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2. Bundesliga: Die 2. Liga im sportal.de-Check Teil III

Im dritten Teil des sportal.de-Checks der 2. Bundesliga geben wir ein Prognose über die Plätze 12 bis 7 ab. Wir berichten über einen Brasilianer, der mit einer deutschen Eiche stürmt, über eine Sturmflaute über Dresden und über den Luxus, sowohl einen Königs-Sturm als auch einen Kern-Angriff zu besitzen.

Im dritten Teil des sportal.de-Checks der 2. Bundesliga geben wir ein Prognose über die Plätze 12 bis 7 ab. Wir berichten über einen Brasilianer, der mit einer deutschen Eiche stürmt, über eine Sturmflaute über Dresden und über den Luxus, sowohl einen Königs-Sturm als auch einen Kern-Angriff zu besitzen.

Die Arbeit an der Durchschlagskraft

Dynamo Dresden legte eine tollen Schlussspurt in der dritten Liga hin und setzte sich schließlich verdientermaßen in der Relegation gegen den VfL Osnabrück durch. Die späten Entscheidungsspiele bargen für die Verantwortlichen allerdings auch Nachteile. "Angesichts der Situation, dass wir erst zwei Wochen später als die anderen wussten, in welcher Liga wir spielen, konnten wir die Dinge nicht früher vorantreiben", so Trainer Ralf Loose zu den Planungsschwierigkeiten.

Dass Dresden überhaupt unter Transferdruck steht, liegt daran, dass sie 14 Spieler abgegeben haben. Darunter auch absolute Leistungsträger wie Alexander Esswein (erzielte in 31 Spielen 17 Tore für Dynamo und wechselte für 200.000 Euro zum 1. FC Nürnberg). Dani Schahin (war von Greuther Fürth ausgeliehen und kehrte zurück), Timo Röttger (wechselte zu den finanzstarken RB Leipzig). Ärgerlich ist auch der Abgang von Abwehrgarant und Kapitän Thomas Hübener, der zu Arminia Bielefeld wechselte, weil keine Einigkeit über eine Vertragsverlängerung erzielt werden konnte.

Es konnten allerdings auch einige namenhafte Neuzugänge verpflichtet werden. Mit Jens Möckel (RW Erfurt), Martin Stoll (Hansa Rostock), Alexander Schnetzler (Osnabrück) und Romain Brégerie (Metz) wurde die Abwehr verstärkt. Marcel Heller (Eintracht Frankfurt) und Filip Trojan (Mainz 05) kamen für das Mittelfeld und Pavel Fort (Arminia Bielefeld) für den Sturm. Dazu mit Denis Eilhoff ein bundesligaerfahrener Keeper (ebenfalls aus Bielefeld). Doch bis zum 31. August soll noch Qualität eingekauft werden. "Im Angriff haben wir noch keine Durchschlagskraft. Auch zwei Außenverteidiger und ein Mittelfeldmann würden uns noch gut tun", so Ralf Loose laut bild.de.

Dynamo Dresden tat sich in einigen Testspielen - zum Beispiel gegen den Flota Swinemünde (1:1) - vor allem im Angriff schwer. Weil Alternativen im Sturm fehlten, setzte Trainer Ralf Loose sogar Abwehrspieler Marcel Franke in der Offensive ein. Gegen Cluj (4:4), Karpaty Liyv (1:2) und FK Teplice (1:1) konnte Dresden gegen anspruchsvolle Gegner durchaus Paroli bieten. Gestört wurde die Vorbereitung durch die Verletzungen von Neueinkauf Romain Brégerie (Bänderriss im linken Sprunggelenk) und Keeper Benjamin Kirsten (Schambeinoperation). Brégerie meldete sich allerdings gestern wieder fit, sein Einsatz im ersten Spiel gegen Cottbus ist noch fraglich. Gerrit Müller befindet sich nach seiner Kreuzband-OP in der Reha, er wird noch Zeit brauchen.

Die Fans von Dynamo Dresden waren einer der Aufstiegsgaranten. Das begeisterungsfähige Publikum, das auch in großer Zahl zu den Auswärtsspielen mitreist, wird auch in der Liga zwei der zwölfte Mann des Teams sein. Neben den erfahrenen Neuzugängen in der Abwehr können die Dresdener vor allem auf die Leistungsträger Christian Fiel, David Solga, Sebastian Schuppan und Lars Jungnickel setzen. Dazu hat Ralf Loose hoffnungsvolle Talente wie Marcel Franke und Toni Leistner oder auch Maik Kegel in der Hinterhand.

Dresden erreicht Platz zwölf. Dynamo wird vom Aufstiegsgeist profitieren und vom frenetischen Publikum auch bei einem schwachen Start unbeirrt unterstützt. Sollten Steffen Menze und Ralf Loose bis zum 31. August vor allem die nötige Verstärkung im Sturm präsentieren können, ist es uns um unsere Saisonprognose für Dresden nicht bange.

Der Traumsturm steht parat

Union Berlin geht in die dritte Zweiligasaison und will mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Trainer Uwe Neuhaus ist nach Platz 12 (2010) und 11 (2011) mutig geworden. "Platz 1 bis neun ist ja wirklich eine breite Palette", tat er seine Saisonprognose via bild.de kund. Nanu? Dachten da viele Beobachter. Will Union nun in den Meisterschaftskampf der 2. Liga eingreifen? "Wenn ich Erster werden will, sage ich es auch. Aber mit einstelligem Tabellenplatz weiß jeder, was gemeint ist", ergänzte Neuhaus schließlich.

