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Bundesliga im stern-Check Niederlage gegen Gladbach: Die Bayern haben einen Burn-out

Bayerns Leon Goretzka (l.) und Joshua Kimmich
Bayerns Leon Goretzka (l.) und Joshua Kimmich schleichen nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach mit hängenden Köpfen vom Platz
© Martin Meissner / DPA
Der FC Bayern hat gegen Borussia Mönchengladbach eine Führung aus der Hand gegeben und verloren – was ist beim Triplesieger nur los? Borussia Dortmund meldet sich hingegen eindrucksvoll zurück und Schalke gelingt ein Wunder.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 15. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Ein Kollege, der Borussia-Dortmund-Fan ist, witzelte nach dem Sieg gegen die TSG Hoffenheim, nicht mal Negativ-Rekorde kann der FC Schalke 04 brechen. Schließlich galt es, den "Bestwert" von Tasmania Berlin von 31 nicht gewonnenen Spielen am Stück einzustellen. Das hat zum Ärger des Kollegen nicht geklappt, war aber natürlich eine Erlösung für die Leid geplagten Schalker. 

In der ersten Halbzeit sah es lange nicht gut aus, Hoffenheim war überlegen und hatte Torchancen. Doch offenbar wollte der Fußballgott die Schalker nicht noch mehr demütigen als ohnehin schon, und so ereignete sich ein kleines Fußballwunder: Statt wie sonst üblich in Rückstand zu geraten, ging das Team von Christian Gross plötzlich in Führung, und das durch ein wunderbares Tor eines 19-jährigen US-Amerikaners Matthew Hoppe (siehe unten). Und siehe da, der US-Boy schoss gleich noch zwei Tore mehr und Amine Harit krönte seine großartige Leistung ebenfalls mit einem Treffer, und so stand es beim Schlusspfiff 4:0. Da lagen sich die Schalker in den Armen und jubelten, wie sie nie zuvor gejubelt hatten. Jetzt sind sie nicht mehr Tabellenletzter und schöpfen wieder Hoffnung.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Als 19-Jähriger drei Tore in einem Spiel zu schießen, ist schon außergewöhnlich. Und wenn es in einem besonderem Spiel passiert (siehe Aufreger), setzt es dem Ganzen die Krone auf. Das erste Tor des Schalker Talents Matthew Hoppe war das schönste. Nach einem Pass von Amine Harit schlenzte Hoppe den Ball höchst elegant aus spitzem Winkel an Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann vorbei und leitete den historischen Sieg ein.

Gewinner des Spieltages

Das war reife eine Leistung von Borussia Dortmund. Mit 3:1 gewann der BVB gegen den VfB Leipzig – ein Ergebnis, mit dem die meisten nicht gerechnet hatten, auch nicht eingeschworene BVB-Fans. Nach der Halbzeit drehten die Gäste richtig auf. Gegen die offensive Wucht hatten die Leipziger, die auf den ersten Tabellenplatz hätten springen können, nichts auszurichten. Marco Reus zeigte sich fast wieder in alter Form, bereitete ein Tor mit der Hacke und war an allen beteiligt. Haaland erzielte zwei Treffer, die er teilweise selbst einleitete und Jadon Sancho brachte die Dortmunder in Führung. Mit dem Sieg hat der junge Trainer Edin Terzic ein echtes Ausrufezechen gesetzt.

Verlierer des Spieltages

Es lief alles nach Plan. Das 1:0 durch Lewandowski per Strafstoß, das 2:0 durch Goretzka durch eine strammen Schuss ins Eck – die Bayern waren gegen Borussia Mönchengladbach auf der Siegerstraße. Doch dann unterliefen ihnen Fehler, ein Fehlpass von Pavard, ein Ballverlust von Kimmich und ein Fehlpass von Süle – Gladbach nutzte die Schwächen des Gegners, drehte die Partie und gewann. Nur weil Verfolger Leipzig ebenfalls patzte, bleiben die Bayern an der Tabellenspitze. Neu ist die defensive Anfälligkeit nicht, aber zum ersten Mal hat sie in der Bundesliga zu einer Niederlage geführt (die Niederlage gegen Hoffenheim hatte andere Gründe). Langsam wird die Fehleranfälligkeit zum Problem. 24 Gegentreffer haben die Bayern schon kassiert. In der Regel wird man so nicht Meister. Offenbar fehlt der Mannschaft im Moment die nötige Konzentration, weil sie möglicherweise durch den engen Terminplan und die fehlende Pause nach dem Triplesieg erschöpft ist, also eine Art Burnout hat. Oder der Rekordmeister nimmt die Konkurrenz nicht ernst genug. Kann auch sein.

Bild des Spieltages

Leverkusens Kerem Demirbay fasst sich an den Kopf
Leverkusens Kerem Demirbay fasst sich an den Kopf. Gegen Beton-Bremer, die ausgerechnet aus einer Torchance ein Tor machten, reichte es nur zu einem 1:1. Eigentlich zu wenig für die ambitionierten Leverkusener, die seit drei Spielen nicht gewonnen haben. Das frustriert. Trotzdem stehen sie immer noch vor dem BVB auf einem Champions-League-Platz.
© Wolfgang Rattay / DPA

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