HOME

Bundesliga am Samstag: Was ist nur mit dem FC Bayern los?

Die Bayern spielen so schlecht wie lange nicht, Gladbach verballert gleich zwei Elfer und Werder Bremen feiert. Das Wichtigste vom Bundesliga-Samstag.

Cut am Auge, wieder nur Unentschieden: Für Thomas Müller und den FC Bayern München lief's auch schonmal runder.

Cut am Auge, wieder nur Unentschieden: Für Thomas Müller und den FC Bayern München lief's auch schonmal runder.

Die Schwächephase des FC Bayern München hält auch nach der Länderspielpause an. Der deutsche Meister und Tabellenführer der Fußball-Bundesliga spielte am Samstag selbst in Überzahl nur 2:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt. Die Leistung der Bayern war dabei noch einmal deutlich schwächer als bei den vorangegangenen Enttäuschungen gegen den 1. FC Köln (1:1) und Atlético Madrid (0:1). Der verdiente Ausgleich der Eintracht durch Marco Fabian in der 78. Minute fiel erst nach einem Platzverweis für Szabolcs Huszti (65./Gelb-Rot).

Dabei waren die Münchener vier Tage vor dem wichtigen Champions-League-Spiel gegen den PSV Eindhoven zweimal in Führung gegangen: Arjen Robben traf zum 0:1 (10.), Joshua Kimmich zum 1:2 (62.). Doch die Eintracht spielte gegen den großen Favoriten nicht nur mutig und frech, sondern war lange Zeit auch die bessere Mannschaft. Huszti glich vor der Pause zum ersten Mal aus (43.). Das sahen diesmal nur 49.500 Zuschauer, weil der Frankfurter Fanblock nach einem Sportgerichtsurteil wieder einmal leer bleiben musste.

FC Bayern München: Zwei Punkte Vorsprung in der Bundesliga

Auch nach dem zweiten Unentschieden hintereinander führen die Münchener die Bundesliga-Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung an. Ihre Auftritte haben aber nicht mehr viel mit der teils erdrückenden Dominanz und Selbstverständlichkeit der vergangenen Jahre zu tun.

Passiv in der Vorwärtsbewegung und nachlässig im Defensivverhalten überließen die Bayern der Eintracht lange Zeit dieses Spiel und gestatteten ihr dabei gleich mehrere klare Chancen. Noch vor einem Jahr hatten sich die Frankfurter bei diesem Duell (0:0) vor lauter Respekt mit elf Spielern im eigenen Strafraum verbarrikadiert.

Bei den Bayern spielte Kingsley Coman für den verletzten Franck Ribéry, Thomas Müller übernahm den Mittelstürmer-Posten des für die Champions League geschonten Robert Lewandowski. Holger Badstuber stand nach seiner Sprunggelenks-Verletzung zum ersten Mal seit dem 10. Februar wieder im Aufgebot. Er saß auf der Reservebank neben Mario Götzes jüngerem Bruder Felix, der aus der U19 aufgerückt war.

Frühe Führung durch Arjen Robben

Die frühe Führung durch Robben tat den Bayern nicht gut. Abgesehen davon, dass David Alaba bei seiner Vorarbeit im Abseits stand, verleitete dieses Tor die Münchener noch mehr zu einem gewissen Laissez-faire. Anders die überraschend angriffslustige Eintracht: Timothy Chandler traf in der 15. Minute nur den Pfosten, Torjäger Alexander Meier vergab gleich zwei dicke Chancen per Kopf (33./35.). Das 1:1 durch Huszti fiel zu diesem Zeitpunkt völlig verdient.

In der Halbzeitpause kehrten die Bayern einige Minuten früher auf den Platz zurück als ihr Gegner. Dadurch und durch die Einwechselung von Neuzugang Renato Sanches zeigten sie zumindest zeitweise eine Form von Entschlossenheit, die ihnen ansonsten zumeist völlig abging.