Ganz besonders ein Neuzugang unterstreicht das neue Selbstbewusstsein der Berliner. Silvio Carlos de Olivera kam vom FC Zürich in die Hauptstadt. Erstmals seit Jahren griff man tief in die Vereinsschatulle. Neben den 500.000 Euro für Silvio, gaben die Berliner auch 150.000 Euro für John Mosquera aus, der bisher von Werder Bremen ausgeliehen war. Die Neuzugänge Markus Karl (Ingolstadt) und Marc Pfertzel (AO Kavala/früher VfL Bochum) und Patrick Zoundi (Düsseldorf) erhöhen die qualitative Dichte im Kader.

Verlustig gingen Union zwar Dominic Peitz (Augsburg) und Aufstiegsheld Karim Benyamina (FSV Frankfurt), dennoch hat Uwe Neuhaus gerade in der Offensive genug Qualität zur Verfügung. Wenn ihm nicht das Verletzungspech einen Strich durch die Rechnung macht. Torsten Mattuschka (Kreuzbanddehnung), Santi Kolk (Zerrung im Oberschenkel) und John Jairo Mosquera (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fallen derzeit aus. Trotzdem glückte die Generalprobe. Man schlug den schottischen Erstligisten Heart of Midlothian eindrucksvoll mit 3:0.

Bester Spieler bei den Unionern war der Neuzugang Silvio. Der Brasilianer schoss die Führung heraus und bereitete das 3:0 durch Ede vor. Das 2:0 erzielte ein weiterer Neuzugang. Aus Köln kam Simon Terodde, der unter Frank Schaefer schon Erstligaluft schnuppern durfte. Der 23-Jährige Sturmtank (1,92 Meter) ist die perfekte Ergänzung zu Silvio, der sich gerne ins Mittelfeld fallen lässt. Mit Terodde und Silvio hat Union ein außergewöhnlich vielversprechendes Sturmduo.

Warum die Berliner dann in unserem Zweitligacheck trotzdem nur Platz elf erreichen? Die Union-Abwehr gehörte schon in der letzten Saison nicht zu den stabilsten Defensivreihen. Abräumer Dominik Peitz ist in die erste Liga abgewandert und Neuzugang Markus Karl muss sich erst beweisen. "Defense wins championships", sagt eine Sportlerweisheit. Den ersten Platz sollte sich Uwe Neuhaus also tatsächlich abschminken.

Katerstimmung in Aue?

Der Werbeslogan "die beste Liga aller Zeiten" ist zwar schon längst als Euphemismus entlarvt, aber zumindest für den FC Erzgebirge Aue war die letzte Saison die beste aller Zeiten, sprich der Clubgeschichte. Diszipliniert und durch Rico Schmitts 4-2-3-1-System modern eingestellt, überraschte Aue die Gegner durch eine dynamische, aggressive Spielweise. Doch auch der sachliche Trainer weiß, dass man eine solche Saison nicht beliebig wiederholen kann. "Sicherlich war der fünfte Platz letzte Saison herausragend. Aber deshalb sind wir keineswegs wieder ein Anwärter für die Spitzengruppe", verordnete Schmitt seinem Team laut bild.de eine gehörige Portion Realismus.

Mit nur 40 Toren präsentierte sich Aue als nicht besonders angriffsstark. Aus diesem Grund wollte Schmitt unbedingt einen neuen Stürmer und mit Ronny König (Oberhausen) wurde sein Wunsch erfüllt. Zweiter Trumpf unter den Neuzugängen ist Mike Könnecke (Wolfsburg). Der 23-Jährige Offensivspieler, der bei den Wölfen schon mit den Profis trainierte, ist lauffreudig, beidfüßig und verfügt über einen ausgeprägten Tordrang.

Mit König, Enrico Kern und Mike Könnecke, dazu die torgefährlichen Marc Hensel, Jan Hochscheidt und Skerdilaid Curri aus dem Mittelfeld hat Aue durchaus Angriffspower zu bieten. Auch Guido Kocer (Babelsberg), der schon Erfahrungen in der türkischen U 21-Nationalmannschaft sammelte, könnte den Durchbruch schaffen. Das zeigte Kocer bei der Generalprobe für die neue Saison. Das Team von Rico Schmitt setzte sich im letzten Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice mit 3:2 durch. Guido Kocer und Alban Ramaj erzielten die Treffer für die Veilchen.

Trotzdem ist unser Fazit nicht allzu positiv, denn wir sind der Meinung, dass die Veilchen in der letzten Saison über ihren Verhältnissen gespielt haben. Die traditionell schwere zweite Saison wird für Aue eine Rückkehr in die Realität, mehr als Platz zehn ist gegen die starke Konkurrenz nicht drin. Nur gut, der Trainer es ähnlich realistisch einschätzt. "Es gibt ein übergeordnetes Ziel, das heißt 2. Bundesliga 2012/13", so Trainer Rico Schmitt bei bundesliga.de.

Michel Massing

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