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Flughafen Frankfurt: Flugzeugschlepper in Flammen: Landet der Lufthansa-Airbus auf dem Schrottplatz?

Die Video-Bilder sind dramatisch: Eine schwarze Rauchsäule steht über dem Frankfurter Flughafen. Auf dem Weg zum Gate hat ein Flugzeugschlepper Feuer gefangen. Flammen greifen auf den großen Airbus über. Eventuell muss der Jet verschrottet werden.

Ein heftiger Zwischenfall hat sich Montagvormittag am Frankfurter Flughafen ereignet. Als ein Schlepper einen Airbus A340-300 von der Parkposition zum Gate bugsiert, fängt das Spezialfahrzeug plötzlich an zu brennen. Eine dunkle, schwarze Rauchwolke steigt zum Himmel auf, wie ein Video dokumentiert, das ein Passagier aus einem anderen Flugzeug gefilmt und auf Youtube hochgeladen hat.

Da sich der "Pusher" mit seinem Hubmechanismus am Bugfahrwerk befindet, wird sofort der vordere Teil des A340-300 von den Flammen angegriffen und der Bereich des weißlackierten Flugzeuges am Cockpit eingeschwärzt. Zum Glück waren noch keine Passagiere an Bord des Flugzeuges.

Das noch leere Großraumflugzeug sollte eigentlich am Gate des Terminals 1 positioniert werden, wo Passagiere bereits auf ihren Flug warteten: Für 13.10 Uhr war der Abflug mit dem Kürzel LH 426 nach Philadelphia in den USA geplant.

Ein weiterer Youtube-Clip zeigt aus einer anderen Perspektive, wie der Airbus auf dem Vorfeld zwischen einer Wartungshalle der Lufthansa Technik und dem neueren Pier A/Z zum Stehen kam. Zunächst versuchte das Bodenpersonal mit Handfeuerlöschern und unter großen persönlichen Einsatz den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch eine kleine Explosion schreckt sie ab.

Schon nach wenigen Augenblicken war die Flughafenfeuerwehr zur Stelle und löschte den Brand. Doch Rauch und Dampfentwicklung waren so stark, dass nicht alle beteiligten Personen die Flucht ergreifen konnten. Nach Angaben des "Aviation Herald" erlitten zehn Menschen Rauchvergiftungen.

Lohnt sich eine Reparatur des Lufthansa-Airbus A340?

Zunächst teile die mit, dass das Cockpit "massiv durch Rauch beeinträchtigt" wurde. Doch erst später zeigte sich das ganze Ausmaß des Brandes: Fotos belegen, wie die Aluminiumhaut des Flugzeuges mit der amtlichen Kennung D-AIFA im vorderen Teil des Flugzeuges weggeschmolzen ist.

Bei der beschädigten Langstreckenmaschine handelt es sich um einen Airbus A340-300 mit dem Taufnamen "Dorsten". Einen fast 18 Jahre alten Jet, der von der Lufthansa City Line in der Bemalung der Star Alliance betrieben wird. 

Ob sich eine Reparatur überhaupt noch lohnt, "können wir derzeit noch nicht sagen", teilte ein Sprecher der Lufthansa auf Anfrage des stern mit. "Die Untersuchungen laufen noch." Auch warum das Schleppfahrzeug Feuer fing, bleibt zunächst unklar. Nach Angaben des Flughafens wurde durch den Zwischenfall der reguläre Flugbetrieb nicht beeinträchtigt. 

Ein ähnlicher Zwischenfall hatte sich vor einem halben Jahr auf dem Flughafen in Singapur ereignet. Noch vor Sonnenaufgang schleppte ein Pushback-Fahrzeug eine Boeing 777-200 der Singapore Airlines zum Gate, als ebenfalls an dem Schlepper ein Feuer ausbrach. Im Gegensatz zu Frankfurt saß ein Flughafenmitarbeiter im Cockpit der Großraummaschine, der sich über eine Notrutsche in Sicherheit bringen konnte.

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