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Bundesliga

Lewandowski-Wechsel Die Liga muss auf Dortmund hoffen

Stürmer Robert Lewandowski wechselt von Borussia Dortmund zu den Bayern. Die Dortmunder müssen sich nun auf eine ihrer Qualitäten besinnen, damit nicht die ganze Liga unter diesem Transfer leidet.
Ein Kommentar von Thomas Krause

Nun ist es endlich offiziell: BVB-Stürmer Robert Lewandowski hat beim FC Bayern München einen Fünfjahresvertrag unterschrieben und wechselt im Sommer ablösefrei an die Isar. Für die Dortmunder ist das nach dem Abgang von Mario Götze in Richtung München der nächste herbe Verlust. Die Bayern dürften damit ihre Vormachtstellung in der Bundesliga zementieren. "Wir sind sehr zufrieden, dass uns dieser Transfer gelungen ist", sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, "Robert Lewandowski ist einer der weltweit besten Stürmer, er wird den Kader des FC Bayern verstärken und uns nochmals einen Schub geben."

Dass Lewandoski zu den Bayern wollte, war schon lange bekannt - und verständlich. Immerhin gehörte Lewandowski zwar zu den absoluten Spitzenspielern der Borussen, aber bei weitem nicht zu den Spitzenverdienern. "Nur" rund 1,5 Millionen Euro Grundgehalt soll Lewandowski bekommen haben, bis Dortmund seinem Wechsel im Sommer einen Riegel vorschob und dafür sein Gehalt für den Rest der Saison auf fünf Millionen Euro anhob. Eine Investition, die sich gelohnt hat: Immerhin führt Lewandowski zur Winterpause mit elf Treffern - gemeinsam mit Herthas Ramos - die Torschützenliste an. In der Liga liegt der BVB dennoch bereits zwölf Punkte hinter den Bayern auf dem vierten Tabellenplatz. Ohne die Lewandowski-Tore wäre der BVB sogar nur im Mittelfeld der Liga.

Ziel: Titel gewinnen

Aus Bayern-Sicht kann man sich hingegen die Frage stellen: Brauch der Liga-Primus noch einen Stürmer vom Format eines Robert Lewandowski? Bayerns Mario Mandzukic hat bisher auch nur ein Tor weniger geschossen als Lewandowski. Für Thomas Müller - zweitbester Torschütze der Bayern - stehen immerhin sieben Treffer zu Buche. Aber Transfers, die einen Konkurrenten schwächen, waren bei den Bayern schon immer gern gesehen. Hinzu kommt: Ein Stürmer von Lewandowskis Qualität, der auch noch ablösefrei ist, passt genau ins bayerische Beuteschema. Unter Trainer Pep Guardiola lautet das Ziel der Bayern mehr denn je, Titel zu gewinnen. Sogar als erster Verein einen Champions-League-Titel zu verteidigen, scheint in den nächsten Jahren machbar. Die Titelchancen dürften bei Lewandowskis Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Für den BVB ist dagegen noch lange nicht sicher, dass der Verein nächste Saison überhaupt in der Champions League spielt.

Lewandowski selbst ist 25 Jahre alt, die besten Jahre seiner Karriere dürften nun vor ihm liegen. Da liegt es nicht nur des Geldes wegen nahe, zum Verein mit den größten Ambitionen zu wechseln. Zwar hat auch Real Madrid Interesse am polnischen Nationalstürmer bekundet, doch die Strahlkraft der Galaktischen hat nachgelassen. Die Bayern bewegen sich auf Augenhöhe mit Real Madrid und dem FC Barcelona. Borussia Dortmund hat zwar in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen, aber zu den ganz großen europäischen Klubs gehört der BVB noch nicht.

Lewandowski-Ersatz nicht nur für BVB wichtig

Eine Qualität von Borussia Dortmund ist es, talentierte Spieler zu Spitzenspielern weiterzuentwickeln. Auch Robert Lewandowski kann dafür als Beispiel dienen. 2010 für 4,5 Millionen von Lech Posen geholt, hat er inzwischen einen Marktwert von schätzungsweise 39 Millionen. Auf diese Weise konnte der BVB Abgänge immer gut kompensieren. Nur beim etwas überraschenden Wechsel Mario Götzes zu den Bayern mussten die Dortmunder tief in die Tasche greifen: Götze-Nachfolger Henrikh Mkhitaryan kostete nach Angaben seines alten Vereins Schachtar Donezk 27,5 Millionen Euro.

Doch beim schon lange kolportierten Lewandowski-Wechsel hat der BVB deutlich mehr Zeit für die Suche eines Ersatzes. Vielleicht finden die Dortmunder ja einen Spieler, der den Abstand zu den Bayern kleiner hält als gedacht. Zu wünschen wäre es nicht nur den Dortmundern. Sonst drohen der ganzen Bundesliga Jahre der Langeweile.


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