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Marie Bäumer "Es macht mich fassungslos, dass wir das heute überhaupt noch diskutieren müssen"

Marie Bäumer
Marie Bäumer
© Carolin Windel / stern
Gemischte Teams funktionieren am besten, ist Schauspielerin Marie Bäumer überzeugt. Und um die zu erreichen, unterstützt sie die Quote. Auch, wenn sie den Begriff Quotenfrau eigentlich lieber meiden möchte.

Marie Bäumer, 51 Jahre, ist Schauspielerin und Autorin - und eine von 40 Frauen, die sich im stern solidarisch für die Frauenquote aussprechen.

Warum bezeichnen Sie sich als Quotenfrau?  

Ich würde generell Abstand nehmen von dem Begriff Quotenfrau - genauso wie vom Quotenmann. Ich bin eine Frau, die die Quote unterstützt, weil in gemischten Teams Unternehmen am besten funktionieren und somit größere Erfolgschancen haben.

Warum finden Sie, dass Deutschland mehr gesetzliche Quoten braucht?  

Weil die meisten Männer diese Quote immer noch nicht konsequent unterstützen.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: In diesem Moment wusste ich, es geht nicht ohne Quote.... 

Als ich schwarz auf weiß las, dass Deutschland das rückständigste Land Europas ist, was die Besetzung von Frauen in Führungspositionen anbelangt. Es macht mich fassungslos, dass wir dies heute überhaupt noch diskutieren müssen. 

Wer hat Sie wie gefördert?  

Meine Eltern haben meine Fantasie, Kreativität erkannt und gefördert. Sie haben mir Freiheit in allem gelassen. Beruflich haben mich meine Agentin Mechthild Holter und meine Regisseurin Emily Atef durch ihre Stringenz und gleichermaßen menschliche Art geprägt.

Wer war warum Ihr Vorbild?  

Ein männlicher Kollege sagte einmal zu mir: "Die wahren Helden dieses Landes sind die alleinerziehenden Mütter." Dem schließe ich mich an.

In welcher beruflichen Situation hat Ihnen Ihr Frausein geholfen?  

Ich würde mich freuen, wenn es uns gelänge zu erkennen, dass in jeder Frau männliche und weibliche Anteile stecken. Genauso wie in jedem Mann. Und dass es nur darauf ankommt zu ergründen, wer hat die Umsetzungskraft für einen Posten/Aufgabe in sich und wer vielleicht eher die verbindende Kraft. In ihrer Ergänzung entwickeln sie ihr stärkstes Potential. Und dann gucken wir auf eben diese Fähigkeiten und nicht mehr in erster Linie ob Mann, Frau oder Divers.

Uns interessieren auch Ihre Erfahrungen und Ihre Meinung. Wie sieht es in Ihrem Job aus? Könnten Sie mehr Frauen oder Männer gebrauchen? Schreiben Sie uns unter quotenfrau@stern.de


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