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1. Bundesliga Die Neuzugänge der Bundesliga im Check - Teil III


Nach der Hälfte der Hinrunde haben wir uns die Bilanzen der Neuzugänge der 18 Clubs angeschaut und diese bewertet. Auszeichnungen gibt es dabei für den VfB Stuttgart und Werder Bremen. Nachsitzen muss der 1. FC Kaiserslautern.

Heute bewerten wir die Neuzugänge des VfB Stuttgart, von Werder Bremen, Hertha BSC, dem FSV Mainz, Hannover 96 und dem 1. FC Kaiserslautern. Während man bei den etablierten Clubs Stuttgart und Bremen einige starke Neuverpflichtungen tätigte, konnten die Lauterer ihre vielen namhaften Abgänge bisher nicht ersetzen.

VfB Stuttgart

Neuzugänge: Ermin Bicakcic, Tamas Hajnal, William Kvist, Maza, Julian Schieber und Ibrahima Traoré.

Der VfB ist gut in die neue Saison gestartet und findet sich nach sieben Spieltagen mit 13 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz wieder. Großen Anteil am - vor allem im Vergleich zur Vorsaison - erfolgreichen Start haben dabei die Neuzugänge.

Der Mexikaner Maza absolvierte alle acht Spiele für die Schwaben von der ersten bis zur letzten Minute und kam dabei am ersten Spieltag gegen Schalke sogar auf einen Assist. Hinzu kommt die sportal.de-Durchschnittsnote von 3,38, die für einen guten Neueinkauf der Stuttgarter spricht. Ebenfalls eine gute Rolle spielen William Kvist und Tamas Hajnal, die auf acht und sieben Einsätze kommen.

Vor allem Kvist hat sich dabei als Volltreffer erwiesen. Der aus Kopenhagen gekommene Däne hat bei sportal.de im Schnitt bisher eine glatte 3 vorzuweisen und glänzt in der defensiven Schaltzentrale der Stuttgarter bisher von Spiel zu Spiel. Traoré ist bisher noch nicht über den Status eines Einwechselspielers gekommen, der viermal in den Schlussminuten in die Partie kam.

Der junge aus der zweiten Mannschaft geholte Ermin Bicakcic spielte bisher noch keine Rolle, ebenso wie der aus Nürnberg zurückgekehrte Julian Schieber, der aber aufgrund einer kaputten Hüfte noch kein Spiel für den VfB absolvieren könnte. Ein fitter Schieber dürfte für den VfB aber eine weitere Verstärkung bedeuten.

Werder Bremen

Neuzugänge: Leon Balogun, Predrag Stevanovic, Mehmet Ekici, Markus Rosenberg, Lukas Schmitz, Aleksandar Stevanovic, Tom Trybull, Andreas Wolf, Özkan Yildirim, Florian Hartherz, Aleksandar Ignjovski und Sokratis.

Eine ganze Reihe Neuzugänge präsentierte Werder Bremen diese Saison. Dabei sind Balogun, P. und A. Stevanovic, Trybull, Yildirim und Hartherz der Kategorie hoffnungsvoller Nachwuchsspieler zuzuordnen und haben in der Bundesliga noch kein Spiel absolviert.

Ganz anders sieht es aber bei den anderen Neuzugängen aus, die sich allesamt bereits gut in Szene gesetzt haben. Rosenberg meldete sich nach seinem Jahr in Santander sogleich mit einem Doppelpack gegen Kaiserslautern zurück und legte gegen Hoffenheim noch einen Treffer nach. Seinen Stammplatz hatte der Schwede zwar zwischendurch an Marko Arnautovic verloren, aber nach dessen Rot-Sperre wird Rosenberg wieder in die erste Elf rücken dürfen.

Noch besser etablierten sich die Neuen in der Abwehr. Vor allem der Grieche Sokratis bewies seine Vielseitigkeit, die ihn sowohl Innen- als auch Außenverteidiger spielen lassen kann und ihm einen Notendurchschnitt von 3,17 einbrachte. Wenn er nicht verletzt ist, ist Sokratis absoluter Stammspieler bei Werder. Skeptisch war Andreas Wolf vor der Saison begutachtet worden, doch er erwies sich nach dem Wechsel von Per Mertesacker als solider Innenverteidiger.

Überraschen konnte Aleksandar Ignjovski, der sich als linker Außenverteidiger vorerst festgespielt hat. Als solider Ersatz für die Außenbahnen in der Abwehr erwies sich bisher Lukas Schmitz. Luft nach oben hat noch ausgerechnet der mit fünf Millionen Euro teuerste Neueinkauf der Bremer Mehmet Ekici. Der türkische Nationalspieler konnte sich noch nicht endgültig einen Stammplatz im Bremer Mittelfeld erkämpfen, glänzte aber auch bereits als Torschütze und Vorbereiter.

Hertha BSC

Neuzugänge: John Anthony Brooks, Marco Djuricin, Abu Bakarr Kargbo, Maik Franz, Thomas Kraft, Andreas Ottl, Peter Niemeyer, Tunay Torun, Änis Ben-Hatira.

Brooks, Djurbicin und Kargbo sollen langsam an den Profikader herangeführt werden und kommen auf noch keinen Einsatz. Thomas Kraft hat sich den Stammplatz im Tor gesichert und spielt eine sehr solide Saison bis auf die Niederlage in Bremen, wo er nicht immer glücklich aussah.

