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Champions League: Die Favoriten

Es sind die üblichen Verdächtigen: Der Gewinn der Champions League wird in dieser Saison nur Teams aus Spanien, England oder Italien zugetraut. Den deutschen Mannschaften werden lediglich Außenseiterchancen eingeräumt.

Die Favoriten kommen aus Spanien, England und Italien - von Deutschland spricht niemand: Nach zwei armseligen Europacup-Jahren, in denen für die Bundesliga-Vertreter selbst das Viertelfinale unerreichbar war, spielen die deutschen Vereine bei der am Dienstag beginnenden Champions League erneut nur eine Außenseiter-Rolle. Meister Werder Bremen, "Vize" FC Bayern München und der über die Qualifikation ins Hauptfeld gelangte Ex-Finalist Bayer 04 Leverkusen wären schon heilfroh, wenn sie die Gruppenspiele überstehen würden.

"Die deutschen Mannschaften sind zwar immer gefährlich, aber ich sehe sie derzeit nicht unter den Favoriten", meinte Italiens Torwart- Denkmal und Ex-Nationaltrainer Dino Zoff. Auch Rudi Völler, mit dem AS Rom selbst im Konzert der Großen und ausgerechnet Leverkusens Gruppengegner, hat die deutschen Teams nicht auf seinem Zettel für das Finale am 25. Mai in Istanbul: "Es sind die üblichen Verdächtigen: Der AC Mailand, der mit Stam noch stärker geworden ist, der FC Arsenal und natürlich Real Madrid." Und Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen schlägt in die gleiche Kerbe: "Zu den Favoriten zählen natürlich wieder die Großen - also Real, Manchester United oder die Italiener."

«Man kann sich diese Trophäe auch nicht mit viel Geld sichern»

Mut macht den Übrigen, dass vor vier Monaten in Cup-Gewinner FC Porto und dem AS Monaco zwei Teams im Endspiel standen, die vor Saisonbeginn auch keiner auf der Rechnung hatte. Eine Überraschung hält Ottmar Hitzfeld, nach knapp zehn Champions-League-Jahren mit Borussia Dortmund und Bayern München erstmals unbeteiligt am Geschehen, auch diesmal für gut möglich. "Man kann sich diese Trophäe auch nicht mit viel Geld sichern", meinte Hitzfeld im Hinblick auf die zuletzt vergeblichen Anläufe von Real Madrid, FC Barcelona, FC Arsenal oder FC Chelsea: "Insgesamt haben es die hoch gehandelten Teams schwerer, für sie ist der Druck gewaltig."

Garantiert ist zumindest, dass alle ein millionenschweres Stück vom gegenüber dem Vorjahr unverändert dicken Kuchen bekommen. An die 32 Teams werden rund 430 Millionen Euro ausgeschüttet, die sich jeweils zur Hälfte aus Prämien und Geld aus dem TV-Pool zusammensetzen. 3,7 Millionen Euro hat jeder Club als Eintrittsgeld bereits sicher, jeder Sieg in den Gruppenspielen bringt weitere 330.000 Euro. Im Maximalfall kann der Gesamtsieger gut 17,5 Millionen Euro allein an Prämien gewinnen. Weit mehr als ein Zubrot sind die Ausschüttungen aus dem TV-Pool, an dem die Vereine gemäß der Lukrativität ihres heimischen Fernsehmarktes profitieren. Rund 25 Millionen Euro stehen allein für die deutschen Clubs bereit.

Deutschland nur auf Platz vier der UEFA-Rangliste

Platz zwei in der Gruppe und damit der Einzug ins Achtelfinale ist das Ziel des Trios, Platz drei und damit die Umleitung in den UEFA- Cup oberste Pflicht. Nur für den jeweils Gruppenletzten ist die internationale Saison bereits am 8. Dezember beendet. Der Pay-TV- Sender "Premiere" überträgt alle 77 Spiele live. Im Free-TV ist bei Sat.1 pro Spieltag nur eine Partie live zu sehen; von den anderen Spielen mit deutscher Beteiligung gibt es in der Regel nach Mitternacht nur Kurzberichte.

Gemäß ihres Koeffizienten in der UEFA-Rangliste sind nur Spanien (61,280), England (47,653) und Italien (47,186) mit jeweils vier Teams vertreten. Daran wird sich so schnell nichts ändern, weil der Abstand der deutschen Vereine (38,418) als Vierter der Wertung viel zu groß geworden ist. Die Bundesliga muss vielmehr aufpassen dass sie nicht auch noch von Frankreich (38,041) und Portugal (36,500) eingeholt werden. Allein schon deshalb ist jeder Sieg in der Königsklasse von großem Wert.

Oliver Hartmann/DPA / DPA

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