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BENEFIZSPIEL: Fans bestimmen Gegner der DFB-Elf

Erstmals können Fans den Gegner der DFB-Elf selbst zusammenstellen. Per Telefon-Votum wird das »internationale Allstar-Team« im Vorfeld des Benefizspiels zu Gunsten der Flutopfer vom Publikum aufgestellt.

Das Benefizspiel zu Gunsten der Flutopfer zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und einem internationalen Bundesliga-Allstar-Team am 16. Dezember (20.30 Uhr) in der Arena »AufSchalke« sorgt für ein zweifaches Novum. Erstmals kann ein Millionen-Publikum den Gegner der Elf von Teamchef Rudi Völler per Telefon-Votum selbst zusammenstellen. »Außerdem hat es ein Spiel zwischen der Nationalelf und den besten Ausländern in 40 Jahren Bundesliga noch nie gegeben. Das ist einmalig«, betonte der Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL), Werner Hackmann, am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der ARD und Gastgeber FC Schalke 04 in Gelsenkirchen.

Über gebührenpflichtige »0137«-Telefonnummern können die Fußball- Fans von diesem Mittwoch an im ganzen Land die 18 Spieler aus insgesamt 41 ausländischen Bundesliga-Profis auswählen. Die Vorauswahl der namhaften Akteure haben die verantwortlichen Trainer, Manager und Kapitäne der 18 Bundesligisten in Abstimmung mit der DFL getroffen. Die Vereine durften jeweils zwei Ausländer benennen, die ersten Fünf der abgelaufenen Bundesliga-Saison jeweils drei. Auch wer die »Allstars« als Trainer betreut, obliegt dem Votum der Fans. Zur Wahl stehen die vier in der Liga beschäftigten ausländischen Trainer Huub Stevens (Hertha BSC), Kurt Jara (Hamburger SV), Peter Pacult (1860 München) und Erik Gerets (1. FC Kaiserslautern).

Der gesamte Erlös (auch der aus den Telefon-Anrufen) des Benefizspiel, das unter dem Motto »Gegeneinander spielen - miteinander gewinnen« steht, wird den bei der Flutkatastrophe im Osten und in Bayern geschädigten Vereinen zu Gute kommen. DFB- Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bezifferte nach den erstellten Gutachten den Gesamtschaden der insgesamt 116 Vereine, die finanzielle Hilfe erwarten können, auf 15 bis 17 Millionen Euro. 42 Clubs haben vom DFB bereits je einen 20 000-Euro-Scheck bekommen.

»Es ging vor allem darum schnell und unbürokratisch zu helfen, damit vor allem die kleinen Clubs den Spielbetrieb aufrecht erhalten können«, erläuterte Mayer-Vorfelder. »Wir haben die Absicht, jedem Verein 20 Prozent seines Gesamt-Schadens noch vor Weihnachten zu ersetzten. Das entspricht einer Gesamtsumme von etwas über drei Millionen Euro.« Die übrigen 80 Prozent sollen laut DFB-Präsident von Bund, Ländern, Vereinen und Verbänden aufgebracht werden.

»Das ist auch eine Charakterfrage«

Mayer-Vorfelder betonte, es sei mit Völler abgesprochen, dass der Vize-Weltmeister mit der »bestmöglichen Mannschaft« antreten wird. Auch der Manager des FC Schalke 04, Rudi Assauer, nahm die Bundesliga-Vereine in die Pflicht. »Sie sollten garantieren, dass ihre Spieler alle mitmachen. Das ist auch eine Charakterfrage.« Guter Sport müsste also garantiert sein. »Wer sich die Liste der ausländischen Spieler anschaut, weiß, dass das ein harter Brocken für die DFB-Elf wird. Außerdem wollen wir auch ein Zeichen für Toleranz und gegen Rassismus setzen«, fügte Hackmann an.

DFB und DFL dankten Manager Assauer, dass Schalke die Arena kostenlos zur Verfügung stellt. Denn im Fall einer ausverkauften Arena entstehen dem Pokalsieger immerhin rund 500 000 Euro Kosten. »Das ist unser Beitrag«, sagte Assauer. Neben den Zuschauer-Einnahmen werden auch die Erlöse aus dem Catering (rund 60 000 Euro) zur Verfügung gestellt.

Zur Wahl stehen die folgenden 41 ausländischen Bundesliga-Profis, die jeweils eine eigene Telefon-Nummer erhalten:

Borussia Dortmund

Tomas Rosicky, Ewerthon, Jan Koller;

Bayer Leverkusen

Diego Placente, Yildiray Bastürk, Lucio

Bayern München

Giovane Elber, Sammy Kuffour, Hasan Salihamidzic, Ze Roberto (einer wird noch gestrichen)

Hertha BSC Berlin

Gabor Kiraly, Marcelinho, Eyjölfur Sverrisson

FC Schalke 04

Ebbe Sand, Christian Poulsen, Niels Oude Kamphuis

Werder Bremen

Ailton, Frank Verlaat

1. FC Kaiserslautern

Vratislav Lokvenc, Lincoln

VfB Stuttgart

Krassimir Balakow, Marcelo Bordon

1860 München

Rodrigo Costa, Markus Weissenberger

VfL Wolfsburg

Kim Madsen, Diego Klimowicz

Hamburger SV

Tomas Ujfalusi, Sergej Barbarez

Borussia Mönchengladbach

Jörg Stiel, Jeff Strasser

Energie Cottbus

Radoslaw Kaluzny, Tomislav Piplica

Hansa Rostock

Andreas Jakobsson, Markus Lantz

1. FC Nürnberg

Anthony Sanneh, Sasa Ciric

Hannover 96

Mohammadou Idrissou; Nebojsa Krupnikovic

Arminia Bielefeld

Artur Wichniarek, Fatmir Vata

VfL Bochum

Thomas Christiansen, Raymond Kalla

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