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Champions League: Werder deklassiert Anderlecht

Nach dem 5:1-Erfolg gegen den RSC Anderlecht steht Werder Bremen fast im Achtelfinale der Champions League. "Mann des Abends" im ausverkauften Weserstadion war Ivan Klasnic.

Werder Bremen fehlt nur noch ein Sieg zur sicheren Teilnahme am Achtelfinale der Champions League. Mit einem glänzend herausgespielten 5:1 (3:1)-Erfolg gegen den chancenlosen belgischen Fußball-Rekordmeister RSC Anderlecht zementierten die Hanseaten am Dienstagabend mit neun Punkten Platz zwei in der Gruppe G hinter Inter Mailand und vor dem FC Valencia. Rang drei und damit die Qualifikation für den UEFA-Cup haben die Bremer bereits sicher.

Klasnic "Mann des Abends"

"Mann des Abends" war vor 37 000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion Ivan Klasnic. Drei Tore erzielte der Kroate (2./16./79. Minute), dem vor zwei Wochen in Brüssel schon ein Doppelpack gelungen war. Mit nun fünf Treffern ist er Torschützenkönig der Champions League. Miroslav Klose (33.) und Daniel Jensen (90.) sorgten für die weiteren Treffer. Oleg Iachtschuk (30.) nutzte eine kurze Schwächephase der Bremer, die am Urteil von Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs aber nichts änderte, der meinte: "Wir haben heute ein großes Spiel unserer Mannschaft erlebt."

Weiter ohne die Nationalspieler Frank Fahrenhorst und den an der Bandscheibe lädierten Tim Borowski, dafür aber mit dem in der Bundesliga gesperrten Ludovic Magnin nahm die vermeintliche Bremer "Notelf" das Heft energisch in die Hand und gab es mit einer Ausnahme nicht mehr aus der Hand. Vor allem das von Regisseur Johan Micoud glänzend eingesetzte Duo Klasnic/Klose stellte den in der Abwehr anfälligen belgischen Rekordmeister immer wieder vor unlösbare Aufgaben.

Nach 1:17 Minuten auf die Siegerstraße

Mit dem Glück, das vor drei Tagen im Nordderby gegen den Hamburger SV gefehlt hatte, bog Werder schon nach 1:17 Minuten auf die Siegerstraße ein. Nach Vorlage von Daniel Jensen besorgte Klasnic aus der Drehung mit einem 20-m-Schuss die Führung. Und der Kroate legte nach. Eine Micoud-Ecke köpfte er zum 2:0 ins RSC-Tor, in dem Keeper Tristan Peersman wiederum keine Chance hatte.

"Danach wollten wir einen Gang zurückschalten. Aber das geht in dieser Klasse nicht", erklärte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs die einzige Schwächephase seiner fast durchgängig überlegenen Mannschaft. Zunächst köpfte Iachtschuk noch übers Tor (28.). Doch nach einer halben Stunde war er ebenfalls per Kopf erfolgreich.

Selbstbewusst, kampfstark und entschlossen

Wie selbstbewusst, kampfstark und entschlossen die Bremer an diesem kühlen Abend aber auftraten, zeigte die prompte Reaktion: Auf Pass von Klose stellte Klose nur drei Minuten später den alten Abstand wieder her. "Heute haben wir unsere Chancen konsequent genutzt. Das war der Unterschied zum Spiel gegen den HSV", sagte Allofs und fügte zufrieden lächelnd hinzu: "Was wir zwischendurch gesehen haben, sah schon sehr gut aus."

Diese Einschätzung galt auch für den zweiten Durchgang, obwohl Werder nun die Entschlossenheit der ersten Halbzeit fehlte. Auf der anderen Seite hatte der Double-Gewinner Anderlecht aber weiter fest im Griff und erstickte die Hoffnungen der Gäste im Keime. Klasnic und Jensen machten den Sack schließlich ganz zu.

Mehr als 50 Belgier in Gewahrsam

Am Rande des Spiels sind mehr als 50 gewaltbereite Belgier in Gewahrsam genommen worden. Damit sollte eine Randale im großen Stil verhindert werden, wie ein Polizeisprecher in Bremen sagte. Die angetrunkenen Schlachtenbummler hatten begonnen, in der Stadt zu randalieren. Nach dem Ende des Spiels ließ die Polizei die Männer wieder frei.

Michael Rossmann/DPA / DPA

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