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GP von Malaysia: Massa holt die Pole

Rot vor Silber: Felipe Massa und Weltmeister Kimi Räikkönen haben sich die erste Startreihe für den Großen Preis von Malaysia gesichert und sich damit im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft zurückgemeldet. Dafür mussten die Silberpfeil-Fahrer zu den Rennkommissaren.

Das "Rote Imperium" hat zum ersten Gegenschlag ausgeholt. Mit der Pole Position für Felipe Massa und Startplatz zwei für Weltmeister Kimi Räikkönen hat sich Ferrari sechs Tage nach dem Debakel von Australien im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft eindrucksvoll zurückgemeldet. Rivale McLaren-Mercedes droht für den Großen Preis von Malaysia am Sonntag dagegen sogar die Strafversetzung aus der zweiten Reihe. Wegen ihrer langsamen Fahrweise gegen Ende der Qualifikation am Samstag in Sepang wurden der WM-Führende Lewis Hamilton und sein Kollege Heikki Kovalainen sowie die Teamleitung der Silberpfeile zu den Rennkommissaren zitiert. Dies teilte der Internationale Automobilverband FIA mit.

Silberpfeile stören Heidfeld

Leidtragender der vermeintlichen Unachtsamkeit war der deutsche BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld, der auf seiner schnellen Runde dem McLaren-Mercedes-Duo ausweichen musste. Er fuhr letztlich die siebtbeste Zeit. "Vor Kurve vier habe ich viel Zeit verloren, weil dort beide McLaren-Mercedes auf der Ideallinie rollten. Das hat mich sicher zwei Zehntelsekunden gekostet und das hätte sicher Platz drei anstatt Platz sieben bedeutet", schimpfte der Mönchengladbacher. Er war dennoch bester Deutscher. Timo Glock aus Wersau wurde im Toyota Zehnter, Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro Rosso 15., Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota lediglich 16., Adrian Sutil aus Gräfelfing im Force India 20.

Eine Klasse für sich war allerdings Ferrari. Der Brasilianer Massa drehte im entscheidenden Durchgang in 1:35,748 Minuten die schnellste Runde auf dem 5,543 Kilometer langen International Sepang Circuit und holte sich vor der zehnten Auflage des Malaysia-Rennens an diesem Sonntag (Start 8.00 Uhr MEZ/RTL und Premiere) die zehnte Pole Position seiner Karriere. Räikkönens Rückstand betrug derweil 0,482 Sekunden. Fast eine Sekunde langsamer als Massa waren Kovalainen (0,865) und der WM-Führende und Australien-Sieger Hamilton (0,961).

Ferrari schlägt zurück

"Wir haben einen sehr guten Job gemacht und das Maximum aus dem Auto rausgeholt", meinte Pole-Mann Massa. "Es liegt nun an uns", ergänzte Nebenmann und Teamkollege Räikkönen, nachdem die beiden vor einer Woche beim Auftakt in Melbourne wegen Motorenproblemen im Rennen nicht einmal das Ziel und am Ende zusammen nur einen Punkt durch Räikkönens achten Platz erreicht hatten.

"Wir hatten gehofft, ein paar Plätze weiter vorn zu landen", räumte unterdessen der am Samstag in der Sauna von Sepang - 30 Grad Celsius und über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit - drittplatzierte Kovalainen ein. "Der dritte Platz ist das Beste, das wir schaffen konnten", meinte er in der anschließenden Pressekonferenz, ehe die Ermittlungen gegen die Silberpfeile offiziell gemacht wurden. Kovalainen war zudem sichtlich bemüht, den Erfolg im internen Duell mit Vizeweltmeister Hamilton herunterzuspielen: "Ich muss betonen, dass es nicht mein erstes Ziel ist, Lewis zu schlagen."

McLaren-Duo zur Rennleitung zitiert

Hamilton, der sechs Tage zuvor von der Pole Position aus den in Melbourne souverän gewonnen hatte, ärgerte sich über sich selbst. "Um ehrlich zu sein, habe ich heute keinen perfekten Job gemacht", räumte der 23-Jährige ein, der nach eigener Aussage mit dem wenigen Grip auf der Strecke zu kämpfen hatte. Dabei setzte leichter Niederschlag erst nach der Qualifikation ein. "Wenn es hier regnet, kann alles passieren", meinte Räikkönen mit Blick auf das Rennen in Malaysia, wo er vor fünf Jahren seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert hatte. "Aber wir sind in einer starken Position."

Jens Marx/DPA / DPA

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