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Formel 1: Räikkönen verlängert bei Ferrari

Kimi Räikkönen bleibt ein "Roter". Ferrari hat den Vertrag mit dem finnischen Weltmeister effektvoll vor dem Heimspiel in Monza um ein Jahr bis 2010 verlängert. Anschließend fuhr Räikkönen im Training die schnellste Zeit. Dahinter folgten die beiden BMW mit Kubica und Heidfeld.

Da Felipe Massas Vertrag mit der Scuderia ebenfalls so lange läuft, sind die begehrten Cockpits für die nächsten beiden Jahre besetzt. Doppel-Champion Fernando Alonso, der unbedingt zu Ferrari wollte, und Kronprinz Robert Kubica, der ebenfalls als heißer Kandidat galt, müssen sich damit mit einem Wechsel gedulden.

Mit seiner Trainingsbestzeit zum Auftakt des Großen Preises von Italien sorgte Räikkönen anschließend auch sportlich für Schlagzeilen. Unter den Augen seines Ferrari-Vorgängers und Rekord- Weltmeisters Michael Schumacher benötigte er auf dem 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park 1:23,861 Minuten.

Heidfeld: Ordentlicher Auftakt

Eine starke Vorstellung bot auch das BMW-Sauber-Duo: Nick Heidfeld musste sich als Dritter seinem Teamkollegen Kubica nur um 16 Tausendstelsekunden geschlagen geben. "Die Rundenzeiten sehen nicht schlecht aus", sagte der Mönchengladbacher. "Das war ein ordentlicher Auftakt", urteilte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Nico Rosberg (Wiesbaden) belegte im Williams-Toyota hinter WM- Spitzenreiter Lewis Hamilton den fünften Rang. "Wir waren schnell und konstant - das sah schon gut aus", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force-India als Neunter und Sebastian Vettel (Heppenheim) im Toro Rosso als Zehnter rundeten das gute Ergebnis aus deutscher Sicht ab.

Spekulationen dürften schlagartig verstummen

Am Vormittag hatte ein Wolkenbruch für chaotische Verhältnisse und einen Abbruch gesorgt. Die Strecke und Garagen standen unter Wasser, so dass die Autos sicherheitshalber sogar aufgebockt werden mussten. Der schon früh herausgefahrene Sutil drehte vor dem großen Regen die schnellste Runde.

Ferrari gab die zum jetzigen Zeitpunkt überraschende Vertragsverlängerung in einem dürren, vier Zeilen umfassenden Statement ohne jegliche Kommentare bekannt. Nun dürften die Spekulationen über mögliche Ersatzkandidaten des angeblich rennmüden Räikkönen schlagartig verstummen. Der Spanier Alonso, der bei Renault unzufrieden ist, machte aus seiner Vorliebe für Ferrari keinen Hehl. Kubica soll auf dem Ferrari-Wunschzettel weit oben gestanden haben. Jetzt dürfte der Pole zumindest vorerst bei BMW-Sauber bleiben.

Jetzt herrscht Ruhe im Hause Ferrari

Räikkönens ursprünglicher Vertrag lief bis nächstes Jahr. Der 28- Jährige fährt seit 2007 für die Scuderia, die ihn als Schumacher-Nachfolger verpflichtet hatte. Durch die Klarheit in der Fahrerfrage kann sich Ferrari nun auch in aller Ruhe auf den kräftezehrenden Saisonschluss konzentrieren. Vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag (Start: 14.00 Uhr im Liveticker von stern.de) führt Hamilton (76) nur noch mit zwei Zählern Vorsprung vor Massa (74). Räikkönen hat angesichts seines großen Rückstands von 19 bzw. 17 Punkten nur noch geringe Chancen auf die Titelverteidigung.

Ob sich an dieser knappen Konstellation zwischen Hamilton und Massa im Gerichtssaal etwas ändert, klärt sich am 22. September. Der Internationale Automobil-Verband Fia teilte mit, dass fünf Tage vor dem Großen Preis von Singapur das Berufungsgericht in Paris den Fall Hamilton verhandelt. McLaren-Mercedes hatte wegen der Zeitstrafe gegen den Briten nach dem Großen Preis von Belgien Protest gegen die Entscheidung der drei Rennkommissare eingelegt.

Hamilton hatte am vergangenen Sonntag in Spa-Francorchamps Ende der drittletzten Runde beim Überholversuch gegen Räikkönen regelwidrig eine Schikane abgekürzt. Er ließ seinen Ferrari-Rivalen zwar später wieder vorbei, was aber nach Ansicht der Stewards am Regelverstoß nichts änderte. Sie verhängten eine Durchfahrtsstrafe gegen Hamilton. Da diese wegen des Rennendes nicht mehr umgesetzt werden konnte, erhielt der Fahrer nachträglich 25 Sekunden Strafe. Spa-Sieger Hamilton fiel dadurch auf den dritten Rang zurück. Der ursprünglich zweitplatzierte Massa gewann so den Großen Preis von Belgien am Grünen Tisch vor Heidfeld.

Elmar Dreher/DPA / DPA

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