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Klimaschutz Wird Annalena Baerbock Kanzlerin, soll mit Kurzstreckenflügen Schluss sein

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock
Sollte sie die nächste Kanzlerin werden, will Annalena Baerbock Flugreisen finanziell unattraktiver machen
© Jörg Carstensen / Picture Alliance
Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat große Pläne. Sollte sie die Wahl gewinnen, will sie Flugreisen nicht nur verteuern, kurze Inlandsflüge soll es überhaupt nicht mehr geben.

Mit dem Flugzeug von Hamburg nach Frankfurt oder von München nach Berlin? Der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sind solche Flüge ein Dorn im Auge. Sollte sie die Wahl gewinnen, soll damit Schluss sein, sagte sie im Interview mit der "Bild am Sonntag": "Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben."

Sie werde sich, sagte sie, bei einer Regierungsübernahme außerdem für eine Verteuerung von Flugreisen insgesamt einsetzen. Auch Schnäppchenflüge wie  für 29 Euro nach Mallorca dürfte es nicht mehr geben, wenn man es mit der Klimapolitik ernst meine, sagte Baerbock. Jeder könne Urlaub machen wo er wolle, "aber eine klimagerechte Besteuerung von Flügen würde solche Dumpingpreise stoppen."

Mehr Zug, weniger Flug

Es sei nicht fair, dass mit Steuergeld Kerosin subventioniert werde, während Fernfahrten mit der Bahn gerade zu Stoßzeiten teuer seien. Wer als Familie mit dem Zug reise, so die Grünen-Politikerin, solle "weniger zahlen als für die Kurzstrecke im Flugzeug", sagte sie. Ein solcher Ansatz ist nicht neu. In Frankreich hat man jüngst beschlossen, Flüge im Inland zu verbieten, für die es eine adäquate Zugverbindung gibt. Die Grünen lobten den Vorstoß aus dem Nachbarland bereits im Februar. Der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter sagte damals zur "FAZ": "Die Bundesregierung sollte das als Ansporn begreifen und eine neue Bahnoffensive vorantreiben“. Die Grünen hatten ein Ende solcher Inlandsflüge für Deutschland bis 2035 anvisiert.

Das erste Gesetz, das Baerbock als Kanzlerin auf den Weg bringen würde,  sagte sie, wäre ein "Klimaschutzsofortprogramm". Auch würde sie eine Solaranlagenpflicht für Neubauten durchsetzen, kündigte sie an: "Künftig muss in Deutschland gelten, dass in der Regel nur noch mit Solardach neu gebaut wird." Das Wahlprogramm der Grünen sieht unter anderem den Kohleausstieg bis 2030 vor. Eine Million Solardächer sollen in den kommenden vier Jahren gebaut werden.

Trendbarometer von RTL/NTV:

Unterstützung vom Ehemann

"Die Verantwortung des Kanzlerinnenamtes bedeutet, Tag und Nacht zur Verfügung zu stehen", so Baerbock. Sollte sie die neue Kanzlerin werden, werde ihr Ehemann, Daniel Holefleisch, "voll Erziehungszeit nehmen" und sich um die beiden gemeinsamen Töchter kümmern. Die Politikerin betonte, dass ihr Partner bereits jetzt für die Erziehungs- und Hausarbeit zuständig sei: "Mein Mann übernimmt die volle Verantwortung und Arbeit zuhause. Schon die letzten Jahre hat er seine Stunden im Job reduziert, weil ich oft frühmorgens aus dem Haus gehe und in der Nacht nach Hause komme", sagte sie. In der Endphase des Wahlkampfs werde er ab August eine Auszeit nehmen und ganz zuhause sein, "auch um beim Schulanfang unserer jüngeren Tochter als Vater da zu sein".

Ihr Mann hatte nach Baerbocks Worten ein Vetorecht bei der Entscheidung für die Kanzlerkandidatur, "weil das alles, auch unser gesamtes Familienleben verändert". Holefleisch arbeitet aktuell als Lobbyist bei der Post. Sollte seine Frau Kanzlerin oder Ministerin nach der Bundestagswahl werden, dürfte für ihn ein Jobwechsel anstehen: "Wenn ich ein Regierungsamt annehme, ist ganz klar, dass mein Mann seine Arbeit dort so nicht fortführen wird", sagte Baerbock.

tpo dpa

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