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Schaden an Boeing 737: Funkverkehr im Wortlaut: So ruhig reagierte die Southwest-Pilotin als das Triebwerk ausfiel

Wie cool die Pilotin im Cockpit nach dem Zwischenfall an Bord der Boeing 737 von Southwest Airlines mit der Notsituation umging, dokumentiert der jetzt veröffentlichte Funksprechverkehr.

Ermittler des Transportation Safety Board, einer US-Verkehrsbehörde, untersuchen die zerstörte Turbine der Boeing 737

Tragisches Unglück auf einem Linienflug in den USA: Nach der Explosion eines Triebwerks während eines Flugs von nach Dallas am Dienstag durchschlugen Trümmerteile eine Fensterscheibe, eine Passagierin wurde zum Teil hinausgesogen. Mitreisende zogen die Frau laut Berichten von Zeugen in einem verzweifelten Kampf wieder ins Innere, allerdings erlag sie ihren Verletzungen. Die Pilotin wurde nach der Notlandung in Philadelphia in den sozialen Medien als Heldin gefeiert.

Der Fernsehsender NBC veröffentlichte Tonaufnahmen, bei denen es sich dem Bericht zufolge um die Kommunikation zwischen dem Cockpit und der Bodenkontrolle handelte. "Uns fehlt ein Flugzeugteil, deshalb müssen wir etwas langsamer fliegen", sagte eine Frau, bei der es sich offenbar um die Pilotin handelt. "Vorsicht über dem Innenstadtbereich", antwortet die Bodenkontrolle.

+++ Hören Sie die Worte hier im Video +++

Ermittler des Transportation Safety Board, einer US-Verkehrsbehörde, untersuchen die zerstörte Turbine der Boeing 737

Bei der unerschütterlichen Pilotin handelt es sich offenbar um Tammie Jo Shults, eine ehemalige Kampfjet-Pilotin. "Dies ist eine amerikanische Heldin", schrieb eine Passagierin im sozialen Netzwerk Facebook neben ein Foto, das Shults an Bord der nach der Notlandung zeigt. Die Pilotin sei "unglaublich" gewesen, schrieb eine andere Passagierin auf Instagram. "Sie hat uns sicher nach Philly gebracht."

"Fantastische Dinge unter sehr schwierigen Umständen"

Die Pilotin hatte laut Tonaufnahmen über Funk nach medizinischem Personal auf der Landebahn verlangt. "Wir haben verletzte Passagiere". Auf die anschließende Frage der Bodenkontrolle, ob das Flugzeug brennt, sagte die Pilotin: "Nein, es brennt nicht, aber ein Teil fehlt." Ein Vertreter der Feuerwehr sagte, die Passagiere und die Flugbesatzung hätten "einige fantastische Dinge unter sehr schwierigen Umständen" getan.

Die Boeing 737-700 der   war zunächst ohne Probleme am New Yorker Flughafen LaGuardia in Richtung Dallas im US-Bundesstaat Texas gestartet. Doch bereits nach wenigen Minuten hörten Passagiere eine Explosion am linken Triebwerk. Splitter durchdrangen die Fensterscheiben, die Sauerstoffmasken fielen herunter.

Der Funkverkehr der Pilotin

Bei der Toten handelt es sich um die 43-jährige Jennifer Riordan, eine Bankangestellte und zweifache Mutter aus Albuquerque im Bundesstaat New Mexico, wie Behördenvertreter in ihrer Heimat mitteilten.

"Das Fenster zersplitterte, und der Unterdruck zog sie zum Teil aus dem Flugzeug", berichtete die Mitreisende Peggy Phillips im Sender ABC. "Zwei wunderbaren Männern gelang es, sie wieder ins Innere zu ziehen und auf den Boden zu legen, wo sie Wiederbelebungsversuche starteten."

Die Nationale Behörde für Transportsicherheit (NTSB) ging davon aus, dass ein "Triebwerksausfall" die Ursache für das Unglück war, wie deren Leiter Robert Sumwalt bei einer Pressekonferenz sagte. "Wir gehen davon aus, dass Teile aus dem Triebwerk geschleudert wurden", fügte Sumwalt hinzu. US-Medienberichten zufolge wurden sieben weitere Menschen leicht verletzt.  

In den sozialen Medien wurde Shults Handhabung des Vorfalls mit dem legendären "Wunder vom Hudson" von 2009 verglichen, als Pilot Chesley Sullenberger eine Notwasserung auf dem Hudson River in New York gelang. "Sully" wurde zu einem Nationalhelden.

Es war das erste tödliche Unglück der kommerziellen Luftfahrt in den USA seit Februar 2009, als eine Maschine der Fluggesellschaft Colgan auf dem Weg von Newark in New Jersey nach Buffalo im Bundesstaat New York abstürzte und 50 Menschen starben.


tib/AFP

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