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Fußball-Bundesliga: Mainz 05 und der HSV gewinnen

Werder Bremen lag gegen Mainz 05 schnell mit 0:2 zurück. In der Schlussphase wurde es trotzdem noch knapp für die Mainzer. Die Partie zwischen HSV und Hannover 96 war da eine klarere Angelegenheit.

Nach haarsträubenden Fehlern von Torhüter Sebastian Mielitz und Co. ist Werder Bremen wieder tiefer in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga gerutscht. Die in der Hintermannschaft völlig indisponierten Hanseaten unterlagen am Sonntag dem FSV Mainz 05 2:3 (0:2) und finden sich mit 15 Punkten nur noch auf dem zwölften Tabellenplatz wieder. Die Bremer gewannen damit nur eines ihrer letzten sieben Spiele. Mainz bestätigte dagegen mit dem dritten Sieg aus den letzten vier Spielen seinen Aufwärtstrend und ist nun schon wieder Siebter.

Allerdings durften sich die Mainzer bei ihren ersten beiden Toren von Nicolai Müller (17.) und Shinji Okazaki (17.) vor 38.000 Zuschauern im Weserstadion über Bremer Geschenke freuen. Speziell der in der Vergangenheit schon oft kritisierte Schlussmann Mielitz erwischte einen schwarzen Tag. Zunächst unterlief dem Keeper bei einem langen Ball von Sebastian Polter ein Stellungsfehler, den Müller mit einem Heber aus 25 Metern eiskalt ausnutzte. Kurz darauf verschätzte sich Mielitz bei einer Bogenlampe von Zdenek Pospech. Der Ball fiel auf die Latte, den Abpraller verwerte der sträflich allein gelassene Okazaki aus kurzer Entfernung. Im zweiten Durchgang sorgte der Japaner auch für die Vorentscheidung (70.). Die Bremer Tore durch Eljero Elia (85.) und Franco Di Santo (89.) kamen zu spät.

Die Mainzer zeigten sich in der Anfangsphase hellwach und bestraften die Bremer Unzulänglichkeiten in der Defensive. Dabei waren es nicht nur die Unsicherheiten von Mielitz, auch in der Abwehrkette fehlte die Abstimmung, so dass die Gäste mit schnell vorgetragenen Kontern immer wieder gefährlich wurden. Dabei machte sich die Rückkehr von Müller ins Team bezahlt. Der 26-Jährige, der zuletzt wegen einer hartnäckigen Verletzung am Sprunggelenk pausiert hatte, kam zu seinem siebten Saisontor und war stets gefährlich.

Fehlerlose Vorstellung von Karius

Aber auch die Bremer hatten ihre Chancen: Im ersten Durchgang vergab Assani Lukimya die beste Möglichkeit, als er den Ball per Kopf an den Pfosten setzte (22.). In dieser Situation wäre der 20 Jahre alte Mainzer Keeper Loris Karius, der die Stammleute Heinz Müller (Hüftverletzung) und Christian Wetklo (Rotsperre) hervorragend vertrat, ebenso machtlos gewesen wie eine Minute später bei einer Chance von Davie Selke. Nur um Zentimeter strich der Kopfball des 18-Jährigen am Tor vorbei. Selke stand in seinem dritten Bundesligaspiel erstmals in der Startelf. Neben dem Youngster war auch Di Santo nach auskuriertem Muskelfaserriss ins Team zurückgekehrt.

Dafür verletzte sich kurz vor der Pause der nächste Bremer, als Felix Kroos vom Feld humpelte und durch Mehmet Ekici ersetzt wurde. Aber auch Mainz musste zur zweiten Halbzeit den am Knie verletzten Pospech ersetzen.

Angesichts der 2:0-Führung zogen sich die Mainzer in der zweiten Halbzeit weiter zurück und überließen Werder die Initiative. Dabei hatte di Santo bei einem Kopfball Pech, als Karius stark parierte (51.). Der Youngster im Mainzer Tor rückte immer mehr in den Blickpunkt, lieferte aber - anders als sein Gegenüber – eine fehlerlose Vorstellung ab. So war er auch zur Stelle, als Aaron Hunt alleine auf ihn zulief (66.). Eine Minute später entschärfte er einen Schuss von Elia. Besser machten es die Mainzer, die einen Konter durch Okazaki abschlossen und für die Vorentscheidung sorgten. In der Schlussphase machte es Werder durch Elia und Di Santo noch einmal spannend.