Das Spiel schien nun wieder den erwarteten Verlauf zu nehmen, weil Coman den Pfosten traf (54.) und eine weitere Großchance vergab (60.), ehe die Bayern durch Kimmich erneut in Führung gingen. Doch sie versäumten es nach diesem Tor und dem Platzverweis für Huszti, energisch auf eine Entscheidung zu drängen. Die Bayern taten nie mehr als unbedingt nötig - und Frankfurt wehrte sich auch in Unterzahl erfolgreich weiter. Der erneute Ausgleich durch Fabian war der Lohn für eine beherzte Eintracht und die Strafe für nachlässige Bayern.

Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:1 (1:1)

Werder Bremen hat unter dem neuen Cheftrainer Alexander Nouri seinen zweiten Saisonsieg gefeiert und einen großen Schritt aus dem Keller gemacht. Der Nordclub besiegte am Abend vor 41.000 Zuschauern im Weser-Stadion Champions-League-Starter Bayer Leverkusen mit 2:1 (1:1). Zlatko Junuzovic (13. Minute) und der 19 Jahre alte Ousman Manneh mit seinem ersten Bundesliga-Tor trafen für die Gastgeber, Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu erzielte per Kopf den zwischenzeitlichen Ausgleich (27.). Das Team von Nouri, der vor der Länderspielpause zum neuen Cheftrainer befördert worden war, kletterte durch den Erfolg zunächst auf Rang 13. Die Leverkusener rutschten durch ihre dritte Saisonpleite vorerst auf Platz neun ab. 

FC Augsburg - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Bei der Rückkehr von Schalke-Trainer Markus Weinzierl zu seinem Ex-Club FC Augsburg gab es den nächsten Dämpfer für die Königsblauen.
Durch das 1:1 stecken die Schalker mit nur vier Zählern weiter im Tabellenkeller fest. Neuzugang Nabil Bentaleb erzielte per Distanzschuss sein erstes Tor für die Schalker (65.), Ausgburg Daniel Baier besorgte den Ausgleich (77.). Überschattet wurde der Sieg von der Sprunggelenksverletzung des Schalkers Breel Embolo.

Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV 0:0 (0:0)

Zwei Foulelfmeter bekamen die Gladbacher, zweimal war der Ball nicht drin. HSV-Keeper René Adler parierte den Schuss von André Hahn (26.), Lars Stindl traf nach einer Stunde nur die Latte. Die Hamburger, die nach der Roten Karte wegen einer Notbremse für Cleber (25.) mehr als 60 Minuten lang in Unterzahl spielen mussten, erkämpften sich ihren ersten Punkt unter Markus Gisdol und kletterten auf Rang 17. Die Gastgeber liegen vor dem Champions-League-Duell mit Celtic Glasgow weiter hinter den internationalen Ränge in der Bundesliga.

1. FC Köln - FC Ingolstadt 04 2:1 (2:0)

Mit ihrem vierten Sieg im siebten Spiel bauten die Kölner ihren grandiosen Start in die neue Saison weiter aus und kletterten auf Rang zwei. Der zuvor angeschlagene Torjäger Anthony Modeste, dessen Einsatz bis zuletzt unklar war, schoss die Gastgeber mit zwei Toren (28./39./Foulelfmeter) zum verdienten Erfolg gegen die weiter sieglosen Ingolstädter. Mit sieben Treffern übernahm Modeste die Führung in der Torschützenliste. Die Gäste stürzten durch die sechste Pleite in Serie auf den letzten Tabellenplatz ab. Lukas Hinterseer gelang nur noch der Ausgleich für die Schanzer (90.).

TSG 1899 Hoffenheim - SC Freiburg 2:1 (1:0)

Die TSG Hoffenheim feierte ihren dritten Sieg in Serie und hat weiter Anschluss an die internationalen Ränge. Stürmer Sandro Wagner nach einem krassen Fehlpass von Freiburgs Caglar Söyüncü (34.) und Andrej Kramaric per Foulelfmeter (81.) trafen für Hoffenheim. Söyüncü, der auch den Elfmeter verursacht hatte, gab für Freiburg die Vorlage zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Florian Niederlechner (78.). Die Mannschaft von Julian Nagelsmann kletterte durch den Sieg mit 13 Zählern auf Rang fünf, punktgleich mit Borussia Dortmund.

feh / DPA

Wissenscommunity