VG-Wort Pixel

Stillstand im Osten Diese Regionen sind vom Bahnstreik am stärksten betroffen

Die Deutsche Bahn streikt: Nur wenige Reisende am Hamburger Hauptbahnhof
Durch den Bahnstreik fallen zahlreiche Verbindungen aus
© Bodo Marks / DPA
Auch am Donnerstag streikt die Lokführer-Gewerkschaft GDL weiter. Doch die Ausfälle betreffen nicht das ganze Land im gleichen Ausmaß.

Der Streik auf den deutschen Gleisen geht wie angekündigt am Donnerstag weiter. Auch am zweiten Tag des Warnstreiks der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) fallen dabei der Großteil der Zugverbindungen quer durch die Republik aus. Doch einige Regionen Deutschlands trifft der Streik härter als andere.

Die Folgen sind nach wie vor spürbar. Zwar setzt die Bahn nach vermehrtem Einsatz von Reservekräften mehr Fernzüge ein als am Mittwoch, um mit dem trotzdem hohen Andrang der Fahrgäste fertig zu werden. Trotzdem kamen mit 220 Fernzügen nur ein knappes Viertel der sonst eingesetzten 800 Züge zusammen. Im Regionalverkehr werden laut Angaben der Bahn etwa 40 Prozent der planmäßigen Verbindungen bedient. 

Mehr Ausfälle im Osten

Die Ausfälle verteilen sich allerdings nicht gleichmäßig über das Land. Vor allem in Ostdeutschland fallen mehr Verbindungen aus als im Westen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind in westdeutschen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen noch viele Zugführer verbeamtet, sie haben kein Streikrecht und müssen weiter zur Arbeit gehen. Gleichzeitig ist die streikende GDL im Osten besser organisiert, es haben entsprechend mehr der dortigen Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt.

Das sorgt dafür, dass selbst große Verbindungen wie die zwischen Leipzig, Dresden oder Berlin seltener bedient werden als vergleichbare Regionen im Westen. Auch die Regionalverbindungen fallen in den östlichen Bundesländern häufiger aus.

Die privaten Bahnkonkurrenten, die in manchen Regionen über die Hälfte der Verbindungen anbieten, sind ebenfalls eher im Westen zu finden. Sie sind zwar durch eine Bestreikung der Stellwerke indirekt ebenfalls betroffen, allerdings in geringerem Ausmaß als die Bahn selbst. 

Stillstand im Osten: Diese Regionen sind vom Bahnstreik am stärksten betroffen

Mittel- und ostdeutsche Bundesländer stärker betroffen

Auf ihrer Verkehrsmeldungs-Seite weist die Bahn auch auf die Ausfälle durch den Streik hin. Dabei listet sie nach Regionen eingeteilt auf die weiterhin eingehaltenen Regional-Verbindungen hin, nennt Änderungen in der Taktung oder Ersatzverkehr, etwa mit Bussen. Aber: Es wird auch darauf hingewiesen, wenn Verbindungen ganz ausfallen.

Das ist in Mittel- und Ostdeutschland deutlich häufiger der Fall. Während etwa für die gesamte Region Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordbaden nur sieben Linien ganz ausfallen und einige weitere bestimmte Städte nicht mehr anfahren, ist die Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen deutlich dramatischer: Der Einfachheit halber listet die Bahn nicht die Ausfälle - sondern nur die Verbindungen, die überhaupt noch bedient werden. In Sachsen sind das acht Verbindungen, inklusive der S-Bahnen. Auch Sachsen-Anhalt kommt nur noch auf sieben bediente Linien. In Thüringen kommen sogar nur noch vier Verbindungen überhaupt zustande, zwei von ihnen nur noch im Zweistundentakt. Und: Wegen der Kurzfristigkeit des Streiks bietet die Bahn in keinem der Länder Ersatzverkehr mit Bussen an.

Die insgesamt besten Verbindungen gibt es in den Großstädten. Die Bahn bemühte sich deutlich, die wichtigsten Verbindungen zwischen den Metropolen weiter zu bedienen, Verbindungen wie Hamburg-Berlin fahren im Zweistundentakt. Hinzu kommt die in der Regel bessere Anbindung innerhalb der Stadt durch Bus- oder U-Bahn-Systeme, die ausfallende Verbindungen besser auffangen können. 

Streik endet Freitagmorgen

Am Freitag ist der Spuk ohnehin vorbei - zumindest vorläufig. Für 2:00 Uhr hat die GDL das Ende des Streiks angekündigt, dann wird der Betrieb wieder regulär aufgenommen. In den ersten Tagen dürfte mit einem etwas erhöhten Verkehrsaufkommen durch Reisende, die ihre Fahrt nachholen, zu rechnen sein. Der nächste Streik ist aber wohl nur eine Frage der Zeit. Beim entscheidenden Punkt - dem Gehalt der Lokführer - haben sich Bahn und Gewerkschaft bisher nicht einigen können.

Quellen: Deutsche Bahn, DPA

mma

Mehr zum Thema



Newsticker