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BVB gegen Bayern im DFB-Pokalfinale: Beckenbauer glaubt an Sieg der Dortmunder

Der Pokal-Countdown läuft. Bayern-Ehrenpräsident Beckenbauer sieht den BVB vorn und kritisiert die Verfassung der Münchner. Karl-Heinz Rummenigge versucht, das Verhältnis zur Borussia zu entspannen.

Vor dem DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund am Samstagabend im Berliner Olympiastadion hat sich Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer leicht skeptisch zu den Siegchancen seiner Münchner geäußert. Er hoffe, dass der FC Bayern die bessere Mannschaft sein wird, sagte Beckenbauer.

Der "Kaiser" sieht aber Borussia Dortmund im Vorteil: Die Mannschaft sei "in einer ausgezeichneten Verfassung, was der FC Bayern nicht ist". Im Moment spielten die Dortmunder besser als die Bayern, sagte Beckenbauer am Rande der Verleihung der "Goldenen Sportpyramide".

Erst zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff (ab 20.00 Uhr im stern.de-Liveticker) im ausverkauften Olympiastadion werde Trainer Pep Guardiola bei der finalen Spielbesprechung endgültig seine Startelf verkünden, berichtete der deutsche Rekordmeister auf seiner Internetseite.

Schweinsteiger fehlt - Alaba fraglich

Spekuliert wird, dass der junge Pierre-Emile Hojbjerg im Mittelfeld zum Einsatz kommen könnte. Guardiola hatte den 18 Jahre jungen Dänen am vergangenen Wochenende nach dem 1:0 im letzten Bundesligaspiel des deutschen Meisters gegen den VfB Stuttgart besonders gelobt. Alle Spieler müssten im Pokalfinale "mit dem Spirit von Hojbjerg" spielen, sagte der Bayern-Coach.

Im Mittelfeld fehlen dem Rekordpokalsieger die verletzten Leistungsträger Bastian Schweinsteiger und Thiago. Der am Knie operierte Spanier twitterte vom Krankenbett aus ein Foto mit Victory-Zeichen. In der Abwehr ist Linksverteidiger David Alaba fraglich. Im Abschlusstraining bekam der Österreicher laut Bild.de einen Schlag auf die Rippen. Ob er spielen kann, entscheidet sich erst kurz vor Spielbeginn. Für 18 Uhr ist die Fahrt der Münchner Meister-Mannschaft zum Olympiastadion geplant.

"Pokal mit aller Macht gewinnen"

Der Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bemüht sich derweil, das angespannte Verhältnis der beiden Vereine zu lockern. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Rummenigge: "Wir haben kein Interesse daran, einen Verein kaputtzumachen. Das gilt auch für Borussia Dortmund." Eine Niederlage des Titelverteidigers FC Bayern würde die Saison nicht ruinieren. Den Pokal wollen die Münchner aber "natürlich mit aller Macht gewinnen".

Missfallen habe Rummenigge die Darstellung des FC Bayern als Goliath, "der wie ein Raubritter durch die Bundesliga zieht." Nur deshalb habe er sich zuvor persönlich kritisch zum Thema Borussia Dortmund gemeldet.

Hoeneß-Rückkehr: "Ausgemacht ist gar nichts"

In dem Interview wies Vorstandschef Rummenigge auch Spekulationen um feste Vereinbarungen über eine Rückkehr von Steuerbetrüger Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München zurück." Ausgemacht ist gar nichts", sagte er. In keinem Gremium des Vereins sei bislang über ein Comeback des Bayern-Patrons nach seiner Haftstrafe gesprochen worden. "Wir wünschen Uli alle, dass er gut durch diese Zeit kommt - aber es gibt keine Planungen für die Zeit danach", betonte Rummenigge.

Hoeneß hatte bei seiner Abschiedsrede auf der Außerordentlichen Mitgliederversammlung der Münchner Anfang Mai erklärt: "Das war's noch nicht." Der neue Club-Präsident Karl Hopfner, der bis November 2016 gewählt ist, versicherte, im Falle des Falles nicht gegen Hoeneß antreten zu wollen. "Ich verstehe, dass das wie eine gemähte Wiese aussieht, mit Karl Hopfner als Platzhalter, der als neuer Präsident sofort einen Schritt zurücktritt, wenn Uli wieder da ist", räumte Rummenigge ein. Aber auch zwischen Hopfner und Hoeneß gebe es "keine Absprache" in dieser Hinsicht.

Hoeneß ist wegen Steuerhinterziehung in Millionen-Höhe zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hat die Haft noch nicht angetreten und soll sich das Spiel nach Angaben der "Bild" zuhause am Tegernsee gemeinsam mit Jupp Heynckes ansehen.

Mandzukic gestrichen - Guardiola: "Meine Entscheidung"

Auch die Zukunft von Bayerns erfolgreichstem Stürmer Mario Mandzukic ist völlig offen. Trainer Pep Guardiola hat ihn aus dem Endspielkader verbannt - und das nicht aus Verletzungsgründen: "Wir haben hier 18 Spieler, ich hatte 20. Ich habe mit anderen geplant, das ist alles", kommentierte Guardiola die Entscheidung kühl. Die Spekulationen um die sportliche Zukunft von Mandzukic heizte er damit weiter an. Spielt der kroatische Fußball-Nationalspieler nie mehr unter Guardiola für den FC Bayern?

"Wir werden offen und fair über alles reden, und das Ergebnis istoffen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"zur Causa Mandzukic. Er müsse sich entscheiden, ob er sich weiter dem Wettbewerb beim FC Bayern stellen wolle oder lieber wechselt. "Aber es ist sicher, dass es nur ein Ergebnis geben kann, das im Sinne des FC Bayern ist - denn wir haben es in der Hand", betonte Rummenigge.

"Vernünftige Gespräche"

Mandzukic steht bei den Bayern noch bis zum 30. Juni 2016 unter Vertrag. "Es wird sicher vernünftige Gespräche geben, dann gibt es auch eine vernünftige Lösung", sagte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Mandzukic, der dem WM-Kader Kroatiens angehört, erhält im Sommer in dem Dortmunder Saison-Torschützenkönig Robert Lewandowski einen hochkarätigen Konkurrenten auf der Mittelstürmerposition. "Wenn Mario hier bleibt, wird es natürlich kein einfacher Wettbewerb für ihn, denn es kommt ein Spieler mit Weltklasseniveau zu uns", sagte Rummenigge.

mka/DPA / DPA

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