DFB-Pokal Bayern München deklassiert Frankfurt


Souveräne Siege: Bayern München hat Eintracht Frankfurt im Achtelfinale des DFB-Pokals mit 4:0 abgeschossen. Miroslav Klose sorgte mit einem Doppelpack für die schnelle Entscheidung. Auch Bremen, Schalke und Hoffenheim zogen mit hohen Siegen in die nächste Runde ein.

Bayern München, Werder Bremen, Schalke 04 und 1899 Hoffenheim sind ihrer Favoritenrolle gerecht worden und souverän ins Viertelfinale des DFB-Pokalwettbewerbs eingezogen. Cupverteidiger Bremen behielt am Mittwochabend im Weser-Stadion mit dem 3:0 (2:0) gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ebenso sicher die Oberhand wie Rekord-Pokalsieger FC Bayern im Erstliga-Duell mit 4:0 (3:0) bei Eintracht Frankfurt. Auch der FC Schalke 04 hatte beim 3:0 (1:0) beim TSV 1860 München keine Mühe. Hoffenheim setzte sich dagegen erst nach einer Anlaufzeit 4:0 (0:0) gegen TuS Koblenz durch.

Im Stile eines Champions meisterte der FC Bayern München die Pokal-Hürde Eintracht Frankfurt und erhielt sich mit einem 4:0 (3:0)-Schützenfest die Chance auf das Titel-Triple. Der Rekordmeister stürmte am Mittwochabend mühelos ins DFB-Pokal-Viertelfinale und unterstrich mit dem bärenstarken Auftritt seine Ambitionen auf den 15. Cup-Gewinn. Vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena schossen Miroslav Klose (14./19. Minute), Thomas Müller (29.) und Luca Toni (52.) den auch in der Höhe verdienten Bayern-Sieg heraus. "Wir haben sehr stark gespielt. Deshalb hatte die Eintracht keine Chance. So stelle ich mir das vor", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Bayern machen kurzen Prozess


"Jeder Sieg bringt mehr Selbstvertrauen. Deshalb war der Erfolg wichtig. Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt. Für uns ist es wichtig, dass wir im Pokal weiter dabei sein", meinte FCB-Trainer Louis van Gaal. "Der Qualitätsunterschied hat sich von der ersten bis zur letzten Minute gezeigt", fand Eintracht-Trainer Michael Skibbe. "Bayern war uns in allen Belangen überlegen. Wir sind förmlich deklassiert worden", sagte sein Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Vier Tage nach dem glücklichen 2:1-Erfolg in der Bundesliga agierten die Bayern von Beginn an mit breiter Brust und führten die Hausherren vor. Aggressiv in den Zweikämpfen und kombinationssicher im Passspiel präsentierte sich der Rekord-Pokalsieger, bei dem Nationalstürmer Mario Gomez nur zu einem 20-minütigen Kurz-Einsatz kam und Arjen Robben ganz auf der Bank blieb.

Die Frankfurter, die gedanklich überhaupt nicht auf der Höhe waren und gegen die munter drauflos stürmenden Gäste immer einen Schritt zu spät kamen, wurden schon zur Pause mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Die Abwehr wirkte bei den schnellen Bayern-Vorstößen überfordert, das Mittelfeld lief der Musik nur hinterher und der Sturm war nicht existent.

Frankfurt versagt komplett


Schon nach neun Minuten verpasste Daniel van Buyten, der am Samstag mit seinem Treffer kurz vor Schluss zum Matchwinner avanciert war, per Kopf nur knapp das Tor. Müller zielte wenig später aus 18 Metern ebenfalls vorbei, ehe Klose per Doppelschlag frühzeitig die Weichen auf Sieg stellte. Zunächst traf der Nationalstürmer nach tollem Zuspiel von Mark van Bommel mit einem feinen Heber über Eintracht-Torwart Oka Nikolov hinweg zum 1:0, dann war der 31-Jährige mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze erfolgreich.

Zum desaströsen Auftritt der Hessen im ersten Abschnitt passte die Entstehung des dritten Tores. Ein Rückpass von Manndecker Maik Franz landete vor den Füßen von Klose, dessen Querpass der mitgelaufene Müller nur noch ins leere Tor schieben musste. "Von mir war es das schlechteste Spiel seit langem. Da kann ich mich nur entschuldigen", sagte Franz.

Nach der Pause brachte van Gaal für van Buyten den Argentinier Martin Demichelis, der am Samstag nach knapp dreimonatiger Verletzungspause sein Kurz-Comeback gefeiert hatte. Eintracht-Coach brachte in Selim Teber und Nikos Liberopoulos gleich zwei frische Kräfte und stellte zudem personell auf einigen Positionen um. Nachhaltige Wirkung erzielte er damit allerdings nicht, denn nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Toni mit seinem ersten Pflichtspiel-Treffer in dieser Saison auf 4:0.

Bremen auch ohne Pizarro erfolgreich


Ohne den verletzten Torjäger Claudio Pizarro und einige weitere Stammkräfte ließen die Bremer Gastgeber nichts anbrennen gegen die wiedererstarkten Pfälzer. Die in die Startelf hinein rotierten Edel-Reservisten Petri Pasanen (28. Minute) und Tim Borowski (39.) sorgten für Werder vor 26 094 Besuchern schon bis zur Halbzeit für klare Verhältnisse. Nach dem Wechsel setzte der für den am Kopf verletzten Pizarro-Vertreter Marcelo Moreno eingewechselte Amateur Torsten Oehrl (76.) noch einen oben drauf. "Entscheidend war, dass wir von Beginn an sehr konzentriert waren", lobte Trainer Thomas Schaaf sein Team.

Auch die Schalker ließen vor 28 500 Zuschauern in der Allianz Arena nichts anbrennen. Der Brasilianer Rafinha (41.) kurz vor und U 21-Europameister Benedikt Höwedes (48.) unmittelbar nach der Pause stellte die Weichen für die kaum geforderte Mannschaft von Trainer Felix Magath auf Sieg. Höwedes (81.) war später nochmals erfolgreich. "Wir sind verdient weitergekommen. Wir haben schlau gespielt", meinte Schalkes Torhüter Manuel Neuer überaus zufrieden. Dass zwei weitere Treffer nicht gegeben wurden, störte am Ende keinen im Gäste-Lager. Viel wichtiger war das Weiterkommen, das den finanziell stark unter Druck stehenden Knappen 1,5 Millionen Euro in die leere Kasse spült.

Einige Mühe hatten die Hoffenheimer mit dem Zweitliga-Drittletzten Koblenz. Erst dank einer Leistungssteigerung nach der Pause feierte das Team von Coach Ralf Rangnick den erwarteten Pflichtsieg. Sejad Salihovic (50.) per Freistoß aus 34 Metern sowie Vedad Ibisievic (67.), Maicosuel (71.) und Marvin Compper (90.) erzielten die Tore.

Bereits am Dienstagabend hatten sich Erstligist 1. FC Köln, die SpVgg Greuther Fürth und FC Augsburg aus der 2. und der VfL Osnabrück aus der 3. Liga in das Viertelfinale vorgekämpft. Damit stehen fünf Erst- und zwei Zweitligisten sowie ein Drittliga-Club in der Runde der letzten Acht. Sie wird am Sonntag (18.00 Uhr) in der ARD- Sportschau ausgelost und am 09./10. Februar 2010 ausgespielt.

DPA/tis DPA

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