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Bundesliga, 29. Spieltag: Bruchlandung für die "Wölfe"

Nach zehn Siegen in Folge hat es den VfL Wolfsburg erwischt. Und das ausgerechnet bei Abstiegskandidat Energie Cottbus. Der Ausrutscher der "Wölfe" macht die Bundesliga so spannend wie selten zuvor. Im Kellerduell spielten Gladbach und Bielefeld remis.

Ausgerechnet Abstiegskandidat Energie Cottbus hat die Siegesserie des VfL Wolfsburg gestoppt und das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga wieder spannend gemacht. Nach zehn Siegen in Serie kassierte der Tabellenführer am Sonntag mit dem verdienten 0:2 (0:0) in der Lausitz die erste Niederlage seit dem 13. Dezember des Vorjahres (1:2 in Bremen) und musste Verfolger Hertha BSC bis auf zwei Zähler herankommen lassen. Vor 15 750 begeisterten Zuschauern erzielten Dimitar Rangelow (72.) mit seinem neunten Saisontreffer und Ervin Skela (86.) die Tore für die Cottbuser, die sich eine Woche vor dem Abstiegs-"Endspiel" beim Karlsruher SC auf den 15. Tabellenrang verbesserten. Dagegen ging der bisher torgefährlichste Angriff der Liga im Stadion der Freundschaft leer aus.

Borussia Mönchengladbach hat den erhofften Befreiungsschlag im Überlebenskampf der Fußball-Bundesliga dagegen verpasst. Im Abstiegs-"Endspiel" gegen Arminia Bielefeld kam die Borussia über ein mageres 1:1 (1:1) nicht hinaus und fiel dadurch auf Abstiegsplatz 17 zurück. Vor 50 108 Zuschauern im Borussia-Park brachte Karim Matmour (13. Minute) den Altmeister zwar in Führung, doch Robert Tesche (32.) sorgte mit seinem Ausgleichstreffer für einen wertvollen Punktgewinn der Arminia, die als Tabellen-16. immerhin das Ein-Punkte-Polster vor dem Rivalen verteidigte. Für die Gladbacher wird es angesichts des äußerst schweren Restprogramms immer schwieriger, den Klassenverbleib sicherzustellen.

Zurückhaltende "Wölfe"

Die Wolfsburger traten in Cottbus nicht wie ein Titelaspirant auf. Trotz der Punktverluste der Konkurrenz am Vortag spielte die Elf von Felix Magath zunächst überraschend abwartend und lauerte nur auf Fehler des Gegners. Im zweiten Durchgang erhöhten die "Wölfe" zwar den Druck, doch das zusammen schon 38 Mal in dieser Saison erfolgreiche Torjäger-Duo Grafite/Edin Dzeko brachte diesmal nichts Zählbares zustande. Und was dennoch aufs Tor kam, wurde eine Beute des reaktionssicheren Energie-Torhüters Gerhard Tremmel.

Nach der 0:4-Packung in Schalke hatte Energie-Coach Bojan Prasnikar zugunsten einer defensiveren Ausrichtung Emil Jula als zweiten Stürmer draußen gelassen und dafür Mariusz Kukielka als zusätzliche Sicherung vor die Abwehr beordert. Die Maßnahme zeigte zunächst wenig Wirkung, denn nach verhaltenem Beginn übernahmen die "Wölfe" das Kommando. Als sich Torhüter Gerhard Tremmel bei einer Flanke von Marcel Schäfer verschätzte, vergab Grafite (13.) per Direktabnahme die erste Möglichkeit für die Gäste. Vier Minuten später meisterte Tremmel einen Schuss von Zvjezdan Misimovic aus kurzer Distanz, der im Hinspiel noch dreimal erfolgreiche Grafite jagte den Ball im Nachsetzen über das Tor.

Magath reagiert zur Pause

Doch insgesamt agierte der Titelkandidat zu vorsichtig. Die Cottbuser kämpften sich mit Skela als Antreiber in die Partie zurück. Der Albaner war es auch, der für die meiste Gefahr vor dem Tor von Diego Benaglio sorgte. Der Keeper der Wolfsburger lenkte zwei Schüsse von Skela (18./34.) reaktionsschnell zur Ecke und bewahrte seine Mannschaft vor dem drohenden Rückstand. Erst ein Ballverlust von Kukielka eröffnete den "Wolfen" vor der Pause noch eine Chance, doch der allein aufs Tor zustürmende Dzeko (40.) verzog knapp.

"Wölfe"-Coach Magath reagierte mit Wiederbeginn auf das wenig inspirierte Spiel seiner Mannschaft und ersetzte Sascha Riether und Christian Gentner durch Cristian Zaccardo und Ashkan Dejagah. Vor allem durch Fehler ihrer Abwehr gerieten die Cottbuser immer wieder in Gefahr, doch Tremmel war einfach nicht zu überwinden. In der 53. Minute rettete der Schlussmann gegen Dzeko, wenig später gegen Zaccardo (55.). Auf der Gegenseite forderte Energie vergebens den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Helmut Fleischer, nachdem Zaccardo Dimitar Rangelow auf der Strafraumlinie zu Fall gebracht hatte. Doch dann wurde der Einsatz der Lausitzer doch noch belohnt, als Rangelow eine Flanke von Iliew zum umjubelten 1:0 im Netz der Gäste versenkte. Vier Minuten vor Schluss machte Skela alles klar.

DPA / DPA

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