HSV dreht die Partie gegen 96

Der Hamburger SV hat den taumelnden Nord-Rivalen Hannover 96 noch tiefer in die Krise geschossen. Das 3:1 (1:1) des HSV war für die Niedersachsen schon die sechste Pleite im sechsten Auswärtsspiel dieser Saison in der Fußball-Bundesliga. Nach nun sieben Partien ohne Sieg hat Hannover als Tabellen-13. nur noch drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, Trainer Mirko Slomka gerät zunehmend unter Druck.

Der Führungstreffer von Szabolcs Huszti in der 28. Minute war für die Gäste vor 52.091 Zuschauern zu wenig. Milan Badelj (31.), Maximilian Beister (46.) und Rafael van der Vaarts Vertreter Hakan Calhanoglu (84.) beendeten am Sonntag mit ihren Toren die kurze Schwächephase der Hamburger nach zuvor zwei Niederlagen. Hannovers Salif Sané sah zudem noch Gelb-Rot (90.).

Beide Teams waren nach ihrer jüngsten Misere in der Pflicht. Die Hamburger mussten dabei erstmals in dieser Saison auf Kapitän van der Vaart verzichten, der wegen eines Bänderrisses fehlte und auf der Spielmacher-Position von Calhanoglu bestens ersetzt wurde. Zunächst tat sich der HSV aber ebenso wie 96 schwer, zwingende Chancen herauszuspielen. Einzig Torjäger Pierre-Michel Lasogga prüfte Gäste-Keeper Ron-Robert Zieler mit einem Flachschuss in der Anfangsphase ernsthaft (14.).

96 für drei Minuten in Führung

So musste ein haarsträubender Fehler der Hamburger Defensive her, um die Partie in Fahrt zu bringen. Nach einem riskanten Pass von Nationaltorwart René Adler vertändelte Tomas Rincon den Ball gegen Huszti. Der Ungar stürmte frei auf Adler zu und schob cool ein. "Das passiert uns leider zu oft", klagte Tribünengast van der Vaart im TV-Sender Sky.

Doch die Führung der Niedersachsen, die schon früh auf ihren angeschlagenen Kapitän Lars Stindl verzichten mussten, hielt nur drei Minuten. Einen Freistoß von Calhanoglu faustete Zieler genau auf den Fuß von Badelj, der mit einem feinen Volley-Heber aus 25 Metern ins verwaiste Tor traf - 1:1.

Wirklich besser wurde das Niveau der Partie aber auch nach dem kurzen Feuerwerk nicht. Beide Mannschaften leisteten sich zu viele Fehler. Lasoggas Schuss (33.) und ein Kopfball von Jonathan Tah (43.) brachten zumindest noch einmal Gefahr vor das Hannover-Tor.

Hannover unbeholfen

Nur wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel bestrafte dann Beister eine Unachtsamkeit der Gäste-Abwehr. Heiko Westermann war zuvor bei seiner Flanke völlig ungestört geblieben, auch der Torschütze hatte bei seinem Kopfball viel Platz. Auch danach wirkten die Hausherren entschlossener und gefährlicher. Lasogga verpasste ebenso die Vorentscheidung (48.) wie Calhanoglu bei seinem Freistoß (62.). So mussten Trainer Bert van Marwijk und sein Team lange zittern.

Hannovers Bemühungen wirkten jedoch oft unbeholfen, Slomkas Elf war nach der Auswärts-Pleitenserie völlig verunsichert. Auch die Einwechslung von Artur Sobiech als zusätzlicher Stürmer brachte nichts mehr. Stattdessen beseitigte Calhanoglu alle Zweifel am HSV-Sieg. Nach Vorarbeit von Badelj und Beister vollendete er mit einem trockenen Flachschuss ins rechte Eck.

tkr/DPA / DPA

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