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Formel 1: Red Bull verleiht Siege - an McLaren

Klare Verhältnisse in der Formel 1? Nachdem Red Bull mit Sebastian Vettel weiter an Boden verliert, ist McLaren mit zwei Doppelsiegen in Folge im Aufwind. Davon kann Michael Schumacher nur träumen.

Erst der Crash in Istanbul, jetzt die Nieten in der Reifenlotterie von Montreal: Sebastian Vettel und Mark Webber sitzen zwar im besten Auto der Formel 1, doch Red Bull verleiht die Siege zurzeit an die Konkurrenz von McLaren. Durch den zweiten Doppelschlag in Folge von Lewis Hamilton und Jenson Button hat der stolze britische Rennstall das Kommando in der Königsklasse übernommen. Während bei den Engländern das bessere Nationalteam eindeutig in der Formel 1 unterwegs ist, hatte Mercedes-Star Michael Schumacher nach einer frustrierenden Fahrt auf Platz 11 nur Spaß am souveränen Auftaktsieg der deutschen Fußballer in Südafrika.

Sowohl Vettel als auch Schumacher suchten nach dem Großen Preis von Kanada nach positiven Aspekten, was dem Red-Bull-Piloten leichter fiel. "Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen", sagte Vettel, obwohl er als WM-Fünfter mit 90 Zählern weiteren Boden auf das neue Spitzenduo Hamilton (109 Punkte) und Button (106) verloren hatte. "Ein paar Punkte haben wir aber geholt, das kann in der Meisterschaft noch wichtig sein", sagte der 22-Jährige, der durch eine unglückliche Reifenstrategie in der Anfangsphase vom ersten auf den vierten Platz zurückgefallen war.

Vor dem Rennen in Kanada seien seinem Team aber nicht gerade viele Chancen zugesprochen" worden, meinte Vettel: "Wir waren nicht die Favoriten. Doch unsere Pace war gut, wir waren vielleicht sogar die Schnellsten. Leider konnten wir das nicht zeigen, weil die Strategie und das Rennen nicht so waren, wie wir uns das wünschten." Zudem stünden für den 9. von 19 WM-Läufen am 27. Juni auf dem von der Charakteristik der Strecke in Montreal ähnlichen Stadtkurs von Valencia "einige Verbesserungen bei uns an".

Italien kürt "König Hamilton"

Hamilton, der nach seinem zweiten Sieg in Folge sogar von der italienischen Presse schon als "König Hamilton" (Gazzetta dello Sport) und "der neue Herr der Formel 1" (Corriere dello Sport) gefeiert wurde, genoss zwar seinen Triumph, blieb aber mit Blick auf das Duell mit Vettel und Webber vorsichtig.

"In Bezug auf das reine Tempo ist der Red Bull immer noch ein bisschen schneller als unser Auto", sagte der Brite, der seinen zweiten Sieg im dritten Kanada-Rennen und GP-Erfolg Nummer 13 wieder mit seiner Freundin Nicole Scherzinger von den "Pussycat Dolls" feierte. "Unser Gesamtpaket ist aber jetzt besser", sagte Hamilton, der nach den beiden Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa sowie seinem Teamkollegen Button und Webber schon der fünfte WM-Spitzenreiter in dieser Saison ist. Der 25-Jährige steht erstmals seit seinem WM-Triumph am 2. November 2008 wieder an der Spitze der Formel 1.

Davon ist Rückkehrer Schumacher weit entfernt. Der 41-Jährige, dessen Teamkollege Nico Rosberg am Ende wenigstens auf Rang sechs landete, schien zwar eine bessere Strategie zu haben als die "Bullen", doch ein Plattfuß nach einer Kollision mit Renault-Pilot Robert Kubica warf ihn aussichtslos zurück. "Andererseits, glaube ich, wäre ich in einer guten Position gewesen, und deshalb nehmen wir etwas Positives mit zu den nächsten Rennen", sagte er.

Außerdem blieb Schumacher eine erneute nachträgliche Strafe wie in Monte Carlo erspart. Sein hartes Ausbremsmanöver gegen seinen Freund Felipe Massa, bei dem der Frontflügel von Massas Ferrari beschädigt wurde, werteten die Rennkommissare lediglich als normalen Renn-Zwischenfall.

SID/dab / SID

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