Bundesliga-Vorschau Pfeifkonzert und Pulverfaß


Der zweite Spieltag der Fußball-Bundesliga hat es in sich: In Bremen erwartet Rückkehrer Miro Klose und den FC Bayern ein hasserfülltes Pfeifkonzert, das Ruhr-Derby zwischen Schalke und Dortmund gleicht einem Pulverfass und beim Spiel des HSV gegen Leverkusen steht nur ein Spieler im Focus.

Am 2. Spieltag steht der Bundesliga bereits ein absoluter Saison-Höhepunkt bevor. Angesichts der Rückkehr des neuen Bayern-Stars Miroslav Klose nach Bremen, des emotionsgeladenen Revierderbys zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund und der dubiosen Auszeit von HSV-Kapitän Rafael van der Vaart herrscht vielerorts Reizklima. Die Angst vor einer heftigen Reaktion der Fans veranlasste viele Vereinsvertreter zu moralischen Appellen. "Es gibt eine sportliche Rivalität, aber Begriffe wie Hass lehnen wir ab", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs.

In seinem ersten Spiel im Weserstadion seit dem viel diskutierten Wechsel droht Klose ein Spießrutenlauf. Noch immer sind viele Werder-Fans schlecht auf die damaligen Geheimverhandlungen des Torjägers mit den Bayern zu sprechen. Der Plan, den Abtrünnigen vor dem Anpfiff mit einem Blumenstrauß zu verabschieden, sorgt für lebhafte Diskussionen. Was die einen als deeskalierende Maßnahme begrüßen, werten andere als gewagte Prozedur. Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld gehört zu den Befürwortern: "Das ist eine noble Geste."

Ernsthafte Prüfung für die Bayern

Das Gerede über Klose stellt die sportlichen Aspekte in den Hintergrund. Dabei verheißt die Partie auch ohne Nebengeräusche höchsten Unterhaltungswert: Schließlich steht dem hochgelobten FC Bayern nach dem leichten Startsieg gegen Aufsteiger Rostock die erste Reifeprüfung unter verschärften Bedingungen bevor. Nicht nur der Saison-Stotterstart und die Verletzungsmisere der Bremer, sondern auch der Glaube an die eigene Stärke stimmt Bayern-Manager Uli Hoeneß zuversichtlich: "Für Bremen wird es schwerer als für uns."

Nicht nur in Bremen besteht Explosionsgefahr. Auch vor dem 130. Revierderby hatten beschwichtigende Statements Hochkonjunktur. Vorbeugende Maßnahmen machen Sinn: Viele Schalker-Fans reagierten auf die Schadenfreude vieler Borussen-Anhänger nach dem 0:2 am zweitletzten Spieltag der vergangenen Saison, als der damalige Tabellenführer aus Gelsenkirchen die Meisterschaft verspielte, mit Wut. Ein Friedensgipfel der Erzrivalen und eine Zeitungsanzeige im Vorfeld der Partie sollten zu einer Entspannung beitragen. Gleichwohl sinnen die Schalker Profis auf Revanche - auf rein sportlicher Ebene. "Diejenigen, die damals gelacht haben, sollen am Samstag nicht mehr lachen", sagte Gerald Asamoah.

Fragwürdige Rückenverletzung bei van der Vaart

Von Normalität kann auch in Hamburg keine Rede sein. Die fragwürdige Rückenverletzung des wechselwilligen Spielmachers van der Vaart, der beim.0:0 seines Teams in Budapest gefehlt hatte, stört die Vorbereitung auf die Partie gegen Leverkusen am Sonntag empfindlich. HSV-Spordirektor Dietmar Beiersdorfer schickte einen Brief an den FC Valencia, in dem er anmahnte, die Bemühungen um van der Vaart "unverzüglich einzustellen". Kopien gingen auch an die DFL und die Fifa. Abwehrspieler Collin Benjamin gab die Stimmung wieder: "Der HSV ist in den letzten 100 Jahren ohne van der Vaart ausgekommen und wird es auch die nächsten 100 Jahre. Aber ich hoffe, dass er gegen Leverkusen wieder dabei ist."

Dem Titelverteidiger aus Stuttgart bereiten andere Dinge Kopfzerbrechen. Nicht zuletzt auf Grund der schleppenden Genesung von Torjäger Mario Gomez droht ein Fehlstart: Nach dem 2:2 im Saison- Auftaktspiel gegen den FC Schalke steht das Team von Trainer Armin Veh beim Spiel in Berlin unter Zugzwang. "Wir werden noch Zeit brauchen, bis wir bei 100 Prozent sind - ein paar Wochen", klagte der Stuttgarter Fußball-Lehrer. Mit ähnlich gemischten Gefühlen sieht "Alleinherrscher" Felix Magath dem Spiel seiner Wolfsburger Mannschaft entgegen: Schließlich bekommt sie es nach der ernüchternden Heimschlappe gegen Bielefeld mit dem famos gestarteten Aufsteiger aus Duisburg zu tun. Die Neuzugänge Josue und Jan Simunek sollen weiteres Unheil verhindern.

Heinz Büse/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker