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Bundesliga-Sonntagsspiele: Strohhalme für FCK und Nürnberg

Der 1. FC Kaiserslautern schoss sich gegen Borussia Mönchengladbach zurück in die Erfolgsspur und darf wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Ähnlich sieht es für Nürnberg aus - auch, wenn die Franken gegen Arminia Bielefeld nicht trafen.

Der 1. FC Kaiserslautern hat Borussia Mönchengladbach nach allen Regeln der Fußball-Kunst vorgeführt und darf nach dem höchsten Saisonsieg wieder auf den Bundesliga-Klassenerhalt hoffen. Durch einen 3:0 (2:0)-Erfolg verkürzte der Tabellen-16. sieben Spieltage vor dem Saisonende den Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf nur noch einen Punkt. "Das war wohl der wichtigste Sieg, seit ich hier bin. Er kam zur rechten Zeit. Wir werden der Konkurrenz im Abstiegskampf das Fürchten lehren", sagte Trainer Wolfgang Wolf, der im November den glücklosen Michael Henke abgelöst hatte.

Mit einem Doppelpack binnen 101 Sekunden stellte Halil Altintop (32./33.) die Weichen. Mit einem Kunstschuss bescherte Ervin Skela (66.) den 35.861 Zuschauern auf dem Betzenberg endgültig das erhoffte Freudenfest. Die weiter auswärtsschwachen Gladbacher mussten im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz einen herben Rückschlag hinnehmen. "Wir können hinfahren, wo wir wollen. Wir verlieren überall", sagte Trainer Horst Köppel schimpfend und stellte fest: "Das war eine riesige Enttäuschung."

FCK zurück in der Erfolgsspur

Seit neun Auswärtsspielen hat die Borussia nunmehr nicht mehr gewonnen. "Das war gar nichts", sagte Manager Peter Pander und kündigte eine Aussprache an. "Vom UEFA-Cup brauchen wir nicht reden nach solchen Leistungen", sagte er. Kaiserslautern dagegen fand nach den Niederlagen in Hamburg und Dortmund in imponierender Manier den Weg zurück in die Erfolgsspur. Dabei vergab der zunächst von Altintop mustergültig freigespielte Marcelo Pletsch nach einer Viertelstunde die allererste Chance. Der frühere Gladbacher brachte das Kunststück fertig, den Ball aus sieben Metern über das leere Tor zu schlagen. Der zunächst schwachen Begegnung drückte dann Altintop seinen Stempel auf. Nach einem langen Pass in die Spitze tauchte er alleine vor Gladbachs Torhüter Kasey Keller auf und ließ dem Amerikaner mit einem Flachschuss keine Chance. Wenig später leitete Mihail Mikic zum freistehenden Türken weiter und erneut war Keller ohne Chance. Exakt 101 Sekunden nach dem Führungstreffer bejubelte der zu Schalke 04 wechselnde türkische Nationalspieler seinen 16. Saisontreffer.

Sieben Minuten vor der Halbzeitpause rettete Torhüter Florian Fromlowitz die Führung und parierte einen Schuss von Oliver Neuville. Nach seinem Handspieltor in der letzten Saison wurde der Nationalspieler ausgepfiffen. Auch nach dem Wechsel schafften es die harmlosen Gladbacher nicht, die Hausherren unter Druck zu setzen. Nachdem Ingo Hertzsch nach einem Zusammenprall mit einer Gehirnerschütterung vom Platz getragen werden musste, sorgte Skela mit seinem vierten Saisontor für die Entscheidung. Nach einer Ecke von Blank ließ der Albaner Nationalspieler Marcell Jansen aussteigen und traf aus 15 Metern in den Winkel.

Nürnberg auf dem Weg zum Klassenerhalt

Der 1. FC Nürnberg hat einen weiteren Schritt in Richtung Klassenverbleib getan. Beim 0:0 gegen Arminia Bielefeld ging zwar die "Ein-Mann-Show" von Robert Vittek, aber nicht der Nürnberger Aufwärtstrend zu Ende. Auch ohne einen Torerfolg des zuletzt in drei Partien acht Mal erfolgreichen slowakischen Angreifers blieb die Mannschaft von Trainer Hans Meyer im vierten Spiel nacheinander ohne Niederlage. Beide Teams können sich nach einem über weite Strecken unansehnlichen Spiel bei vier Punkten Abstand zum rettenden Ufer ihrer Sache allerdings noch nicht sicher sein.

"Da geht es uns wie zehn anderen Vereinen auch", sagte Bielefelds Coach Thomas von Heesen. "Das wird wahrscheinlich an den letzten beiden Spieltagen entschieden." Dennoch war er nicht unzufrieden: "Vom Spielverlauf her hätten wir gewinnen müssen, aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war in Ordnung." Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick ergänzte: "Ich halte uns für psychisch so stabil, dass wir mit dem Unentschieden leben können." Das können offensichtlich auch die Franken. "Das war ein typisches 0:0. Beide Mannschaften haben sich neutralisiert. Dieser Punkt tut uns in unserer Situation gut", sagte "Club"-Trainer Meyer.

Von Top-Form keine Spur

Bei den Ostwestfalen stand vor 19.717 Zuschauern in der Schüco- Arena überraschend Artur Wichniarek nach seinem vor vier Wochen erlittenen Muskelfaserriss erstmals wieder in der Anfangsformation. Die Nürnberger begannen mit der gleichen Aufstellung wie vor einer Woche beim 3:1-Sieg gegen Werder Bremen, doch von der zuletzt gezeigten Top-Form war wenig zu sehen. In einer von viel Kampf geprägten Partie ließ die in der Abwehr sicher stehende Arminia in den ersten 45 Minuten keine Tormöglichkeit der Gäste zu und kam durch zwei Konter zu den einzigen gefährlichen Strafraumszenen der ersten Hälfte. Zunächst verfehlte Sibusiso Zuma nach einem Fehler von Glauber aus kurzer Distanz das Tor (5.), wenig später rettete Nürnbergs brasilianischer Verteidiger vor dem Südafrikaner per Kopf.

Bielefelds Keeper Mathias Hain blieb gegen die zuletzt so starken "Club"-Spitzen in der ersten Hälfte beschäftigungslos. Der Offensive der Gäste um Vittek, Ivan Saenko und Markus Schroth fehlte gegen die kompakte Hintermannschaft der Arminia die Durchschlagskraft.

Lebhaftere zweite Halbzeit

Erst nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel der Tabellennachbarn munterer - allerdings nur für kurze Zeit. Drei Minuten nach Wiederanpfiff setzte sich Schroth erstmals in Szene, sein Ball ging jedoch knapp übers Tor. Der in der ersten Hälfte völlig blass gebliebene Wichniarek hatte in der 52. Minute die bis dahin größte Chance für Bielefeld, doch nach seinem Schuss aus 17 Metern sprang der Ball vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld. Die Gastgeber verstärkten noch einmal ihre Offensivbemühungen, blieben aber einfallslos. Fünf Minuten vor Schluss vergab der eingewechselte Radomir Dalovic. Auch wenn die Bielefelder sich weiter mühten, mussten sie sich nach zuletzt drei Heimsiegen in Folge mit einer Punkteteilung vor heimischem Publikum begnügen.

DPA / DPA

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