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"Abwehrdebatte" in der Nationalmannschaft: Mehr Problemchen als Problem

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich selbst eine sogenannte Abwehrdebatte verordnet. Bei näherem Hinsehen liegt der Grund für die vielen Gegentore allerdings nur bedingt in der fehlenden Ordnung.

Von Matthias Schneider, München

Um zu verstehen, welch wunderbares und irgendwie herrliches Problem diese deutsche Nationalmannschaft da dieser Tage mit sich herumschleppt, muss man zunächst einmal ein paar Jahre zurückgehen, sagen wir in das Jahr 2004. Der deutsche Fußball bestand damals aus Michael Ballack und Michael Ballack, dazu ein bisschen Michael Ballack. Und Oliver Kahn. Der Rest? Scharte sich drum herum.

So wurde das damals zumindest wahrgenommen, als die Deutschen mit, wie man heute weiß, zu Recht bangem Blick der Europameisterschaft in Portugal entgegensahen. Wie sollten sie nur ein Tor erzielen, es fehlte an offensiver Kreativität an allen Ecken und Enden. Immerhin eines, das konnten sie, und auf dieser Gewissheit gründete ihr Rest an Selbstvertrauen: Verteidigen.

Offensivfeuerwerk statt Abwehrfußball

Knapp zehn Jahre, mehrerer Halbfinals bei WMs und EMs später (gar ein Finale war darunter) gilt Deutschland mit all seinen Offensivkräften als stilbildend für modernen Hochgeschwindigkeitsfußball. Draxler, Götze, Reus, Özil, Müller, Kroos, Schürrle – die Welt beneidet die Deutschen um ihre Kreativkraft. Ausgerechnet die Dauerrumpler wurden mit ihrem Fußball-Feingeist Joachim Löw zu wahren Connaisseuren des schönen Spiels. Haben sie am Ende bei all der Muße vor des Gegners Tor ihr Handwerk verlernt? Drei Gegentore gegen Paraguay, vier gegen die USA oder zwei gegen Ecuador legen diesen Verdacht nahe. Zumal sich unter den Protagonisten selbst zuletzt mehr und mehr Mahner fanden.

So nährte Mittelfeldspieler Sami Khedira ("Müssen zurück zu den alten Tugenden) Anfang der Woche, die Elf war gerade erst zusammengekommen, die Sorge, die Prioritäten seien falsch gesetzt. In den Chor der Bedenkenträger reihte sich auch Per Mertesacker ein, der die Kollegen gemahnte, nicht nur an die Offensive zu denken. Eine ganze Elf müsse bei Ballverlust sich sofort einer kompakten Deckung verschreiben, sonst sehe ein jeder Innenverteidiger schlecht aus. Per Mertesacker spielt in der – richtig – Innenverteidigung.

So hat der deutsche Fußball also in den Tagen vor dem Länderspiel gegen Österreich (20.45 Uhr im ZDF und im stern.de-Liveticker) sich selbst eine sogenannte Abwehrdebatte verschrieben. Prompt musste der Bundestrainer Löw am Donnerstag in einer Art Erste-Hilfe-Maßnahme die aufgeregte Öffentlichkeit beruhigen. Dem Problem mit den vielen Gegentoren sei mit einer konzertierten Vorbereitung vor der WM in Brasilien beizukommen. Auch in Zukunft wolle er sein Team in des Gegners Hälfte stören lassen, durch ein aggressives Pressing, wie es auch der Bayern-Trainer Pep Guardiola dieser Tage einstudieren lässt.

Das Problem entpuppt sich als Problemchen

Keinesfalls werde er seine Elf in Zukunft in die eigene Hälfte einkasernieren, um das eigene Heil nur im Konter zu suchen. "Nur wer auch in der Defensive agiert, kann ein Spiel gewinnen", findet Löw. Und weil er sich in den letzten Monaten oft für seine Verteidigung rechtfertigen muss, wirkt er mittlerweile ermüdet wie erschöpft zugleich.

Tatsächlich entpuppt sich das Problem mit den vielen Gegentoren bei näherem Besehen wohl doch nur als Problemchen. Zwar öffneten sich durch schlampige Ballverluste und zu langsames Umschalten tatsächlich immer wieder ungebeten Lücken im Mittelfeld, doch kein schwer zu behebender Statikfehler liegt dem Defizit zugrunde. Eher ist es fehlende Wachsamkeit und manchmal auch ein Schuss Bequemlichkeit. Die eigene technische Überlegenheit macht die Elf unvorsichtig. Man bleibt gern mal stehen, wenn das Leder weg ist. "Für unser Spiel ist es wichtig, dass Präsenz und Konzentration da sind", erklärte denn auch der Bundesassistenztrainer Hansi Flick am Donnerstag, sozusagen als Epilog zur Diskussion.

Blickt man auf die Anatomie der letzten großen Niederlagen zurück, gegen Italien 2012 oder Spanien 2008 und 2010, so scheiterten die Deutschen an eigenen individuellen Fehlern und fehlender Wettkampfhärte, nicht an der fehlenden Grundordnung. Vor allem bei der Europameisterschaft zuletzt in Polen und der Ukraine stand die Abwehr relativ sicher, als es zählte. Dass Löw nun über eine Vielzahl von Offensivkräften höchster Güte verfügt, gibt ihm überdies ein probates Druckmittel. Wer bei Ballverlust nicht couragiert nach hinten mitarbeitet, kann sich schnell auf der Bank wiederfinden. Wenn der Bundestrainer ernst macht.

Kaum mehr als ein bisschen Stoff für den Stammtisch

Indem Löw in der Defensive überdies ein Bayern-Block aus Neuer, Lahm, Boateng und Schweinsteiger davor zur Verfügung steht, der wohl eingespielt zur WM kommen wird, könnte sich ein Teil des Problems ohnehin erledigt haben. Denn Guardiolas Vorstellung von der Vorwärtsverteidigung kommt der Löwschen erfreulich nahe.

So dürfte die löchrige Verteidigung vor allem in belanglosen Freundschaftsspielen und WM-Qualifikationsspielen der Nation bis auf weiteres ein bisschen Stoff für die Stammtische liefern. Vor der WM wird es dann wieder ernst. Dann wird es wieder darum gehen, ob die Dortmunder nun mit den Münchnern können, oder nicht. Und wie man die beiden Blöcke verschmelzen kann. Vorhang auf, heißt es dann, hier kommt die große Blockdebatte!

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(