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Analyse

Champions League: BVB zerlegt Atlético - vier Gründe für den Mega-Lauf der Dortmunder

Der BVB überrollt Atlético Madrid in der Champions League und bleibt weiter in allen Wettbewerben ungeschlagen. Warum es bei Borussia Dortmund im Moment so gut läuft.

Der BVB hatte nach dem 4:0 über Atlético in der Champions League allen Grund zum Feiern

Der BVB hatte nach dem 4:0 über Atlético in der Champions League allen Grund zum Feiern

Getty Images

Von einer Bewährungsprobe war vor dem Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid die Rede. Und wenn es eine war, so hat sie der BVB mit Bravour bestanden. Mit 4:0 fegte Dortmund die Gäste aus dem Stadion. Nie verloren die Defensivkünstler aus Spaniens Hauptstadt auf internationaler Bühne höher. In einem knappen Spiel, das nach der Pause sogar zu kippen drohte, nutzte eine furios nach vorne spielende Borussia nahezu jede Chance, die ihr geboten wurde. "Die Dortmunder sind auf einem wunderbaren Weg. Es macht großen Spaß, ihnen zuzusehen", gestand selbst Atlético-Coach Diego Simeone nach dem Spiel ein.

Der BVB holt in der dritten CL-Partie den dritten Sieg, dazu sechs Siege und zwei Unentschieden in der Liga und ein (glücklicher) Sieg im DFB-Pokal. Der Bundesliga-Spitzenreiter bleibt ungeschlagen und auf Erfolgskurs. Der Mega-Lauf hat gleich mehrere Gründe.

Offensivfußball á la Klopp

Coach Lucien Favre lässt fulminanten Offensivfußball spielen. Die jüngsten Ergebnisse belegen das: 7:0, 4:2, 3:0, 4:3, 4:0 und 4:0 gingen die Partien aus. 26 Tore in den letzten sechs Partien. Das sind aberwitzige 4,33 Tore pro Spiel. Der BVB spielt wie im Rausch, und vor allem auch mit dem nötigen Kampfgeist. Favres Team gewinnt selbst weitgehend verkorkste Partien wie gegen Leverkusen oder Augsburg in der Liga oder gegen Greuther Fürth und den FC Brügge in Pokal und Champions League. Die Mischung aus Offensivfeuerwerk und Teamgeist kennt man beim BVB so noch aus den glorreichen Zeiten unter Jürgen Klopp.

Bärenstarke Neuzugänge

Womöglich der wichtigste Punkt (auch und gerade mit Blick auf den Ligaprimus FC Bayern): Der BVB hat sich im Sommer entscheidend gestärkt. Die Sechser-Achse aus Delaney und Witsel hat dem Spiel enorme Stabilität verliehen. Witsel war auch gegen Atlético wieder gefühlt überall, fing hinten die Bälle ab, baute das Spiel klug auf, ging vorne drauf und erzielte sogar die wichtige Führung (wenngleich etwas glücklich). Delaney ist eher der bodenständige, solide Typ, hält Witsel den Rücken frei. Zusammen funktionieren die beiden prächtig.

Dazu kommt ein Hakimi, der gegen Atlético bisher sein bestes Spiel im BVB-Dress machte. Als Real-Leihgabe schien er besonders motiviert, bereite drei von vier Treffern vor und zeigte mit seiner enormen Schnelligkeit, wie wichtig er noch für den BVB werden könnte. Zumal Hakimi auf beiden Außenverteidigerpositionen einsetzbar ist. Und mit Paco Alcacer stand gestern nicht einmal derjenige auf dem Feld, der derzeit die beste Torquote hat. Der Spanier hat in fünf Spielen bereits achtmal getroffen. Allein in der Liga hat er sieben Treffer erzielt und dafür lediglich 126 Spielminuten benötigt. Darunter der Last-Minute-Freistoß gegen Augsburg, der ihn schon jetzt zum Publikumsliebling macht.

Ein Reus in Bestform

Marco Reus ist zweifelsfrei einer der besten deutschen Fußballer der vergangenen zehn Jahre. Doch ständig war der hochbegabte Dortmunder verletzt, verpasste etwa die WM 2014 oder das halbe Finale bei seinem einzigen Titelgewinn, dem DFB-Pokal 2017. Doch aktuell ist Reus in einer Topverfassung. Die Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Allein in der Liga hat Reus je fünf Tore und Assists, insgesamt sind es in allen Wettbewerben jeweils sieben. Didi Hamann nannte ihn kürzlich den "besten Reus aller Zeiten". Und tatsächlich: Als Kapitän hat sich der 29-Jährige noch einmal weiterentwickelt, geht auf dem Platz voran und glänzt sogar mit starken Defensiv-Tacklings, wie gegen Atlético.

Die beste Bank Europas

Und zu guter Letzt hat der BVB eine unfassbar gut bestückte Bank. Gegen Atlético sorgten zwei Einwechselspieler für drei Tore, überhaupt haben die BVB-Joker in dieser Saison wettbewerbsübergreifend eine enorme Torquote. 16 der 37 Dortmunder Tore in diesem Jahr wurden von eingewechselten Spielern erzielt. Coach Favre kann im Moment nach Belieben den Sieg einwechseln, wenn ihm danach ist.

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