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1. Bundesliga HSV muss lange auf Guerrero verzichten


Das DFB-Sportgericht hat Paolo Guerrero nach seiner Tätlichkeit gegen Sven Ulreich für acht Spiele gesperrt. Der HSV kann noch Einspruch einlegen. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf Mladen Petric.

Paolo Guerrero ist wie zu erwarten vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt für acht Bundesligaspiele gesperrt worden. Damit entsprach das Gericht dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses. Die Stellungnahme des HSV hatte keine strafmildernde Wirkung.

DFB sperrt Guerrero für Tätlichkeit

Die Sperre beträgt eigentlich sieben Wochen, aufgrund einer "Englischen Woche" sind es jedoch acht Bundesliagspiele.

HSV-Stürmer Paolo Guerrero war im Spiel gegen den VfB Stuttgart nach einer Grätsche von hinten in den Unterschenkel von Torwart Sven Ulreich von Schiedsrichter Peter Sippel mit Rot des Feldes verwiesen worden. Guerreros Aktion wurde vom Gericht als Tätlichkeit gewertet, dafür sehen die DFB-Statuten eine Mindeststrafe von sechs Wochen vor.

HSV findet die Strafe "unverhältnismäßig"

Der HSV hatte in seiner Stellungnahme die Höhe der Strafe beanstandet. "Die Strafe ist unverhältnismäßig im Vergleich zu anderen Fällen", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow - "da fehlte einiges in der Begründung." HSV-Idol Uwe Seeler verurteile das Einsteigen Guerreros scharf. "Paolo hätte ihm ein Bein brechen können. Wenn ich 50 Meter anlaufe, das geht gar nicht", so Seeler. Guerrero sei gut beraten, sich "mehr als zu entschuldigen".

Vor wenigen Wochen hatte der Berliner Andreas Ottl nach einer ähnlicher Aktion gegen seinen Gegenspieler Tamas Hajnal ebenfalls die Rote Karte gesehen, war jedoch vom DFB-Sportgericht wegen groben Foulspiels nur für drei Spiele gesperrt worden.

Erster Platzverweis für "Flaschenwerfer" Guerrero

Der HSV hat binnen 24 Stunden die Möglichkeit gegen das Urteil Berufung einzulegen, will aber zunächst prüfen, ob ein weiterer Einspruch überhaupt sinnvoll ist. Sollten die Hamburger Einspruch erheben, käme es zu einer mündlichen Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht.

Es ist der erste Platzverweis für Paolo Guerrero, der aber bereits letzte Saison negativ auffiel, als er nach dem Bundesligaspiel gegen Hannover einem Fan eine Trinkflasche ins Gesicht geworfen hatte. Damals brummte ihm der HSV eine vereinsinterne Rekord-Strafe von bis zu 100.000 Euro auf. Auch nach seinem Blackout gegen Ulreich erwarte Guerrero noch eine Strafe von Seiten des HSV.

Fink will weiter auf Guerrero bauen

"Natürlich werden wir Paolo bestrafen. Wenn einer eine Rote Karte bekommt, wird er immer bestraft. Aber es war seine erste und er hat nicht nachgetreten und nicht nachgeschlagen", wollte sein Trainer Thorsten Fink aber kein weiteres Öl ins Feuer gießen.

Die Haltung des Clubs ist eindeutig: Guerrero darf sich keine Ausraster mehr leisten. Das sieht auch Seeler so: "Irgendwann muss er ja mal dazulernen." Trotzdem will Trainer Thorsten Fink weiter auf Guerrero bauen, der in den vergangenen Wochen eigentlich in guter Form war. Guerrero ist mit einem Jahresgehalt von über vier Millionen Euro einer der Topverdiener beim HSV, der seinen Etat in der kommenden Spielzeit von 40 auf 36 Millionen Euro senken will.

Ironie des Schicksals für ausgemusterten Petric

Nicht weiter beim HSV geht es derweil für Guerreros Sturmkollegen Mladen Petric. Der verletzungsanfällige Petric verdient derzeit 2,5 Millionen Euro und erzielte für die Hamburger in 127 Spielen 60 Treffer.

Ein wenig ironisch mutet es schon an, dass jetzt ausgerechnet Musterprofi Mladen Petric für Paolo Guerrero in die Bresche springen muss. Man kann beim HSV nur hoffen, dass Petric diese Ironie zu schätzen weiß.

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