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"heute wichtig" Geheime Treffen: Das sind die neuen Hinweise auf die Rolle von Scholz im Cum-Ex-Skandal

Bundeskanzler Olaf Scholz mit heute wichtig-Logo
Bundeskanzler Olaf Scholz bestreitet jede Verwicklung in den Cum-Ex-Skandal. Bei Recherchen zum Thema taucht sein Name aber immer wieder auf.
© Jens Schlüter / AFP
Rund 38 Milliarden Euro beträgt der Schaden durch Cum-Ex allein in Deutschland. Es ist der größte Steuerskandal der Geschichte. Mittendrin taucht immer wieder der Name Olaf Scholz auf. Der bestreitet eine Beteiligung, doch nun gibt es neue Hinweise.

"Die Hamburger Privatbank Warburg hat über Jahre 170 Millionen Euro erbeutet. […] Die wurden erwischt und man wollte sich das Geld zurückholen, die wollten aber nicht zurückzahlen. Dann sind sie auf die Idee gekommen, man lässt sich Termine machen bei Olaf Scholz. Die haben dann auch stattgefunden." Das sagt der langjährige Cum-Ex-Kenner und Journalist Oliver Schröm in der 324. Ausgabe des Podcasts "heute wichtig". Bisher bestreitet der heutige Bundeskanzler und damalige Hamburger Bürgermeister jede Beteiligung. Doch exklusive Informationen von Schröm und seinen Kolleg:innen von stern, "Manager Magazin" und NDR zeigen: Hinter den Kulissen soll Scholz widersprüchliche Aussagen gemacht haben.

Stadt Hamburg verzichtete plötzlich – ohne Begründung

Warum die Hamburger Verwaltung das Geld auf einmal nicht zurückhaben wollte, dafür gibt es bis heute keine plausible Erklärung. Ob es an den Besuchen von Privatbank-Gesellschafter Christian Olearius im Hamburger Rathaus lag? Dass die Treffen zwischen Olearius und Scholz dokumentiert sind, ist nur den Tagebüchern des Bankiers zu verdanken, die mittlerweile von der Polizei beschlagnahmt wurden. Investigativ-Journalist Oliver Schröm bekam schon früh Hinweise, dass der jetzige Bundeskanzler in der Affäre eine Rolle spielen könnte, berichtet er bei "heute wichtig": "Ich bekam im November 2019 einen Anruf von einem langjährigen Informanten aus der Cum-Ex-Szene und der sagte mir: Olaf Scholz ist in den Cum-Ex-Skandal verstrickt." Damals recherchierte Schröm schon seit Jahren zu Cum-Ex und war überrascht: "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Scholz etwas mit dem Skandal zu tun hat." 

Mails und Kalendereinträge waren auf einmal weg

Offiziell kann sich Scholz an kein Treffen, eigentlich an überhaupt nichts, erinnern. Doch nicht nur Olaf Scholz hat große Erinnerungslücken. Auch in den Akten, Daten und auf den Computern der betreffenden Personen finden sich große Lücken, so Oliver Schröm: "Es ist ein wahnsinniger Skandal, hier haben offensichtlich systematische Löschungen stattgefunden, trotz laufender Ermittlungen, trotz des Untersuchungsausschusses. Das ist eigentlich vorsätzliches Vernichten von Beweismaterial. Das finde ich mehr als bedenklich und das erschüttert mich auch ehrlich gesagt", konstatiert Schröm im "heute wichtig"-Interview.  

An diesem Freitag muss Olaf Scholz vor dem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg sieht beim Bundeskanzler bisher kein Fehlverhalten. 

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

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Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

 

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