Eine Millarde Dollar, um den Bau zweier Windpark aufs Eis zu legen: So viel Geld hat die Trump-Regierung französischen Energiekonzern Total Energies gezahlt. Die Windräder sollten ursprünglich an der Ostküste errichtet werden. Mit dem neuen Deal verpflichtete sich das Unternehmen, stattdessen noch in diesem Jahr neue Öl- und Gasanlagen zu bauen. Auch Flüssigerdgas-Projekte in Texas möchte der Konzern fördern, wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtet.
Ursprünglich hatte Ex-Präsident Joe Biden zwei Verträge mit Total Energies geschlossen, welche den Bau der zwei Windparks festlegten. Jetzt dienen die eine Milliarde Dollar der Trump-Administration als Entschädigung für den Ausfall dieses Projekts.
Trumps Investition trifft auf kritische Stimmen. Lena Moffit von der Klimaschutz-Organisation Evergreen sagte dem Guardian, dass es sich um „steuergeldfinanziertes Schmiergeld“ für die Manager des Energiekonzerns handele. Auch Sam Salustro, stellvertretender Vorsitzender der pro-Windkraft Lobby-Gruppe Oceantic Netzwork, äußerte sich scharf: „Wenn man dafür zahlt, dass heimische, bezahlbare Energie vom Markt genommen wird, können amerikanische Verbraucher kaum noch ihre Stromrechnungen bezahlen.“
Es ist nicht das erste Mal, das sich Trump gegen Windenergie stellt
Bereits 2025 hatte Trump versucht, den Bau von fünf Windparks an der Ostküste zu stoppen. Doch die betroffenen Unternehmen klagten dagegen vor Gericht und durften weitermachen. Seit März liefert einer der Windparks Strom für 350.000 Haushalte.
Trumps Abneigung gegen Windräder greife tief, schreibt der britische Nachrichtensender BBC. Vermutlich begann sie vor mehr als acht Jahren in Schottland. Ein Energiekonzern errichtete damals elf Windräder in der Nähe seines schottischen Golfplatzes. Trump hatte versucht, die Pläne zu stoppen und zog dafür sogar bis vor den Obersten Gerichtshof in Schottland – ohne Erfolg. Seitdem fällt der US-Präsident immer wieder mit abfälligen Bemerkungen auf. Bei seinem vergangenen Schottland-Besuch bezeichnete er Windräder als „das hässlichste“, das er je gesehen hätte.
Auch propagiert er, dass Windräder Vögel töten würden. Gleichzeitig versuchte er, Kameras zu verhindern, die der britische Ornithologen-Verband zu Studienzwecken an die Windräder angebracht hatten. Das Ergebnis: Die Kameras enthielten keine Aufzeichnungen von Vögeln, die gegen die Windräder flogen.
Quellen: The Guardian, BBC