HOME

Borussia Dortmund in der Bundesliga: So kommt der BVB wieder oben ran

Ja, der BVB ist nicht mehr Letzter. Doch die Lage ist immer noch ernst. Langfristig braucht Dortmund die Champions-League-Gelder. Wie die Aufholjagd noch in dieser Saison gelingen könnte.

Von Felix Haas

Sebastian Kehl fordert "Kampf annehmen, zusammenrücken"

Sebastian Kehl fordert "Kampf annehmen, zusammenrücken"

Die beste Nachricht für alle BVB-Fans lautete nach dem vergangenen Spieltag: Die Borussia ist nicht mehr Letzter. Der Sieg gegen Hoffenheim verschaffte etwas Luft im Abstiegskampf. Die schlechte Nachricht bleibt: Jürgen Klopps Team steht in der unteren Tabellenhälfte - und bleibt damit weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Um das Team zusammenzuhalten, um die Kosten des Kaders langfristig stemmen oder gar steigern zu können, ist der BVB auf das internationale Geschäft angewiesen. Club-Boss Hans-Joachim Watzke sagte dem stern: "Wenn wir nicht Champions League spielen, wird es schwieriger, unsere gefühlt zweite Position zu halten."

Eine Aufholjagd ist noch in dieser Saison möglich. Neun Punkte trennen die Borussia vom Champions-League-Qualifikations-Platz. Warum die BVB-Profis dennoch nicht an eine Siegesserie denken sollten, und warum die Fans viel Geduld brauchen: Die wichtigsten Kritierien für den Kampf zurück ins obere Drittel.

1. Kehl: "Kampf annehmen, zusammenrücken"

Sebastian Kehl hat bei der Borussia schon alles erlebt. Seit 2002 streift er sich das schwarz-gelbe Trikot über. Er kam, als die Borussia eine große Nummer war, erlebte den (finanziellen) Absturz - und den erneuten Aufstieg zur Nummer zwei des deutschen Fußballs unter Jürgen Klopp. Nach dem Spiel gegen Hoffenheim sagte er dem stern: "Klar hat uns die Situation überrascht. Ich glaube, dass wir es jetzt begriffen haben, zumindest ansatzweise. Dass wir den Kampf annehmen, dass wir zusammenrücken." Kehl gibt also die Richtung vor. Die Urtugenden des Fußballs sind gefragt: kämpfen und zusammenhalten.

2. Von Spiel zu Spiel denken

Nach dem verkorksten Spiel gegen den 1.FC Köln sagte Sportdirektor Michael Zorc schon Ende Oktober: "Momentan sind wir da unten mit drin, der Abstand nach oben wird immer größer. Aber wir brauchen jetzt nicht über Saisonziele zu sprechen, sondern müssen sehen: Wann ist das nächste Bundesligaspiel und das muss gewonnen werden." Der BVB sollte sich also mehr denn je die klassische Fußballdevise zu Herzen nehmen - und "von Spiel zu Spiel" denken. Der Gedanke an eine Aufholjagd kann den gegenteiligen Effekt haben. Das betont auch Watzke. "Am Ende haben wahrscheinlich in unserer Mannschaft zu viele gedacht: Das löst sich schon wieder, vielleicht diese Woche. Oder nächste."

3. Die Konkurrenz muss mitspielen

Neun Punkte Abstand auf Platz vier - das klingt erstmal nach einer geringen Differenz. Doch die Borussia sollte nicht zu sehr nach oben schielen, das forderte vor Wochen bereits Sportdirektor Michael Zorc. Denn klar ist auch: Zwischen Bayer Leverkusen auf Platz vier und Dortmund auf Platz 14 stehen immerhin 10 Mannschaften. Die dürften für eine schnelle Aufholjagd alle nicht Punkten. Das ist nicht möglich. Watzke schätzt die Situation derzeit so ein: "Diese Situation wird uns noch durch den Winter begleiten." Die BVB-Fans sollten also nicht auf einen schnellen Durchmarsch nach oben hoffen.

4. Immobile muss auch in der Liga treffen

Immobile knipst! Bisher allerdings leider hauptsächlich in der Champions League (vier Treffer in fünf Spielen). In der Bundesliga ist der Italiener mit seiner Torausbeute noch nicht zufrieden. Immobile ist aber überzeugt, sich durchsetzen zu können: "Meine Zeit beim BVB wird kommen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Jeder habe ihm gesagt, dass es in den ersten sechs bis acht Monaten in Dortmund schwer werden würde. Boss Watzke verteidigt Immobile: "Robert Lewandowski kam 2010 und hat ein Jahr Zeit bekommen. Jetzt kommen Ramos und Immobile in einer schwierigen Situation in die Mannschaft und sollen es richten. Das kann man von Zlatan Ibrahimovic erwarten, wenn der für 70 Millionen kommt, dass er sofort funktioniert. Sonst aber nicht", sagte er zum stern. Am besten wäre es wohl ohnehin, wenn der Italiener einfach seine Torquote aus den Pokalwettbewerben auf die Liga überträgt. Dann gäbe es keinen Grund mehr zu zweifeln.

5. Gündogan sollte (wieder) das Team führen

Ilkay Gündogan erzielte gegen Hoffenheim den wichtigen Treffer des Tages und war Taktgeber im BVB-Spiel. Der Mittelfeld-Star arbeitet sich Woche für Woche zu der Form zurück, die ihn 2013 zu einem der besten Mittelfeldspieler der Welt machte. Jürgen Klopp hat ihn behutsam herangeführt. Jetzt ist Gündogan fast wieder so weit, ein echter Leader zu sein. Er sollte diese Rolle annehmen. Egal ob Kehl, Bender oder Sahin - keiner der Dortmunder Mittelfeldgranden kann das Spiel so schnell und durchdacht lenken wie Gündogan.

Wissenscommunity