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Air-Berlin-Pleite: Insolvente Airline Niki stoppt Flugbetrieb sofort - springt Lauda ein?

Die Eriegnisse überschlagen sich: Nach dem Aus für den kauf der Airline Niki durch die Lufthansa hat das österreichische Unternehmen Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb wird ab sofort eingestellt. Ex-Formel-1-Champion Niki Lauda will sich um den Erwerb bemühen.

Niki Lauda und ein Flugzeug der Airline Niki

Niki Lauda erwägt einen Einstieg bei der insolventen Airline Niki

Die Fluggesellschaft Niki stellt ab sofort den Flugbetrieb ein. Das teilte die Tochter der insolventen Airline Air Berlin am Mittwochabend mit. Zuvor war die Air Berlin-Tochter Niki ist ein Insolvenzantrag gestellt worden. Eine Sprecherin der Berliner Zivilgerichte bestätigte den Eingang eines Insolvenzantrags für den österreichischen Ableger von Air Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg. Das Gericht müsse nun prüfen, ob der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zulässig sei.

Der frühere Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda hatte zuvor nach dem Rückzug von Lufthansa Interesse an der einst von ihm gegründeten Airline Niki angemeldet. "Ich bin interessiert und würde mich darum kümmern", sagte Lauda der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Er will demnach die Airline aus der Pleite heraus übernehmen, sagte Lauda. Lauda hatte schon zuvor im Rahmen einer Bietergemeinschaft Interesse an der Air-Berlin-Tochter signalisiert, war aber gescheitert. Er will sich nach eigenen Angaben nun aber allein um Niki kümmern.

Vor Engagement von Niki Lauda steht Insolvenz

Die Lufthansa zog am Mittwoch ihr Angebot für das österreichische Unternehmen mit seinen 21 Flugzeugen zurück. Die Bundesregierung rechnet nun mit der Pleite und der Einstellung des Flugbetriebs. "Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert bereits im Tagesverlauf.

Als Grund für den Rückzug gab die Lufthansa an, dass eine schnelle Freigabe des Erwerbs durch die EU-Kommission nicht zu erwarten sei. Der im Oktober geschlossene Kaufvertrag könne nicht vollzogen werden. Air Berlin ist seit August insolvent und hat den eigenen Flugbetrieb Ende Oktober eingestellt.

Die neue Unsicherheit um Niki ist nach Aussage der EU-Wettbewerbshüter bedauerlich. "Zumal dies nicht das einzig mögliche Resultat seit Beginn des Verkaufsprozesses war", sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Es sei von Beginn an klar gewesen, dass es auf vielen Strecken zwischen Lufthansa und Air Berlin Überschneidungen gegeben habe, mit Risiken für Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz, teilte die Brüsseler Behörde weiter mit. "Aufgabe der EU-Kommission ist es, ihr präsentierte Transaktionen zu beurteilen. Wir müssen sicherstellen, dass Konsumenten durch Zusammenschlüsse nicht schlechter gestellt werden."


Regierung verspricht Hilfen für Niki-Kunden

Die Passagiere der Air-Berlin-Tochter Niki können mit staatlicher Hilfe rechnen. Sollten Niki-Fluggäste aus dem Ausland zurückgeholt werden müssen, "würde die Regierung dies bei der Austrian Airlines oder auch bei anderen Fluggesellschaften in Auftrag geben", hieß es vom österreichischen Verkehrsministerium laut Nachrichtenagentur APA. Der Bund würde die nötigen Zahlungen vorfinanzieren. Details müssten aber noch geklärt werden. Jetzt gehe es um ein Signal, dass im Ausland gestrandete Urlauber wieder nach Hause kommen würden.


wue / AFP / DPA

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