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Champions League: ManU zeigt den Schwaben ihre Grenzen auf

Durch ein 2:0 (1:0) verdarb Manchester United den Schwaben im heimischen Stadion von Old Trafford die Hoffnung auf den Gruppensieg und ein erneutes Fußball-Märchen.

Im "Theater der Träume" hat Manchester United den VfB Stuttgart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Durch ein 2:0 (1:0) verdarb der Champions-League-Sieger von 1999 den Schwaben im heimischen Stadion von Old Trafford die Hoffnung auf den Gruppensieg und ein erneutes Fußball-Märchen wie beim 2:1 im Hinspiel. Der von Real Madrid umworbene Ruud van Nistelrooy war der Spieler des Abends. Zunächst erzielte der Niederländer die Führung. In der 58. Minute schließlich bereitete der 27-Jährige den Treffer von Ryan Giggs zum Endstand mit einem Traumpass vor.

Fans zufrieden

Nach einer bravourösen ersten Halbzeit, in welcher der Bundesliga- Spitzenreiter den Gastgebern zumeist mehr als Paroli bot, bauten die "Himmelsstürmer" aus Stuttgart im zweiten Durchgang zunehmend ab und mussten sich dem 15-maligen englischen Meister zu Recht geschlagen geben. Die mitgereisten 3.000 VfB-Fans feierten ihr Team trotzdem, auch wenn der Champions-League-Debütant bei der Auslosung des Achtelfinals am Freitag nun als Gruppen-Zweiter nicht zu den Gesetzten zählen wird und zunächst daheim antreten muss.

ManU zunächst im Schongang

VfB-Trainer Felix Magath vertraute vor 67.180 im ausverkauften Old Trafford auf seine Erfolgs-Mannschaft, in der nach seiner Leistenverletzung Marcelo Bordon fehlte. Für den noch pausierenden Brasilianer verteidigte Timo Wenzel. "Warum sollte ich wechseln?" fragte Magath. "Dafür gibt es keinen Grund." Sein Kollege Alex Ferguson, der zum 679. Mal auf der ManU-Bank saß, verzichtete auf Keeper Tom Howard sowie Kapitän Roy Keane und Cristiano Ronaldo. Er schonte das Trio für das Premier-League-Derby gegen Manchester City.

Stuttgart mit Selbstvertrauen

"Wir dürfen uns nicht verstecken", hatte Magath seinen jungen Spielern eingetrichtert. Die Youngster setzten die Anweisung zunächst erstaunlich routiniert in die Tat um. Fast 25 Minuten beherrschten sie Ball und Gegner, nur die großen Chancen blieben Mangelware. Dafür leistete der fleißige Sturmchef Kevin Kuranyi Schwerstarbeit und half immer wieder erfolgreich in der Abwehr aus. Auch als die Hausherren durch Ryan Giggs (27.) einen ersten Warnschuss los ließen, den Druck erhöhten und durch Gary Neville (33.) mit einem von Geburtstagskind Horst Held (34) abgefälschten Schuss die Führung ein zweites Mal vergaben, rüttelte das nicht an ihrem Selbstvertrauen.

Neue Trikots

Beeindruckend selbstsicher traten die Schwaben in ihren neuen schwarz-roten Trikots auf und hielten den "haushohen Favoriten" (Magath) weiter in Schach. Eine Flanke von Verteidiger Andreas Hinkel senkte sich in der 35. Minute so gefährlich, dass Keeper Roy Carroll Mühe hatte, den Ball über die Linie zu bugsieren. Als die zwei Minuten Nachspielzeit zu drei Viertel absolviert waren, nutzte van Nistelrooy nach Flanke von Giggs eine Unsicherheit des zu weit entfernt postierten Wenzel und köpfte gegen die Laufrichtung von Torhüter Timo Hildebrand das 1:0.

Überragenden Van Nistelrooy

Den Schwung der Schwaben konnte der unglückliche Rückstand zunächst nicht bremsen. Wenzels strammen Freistoß (48.) konnte Carroll freilich souverän entschärfen. Aber schon zehn Minuten später schaffte Manchester die Entscheidung im Stile einer absoluten Spitzenmannschaft. Van Nistelrooy setzte sich an der Mittellinie gegen drei Stuttgarter durch, bediente Giggs mit einem sehenswerten Zuspiel, und der walisische Nationalspieler ließ Hildebrand nicht den Hauch einer Chance. Van Nistelrooy durfte sich danach wie Giggs und der nach fünfwöchiger Pause erstmals von Beginn an wieder spielende Paul Scholes für das Derby am Samstag schonen - der starke Rest brachte den Sieg auch ohne sie unter Dach und Fach.

Elmar Dreher, dpa / DPA

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