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1. Bundesliga: Cacau erlebt die perfekt Woche, Schalke in Katerstimmung

Für Cacau war der 3:0-Sieg gegen Schalke der perfekte Auftakt einer traumhaften Woche. Schalkes Manager Horst Heldt musste, ob der naiven Vorstellung seiner Knappen, die Augen schließen.

Stuttgart feiert den Traumstart und die gelungene Einweihung des neuen Stadions. Auf Schalke herrscht nach der 0:3-Pleite beim VfB Katerstimmung. Von himmelhoch jauchzenden Schwaben zu betrübten Gelsenkirchenern.

Cacau: "Als Niemand nach Deutschland gekommen"

Für den VfB war es ein Festtag. Der als notorischer Fehlstarter verschriene Verein kam endlich einmal erfolgreich in eine neue Bundesliga-Saison und weihte dabei auch noch mit großem Pomp sein für rund 60 Millionen Euro umgebautes Stadion ein. Für Stürmer und Kapitän Cacau ist es sogar eine ganze Festwoche, denn der gebürtige Brasilianer darf am Mittwoch auch noch ein Länderspiel gegen sein Heimatland bestreiten. Das wichtige Tor zum 1:0 gegen Schalke und die Ovationen der Fans waren für ihn eine perfekte Einstimmung darauf.

"Das wird ein ganz besonderer Tag und ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich kann noch gar nicht genau sagen, wie ich mich dann fühlen werde", sagte der 30-Jährige mit Blick auf sein möglicherweise 18. und bedeutendstes Länderspiel für Deutschland. Der Stuttgarter Zeitung verriet er in einem Interview: "Vor zwölf Jahren bin ich als Niemand nach Deutschland gekommen, jetzt spiele ich mit der deutschen Nationalmannschaft gegen mein Heimatland, ausgerechnet in meiner neuen Heimat Stuttgart. Das ist etwas ganz Großes."

Schalke bei Ballbesitz nicht schnell genug

Die Schalker hingegen sind von einer solchen Homogenität noch ein ganzes Stück entfernt. Zwar hatte Schalke mehr Ballbesitz und gewann mehr Zweikämpfe, aber an einer effizienten Chancenverwertung und Entschlossenheit mangelte es dem Team von Trainer Ralf Rangnick. Der Coach versucht einen neuen Balleroberungs- und Hochgeschwindigkeits-Fußball einzubläuen und resümiert nach dem ersten Spiel. "Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen", meinte er. "Bei Ballbesitz des Gegners hat man bei uns schon einen Unterschied zur letzten Saison gesehen. Bei eigenem Ballbesitz hatten wir aber Probleme."

Die weckten gleich Erinnerungen an den Vorsommer, als Schalke noch unter Felix Magath mit vier Niederlagen in die Saison startete. Da in diesem Jahr aber jeder genau weiß, wie die Mannschaft einmal spielen und aussehen soll, halten sich die Befürchtungen beim Pokalsieger noch in Grenzen. "Wir waren einfach nicht konsequent genug. Aber ich bleibe weiter absolut positiv gestimmt", sagte Kapitän Benedikt Höwedes. "Ich habe nicht das Gefühl, dass es so laufen kann wie letztes Jahr. Dazu ist unsere Entwicklung zu positiv."

Heldt musste die Augen verschließen

Schalke setzte in Halbzeit zwei alles auf eine Karte und rannte teilweise blind in die Konter der Gastgeber. "Wir sind in Konter gelaufen, da musst du die Augen zumachen. Klar haben wir in der zweiten Halbzeit offensiver gespielt, leider ist früh das zweite Gegentor gefallen. Dann hat Stuttgart mit Harnik einen schnellen Spieler und ist in der Lage, Konter zu setzen", erklärte Manager Horst Heldt gegenüber derwesten.de.

Die Knappen wähnten sich schon weiter, nach dem Sieg im Supercup. Dennoch ist Heldt überzeugt, dass der Gewinn der Trophäe den Blick auf die Realität nicht verstellt hat. "Heute haben im Vergleich zum Supercup gegen den BVB zu viele Spieler ihre Leistung nicht gebracht. Aber: Wir haben den Supercup richtig bewertet und nicht gesagt, dass wir die Könige vom Revier sind. Und wir ordnen auch dieses Spiel richtig ein. Klar ist, dass wir jetzt das Heimspiel gegen Köln gewinnen müssen."

sportal.de / sportal

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