Peter Niemeyer zeigte bereits in der Vorsaison, wie wertvoll er für die Hertha sein kann und Andreas Ottl hat sich schnell Position neben Niemeyer erobert und gehört zum Stamm der Berliner. Nicht so gut lief es bisher bei Maik Franz, der nach dem dritten Spieltag seinen Stammplatz verlor und seitdem nur einmal als Einwechselspieler zum Einsatz kam.

Die beiden Ex-HSVer Tunay Torun und Änis Ben-Hatira haben bereits bewiesen, dass sie Hertha noch helfen können. Torun kann als Stammspieler bezeichnet werden und Ben-Hatira zeigte seine Klasse gegen den 1. FC Köln, wo er zwei Assists für sich verbuchen konnte.

FSV Mainz

Neuzugänge: Julian Baumgartlinger, Eric Maxim Choupo-Moting, Malik Fathi, Yunus Malli, Nicolai Müller, Shawn Parker, Zdenek Pospech, Marcel Risse, Fabian Schönheim, Zoltan Stieber, Anthony Ujah, Deniz Yilmaz, Mario Gavranovic und Lorius Karius.

Yunus Malli, Shawn Parker, Fabian Schönheim, Deniz Yilmaz und Torwart Lorius Karius sind bisher noch nicht über die zweite Mannschaft bzw. die Ersatzbank hinausgekommen und haben kein Saisonspiel bestritten. Viele der Neuen sind kaum mehr als Ergänzungsspieler. Anthony Ujah (3 Spiele), Mario Gavranovic (1), Nicolai Müller (3, 1 Tor) wurden bisher kaum berücksichtigt.

Julian Baumgartlinger, Zoltan Stieber und Malik Fathi, der bereits vergangene Saison ausgeliehen war, haben sich an die Stammelf herangearbeitet oder gehören ihr an. Überzeugt haben bis dato Eric Maxim Choupo-Moting (8 Spiele, 3 Tore), Marcel Risse (8 Spiele, 1 Tor) und Verteidiger Zdenek Pospech (6 Spiele), Letzterer aber mit eher schwankenden Leistungen.

Hannover 96

Neuzugänge: Erdal Akdari, Jannis Pläschke, Deniz Aycicek, Henning Hauger, Christian Pander, Samuel Radlinger und Artur Sobiech.

Erdal Akdari, Jannis Pläschke und Deniz Aycicek sind junge Nachwuchskräfte, die bisher noch nicht zum Einsatz gekommen sind. Samuel Radlinger ist der neue zweie Torhüter aus Österreich, der derzeit keine Chance hat, an Ron-Robert Zieler vorbeizukommen. Artur Sobiech kam bisher auf einen Einsatz und wurde gegen Dortmund in den letzten zehn Minuten eingewechselt.

Immerhin drei Spiele absolvierte Artur Sobiech, der zweimal ein- und einmal ausgewechselt wurde. Einziger Stammspieler von den Neuzugängen ist Christian Pander, der mit seinen gefährlichen Freistößen eine absolute Verstärkung für die Niedersachsen ist.

Aber auch ohne viele Neuzugänge knüpft Hannover dort an, wo sie vergangene Saison aufgehört haben, und liegen nach acht Spieltagen schon wieder auf dem fünften Tabellenplatz. Dass man ein funktionierendes Team nur wenig verändern muss oder gar sollte, zeigt Mirko Slomka mit seinen 96ern.

1. FC Kaiserslautern

Neuzugänge: Julian Derstroff, Willi Orban, Konstantinos Fortounis, Dorge Rostand Kouemaha, Olcay Sahan, Itay Shechter, Richard Sukuta-Pasu, Gil Vermouth

Der 1. FC Kaiserslautern konnte die Abgänge seiner vielen Stammspieler bisher noch nicht kompensieren. Die Neuen vermochten es nicht, die großen Lücken auszufüllen, die Lakic, Illicevic und Co. hinterlassen haben.

Derstroff und Orban sind Nachwuchsspieler, die bisher kaum zum Einsatz gekommen sind. Jung ist auch der Grieche Fortounis, kann aber bisher immerhin schon sieben Bundesliga-Einsätze vorweisen, dabei wurde er allerdings fünfmal eingewechselt und gehörte nur zweimal zur Startformation. Die sportal.de-Durchschnittsnote von 4,1 weist nach, dass er bisher noch kein gleichwertiger Ersatz für den nach Schalke zurückgekehrten Jan Moravek ist.

Ähnlich sieht es bei Kouemaha aus, der zuletzt zweimal in der Startformation stand, dort aber nicht überzeugen konnte (sportal.de-Noten 5,0 und 4,5). Zuvor wurde er dreimal eingewechselt und kann bisher einen ganzen Assist vorweisen, nicht viel für einen Angreifer. Sahan startete die beiden ersten Spiele im Lauterer Mittelfeld, kassierte die Noten 4,0 und 5,0 und war danach nur noch Ersatzspieler.

Der Israeli Gil Vermouth kam bisher nur auf zwei Einsätze, wurde beide Male eingewechselt und zeigte sich zumindest gegen den VfL Wolfsburg überfordert (sportal.de-Note 5,0). Einzig die beiden Stürmer Shechter und Sukuta-Pasu haben es geschafft, sich einen Stammplatz zu erkämpfen, wobei die Leistungen der beiden auch auf einem eher niedrigen Niveau anzusiedeln sind. 

Henning Schulz

sportal.de sportal

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