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1. Bundesliga: Stuttgart schlägt Schalke im neuen Wohnzimmer

Die neue Saison, das neue Stadion und gleich Tabellenführer? Für Stuttgart hätte der Auftakt nicht besser laufen können. Das 3:0 täuscht allerdings ein wenig, denn Schalke war über weite Strecken spielbestimmend. Die Gefährlichkeit vor dem Tor brachte letztlich den verdienten Sieg für den VfB.

Dem VfB Stuttgart gelang der Traumstart zur Einweihung des umgebauten Stadions. Vor 60.000 Zuschauern gewannen die Schwaben gegen den Gast aus Gelsenkirchen mit 3:0 (1:0). Die Tore für Stuttgart erzielten Cacau (37.), Martin Harnik (56.) und Shinji Okazaki (89.). Schalke präsentierte sich in der Abwehr anfällig und im Angriff zu harmlos.

Jones von Beginn an dabei

Bei den Gästen aus Gelsenkirchen lief überraschend Jermaine Jones auf, Julian Draxler blieb auf der Bank und Lewis Holtby rückte von der Doppelsechs auf die linke Außenbahn. Beim Gastgeber konnte der zuletzt angeschlagene Serdar Tasci wieder mitwirken und verteidigte in der Abwehrzentrale neben dem Neuzugang aus Mexiko, Maza. Der im DFB-Pokal gesperrte Khalid Boulahrouz übernahm die Aufgabe des Rechtsverteidigers.

Beim VfB fehlten die verletzten Innenverteidiger Ermin Bicakcic, Matthieu Delpierre und Georg Niedermeier. Schalke musste vor allem auf Jefferson Farfán verzichten, auch José Manuel Jurado musste angeschlagen passen. Taktisch liefen beide Teams in der angesagten 4-2-3-1-Formation auf. Cacau als einzige Spitze bei den Stuttgartern, Klaas-Jan Huntelaar auf der anderen Seite in vorderster Front.

Stuttgart zunächst gefährlicher

Der erste Spieler, der gefährlich vor dem jeweiligen Tor des Gegners auftauchte, war allerdings Christian Gentner. Benedikt Höwedes kreuzte als letzter Mann den Weg des ehemaligen Nationalspielers, der fiel ob der zarten Berührung am Rücken, aber Schiedsrichter Wolfgang Stark gab zurecht Gelb wegen Schwalbe für Gentner. Doch diese Szene machte deutlich, dass Stuttgart zunächst das gefährlichere Team war. Martin Harnik (12.) und Cacau (14.) hatten die ersten Halbchancen.

Schalke steigerte sich, konnte allerdings zunächst nur durch Standards überzeugen. Christian Fuchs sorgte mit einem Freistoß (16.), Kyriakos Papadopoulos (25.) mit einem Kopfball nach einer Ecke für Gefahr. Doch die Gelsenkirchener hielten nun besser dagegen, standen kompakt im Mittelfeld und übernahmen mehr und mehr die Spielkontrolle. Raúls Kopfball nach Flanke von Alexander Baumjohann strich allerdings knapp am rechten Pfosten vorbei (28.).

Cacau lauert am zweiten Pfosten

In dieser Phase schlug das Führungstor für den VfB wie aus dem Nichts ein. Nach einer Ecke gewann Maza das entscheidende Kopfballduell gegen Papadopoulos, der Ball gelangte zu Cacau, der am zweiten Pfosten lauerte und den Ball unbedrängt von Lewis Holtby aus kurzer Distanz ins Netz wuchtete (38.). Stuttgart hatte kurz vor der Pause die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, nach einem Fehlpass von Benedikt Höwedes spielte Cacau Harnik frei, doch dessen schwachen Abschluss konnte Fährmann parieren (44.).

Schalke hatte die Partie mehr und mehr in den Griff bekommen, war das zweikampfstärkere Team. Die Führung war deshalb etwas glücklich, auch wenn der VfB kurz vor Halbzeitpfiff eine gute Chance gehabt hatte, die Führung auszubauen. Ralf Rangnick reagierte, brachte Julian Draxler für Joel Matip. Holtby ging auf die Zehn, Schalke spielte im 4-4-2-System. Die Knappen entwickelten aus der neuen Formation heraus mehr Druck. Huntelaar hatte die erste Chance durch einen Weitschuss, den Sven Ulreich zur Ecke parierte (49.).

VfB immer wieder konterstark

Aus dieser Situation entwickelte sich ein Konter, bei dem Harnik und Cacau an Fährmann, bzw. dem schwierigen Winkel scheiterten. Die Defensive der Schalker blieb bei langen Bällen anfällig, stand hoch in der Verteidigung und die Chance für die Schwaben, per Konter zum Erfolg zu kommen, war gegenwärtig. Die 2:0-Führung resultierte dann allerdings nicht aus einem schnellen Konter, sondern aus einem schnell ausgeführten Freistoß.

Alexander Baumjohann war gedanklich nicht auf der Höhe, das nutzte Cristian Molinaro, der eine wunderbar getimte Bananenflanke von der linken Seite in den Sechzehner zauberte und Martin Harnik am zweiten Pfosten fand. Der Österreicher hatte keine Mühe, den Ball ins Netz zu wuchten und Stuttgart auf die Siegerstraße zu bringen. Die unbedingte Offensive der Schalker ging weiter. Huntelaar und Jones prüften Ulreich allerdings durch harmlose Weitschüsse.

Schalke ohne Durchschlagskraft im Sturm

Die Angriffe der Schwaben blieben durch die Lufthoheit im Schalker Abwehrverbund gefährlicher, Cacau verpasste das 3:0 nach Kopfballvorlage Tasci knapp. Schalke bemühte sich weiterhin um ein Tor, doch fehlte die Durchschlagskraft und das Glück. Falls doch mal ein Spieler durchkam, war Sven Ulreich zur Stelle, wie bei der Chance des eingewechselten Jan Moravek. Wie man es vor dem Tor besser macht, zeigte der VfB und legte noch einen Treffer nach.

Shinji Okazaki nahm den Ball nach einem schönen Flankenwechsel locker an, umkurvte Fuchs und zirkelte den Ball mit links ins obere linke Eck (88.). Insgesamt ging der Sieg in Ordnung, da Stuttgart zwar nicht spielbestimmend, aber gefährlicher in den Angriffen war und die Schalker Defensive sowohl bei langen, wie hohen Bällen mehrfach in Schwierigkeiten bringen konnte.

Michel Massing

sportal.de / sportal

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