpfung. Die Einheit ist im baden-württembergischen Calw stationiert. Sie war in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan und auf dem Balkan im Einsatz. 

Die Bundeswehr hat interne Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet. "Nach dem bisherigen Erkenntnisstand haben sich die Vorwürfe verfassungsfeindlicher Äußerungen in Wort, Bild oder Tat aber nicht bestätigt", sagte ein Sprecher des Heeres der dpa.

fk / DPA