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DFB-Pokal: Bayern ziehen locker ins Halbfinale ein

Souveräner Sieg der Bayern, aber Pleiten für zwei andere Bundesliga-Clubs: Das Team von Louis van Gaal gewann locker gegen Alemannia Aachen und steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Kaiserslautern und Hoffenheim scheiterten an den Zweitligisten Duisburg und Cottbus.

Nur zwei Bundesliga-Clubs stehen im Halbfinale des DFB-Pokals. Nach den Schalkern spielt auch Bayern München nach dem ungefährdeten 4:0-Sieg gegen Alemannia Aachen um den Einzug in das Finale in Berlin. Ihre Gegner heißen dann Energie Cottbus, das Hoffenheim 1:0 schlug, und der MSV Duisburg, der den 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 aus dem Wettbewerb warf. Die Auslosung findet am Sonntag statt.

Nach zwei Pleiten gegen Aachen in den Jahren 2004 und 2006 wurde Bayern München beim 4:0 (1:0) diesmal seiner Favoritenrolle gerecht. Gegen den aufopferungsvoll kämpfenden, aber spielerisch unterlegenen Zweitligisten sorgten am Mittwoch Mario Gomez (26. Minute), Thomas Müller (75./80.) und der eingewechselte Arjen Robben (88.) vor 32.190 Zuschauern auf dem ausverkauften Tivoli für den etwas zu hoch ausgefallenen Erfolg.

Die Bayern sind hoch überlegen


"Man kann Aachen nur loben, aber letzten Endes haben wir hochverdient gewonnen", sagte Gomez. Aachens Trainer Peter Hyballa musste die Überlegenheit der Bayern anerkennen: "Respekt, wie die Fußball spielen können, so weit sind wir noch lange nicht."

Dank Gomez' 24. Pflichtspieltreffers in dieser Saison und der späten Treffer von Müller und Robben trennt den 15-maligen Champion nur noch ein Schritt vom erneuten Finale im Berliner Olympiastadion am 21. Mai. Die Halbfinal-Partien werden an diesem Sonntag in der ARD-Sportschau ausgelost und finden am 1. und 2. März statt.

Gomez setzt erstes Ausrufezeichen


Nachdem die Bayern im Spiel eins ohne ihren zum AC Mailand geflüchteten Leitwolf Mark van Bommel 25 Minuten lang die Pokalpartie etwas zu routiniert abspulten, war es wieder einmal Gomez, der das erste Ausrufezeichen setzte. Nach einer feinen Flanke von Zugang Luiz Gustavo war der Nationalspieler selbst überrascht, dass er so frei zum Kopfball kam und nickte aus fünf Metern problemlos zum 0:1 ein.

Bis auf eine Chance durch Kapitän Benjamin Auer (21.) war vom "Hardrock-Fußball", den Alemannia-Trainer Hyballa angekündigt hatte, vom Gastgeber wenig zu sehen. Die Aachener Profis zeigten in ihren textmarkergelben Trikots zu viel Respekt vor den großen Bayern. Den vollmundigen Ankündigungen vor der Partie konnten die Spieler auf dem Rasen nicht die entsprechenden Taten folgen lassen.

Pech für Aachen


Pech hatte der Zweitliga-Zehnte bei einer strittigen Szene im Strafraum, als Auer nach einem Zweikampf mit Luiz Gustavo zu Fall kam, Schiedsrichter Michael Weiner jedoch keine Elfmeter pfiff (34.). Zwei Minuten später hatte Gomez das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte nach Zuspiel von Nationalelf-Kollege Müller aber an Aachens Torwart David Hohs. Insgesamt machten die Bayern zu wenig aus ihrer Dominanz. Bis zum Strafraum war das Wirken von Neu-Kapitän Philipp Lahm & Co. hübsch anzusehen, allein die Effektivität vor dem Tor fehlte.

Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild: Der FCB drückte, Aachen reagierte nur. Der Tempofußball aus den Pokalsiegen gegen die Erstligisten Mainz und Frankfurt fand nicht statt.

Kraft mit grandiosem Reflex


Zwar musste der 22 Jahre alte Bayern-Torwart Thomas Kraft gegen Tobias Feisthammel mit einem grandiosen Reflex auf der Torlinie (61.) retten, anschließend aber stellten Müller und der eingewechselte Robben das Ergebnis her. "Wir haben einen sensationell reagierenden Torhüter gehabt, da müssen wir uns bedanken", sagte Gomez.

Cottbus zog zum zweiten Mal nach 1997 in das Halbfinale ein. Der Chinese Jiayi Shao sorgte in der 84. Minute für den entscheidenden Treffer. Für Hoffenheim konnte auch Neuzugang Ryan Babel, der vom FC Liverpool geholt wurde, nichts bewirken. Nach schöner Vorarbeit von Jules Reimerink machte Einwechselspieler Shao den verdienten Cottbuser Erfolg perfekt.

Cottbus aggressiver und entschlossener


Der niederländische Nationalspieler Babel war nur wenige Stunden nach seiner Verpflichtung mit dem Hoffenheimer Team in die Lausitz gereist. Trainer Marco Pezzaiuoli stellte den 24 Jahre alten Offensivmann dennoch gleich in die Startelf, auch weil Vedad Ibisevic gesperrt fehlte. Mit schnellen Antritten auf dem rechten Flügel deutete er seine Fähigkeiten an. Insgesamt wirkten die Gastgeber in den Zweikämpfen aber aggressiver und entschlossener.

In Duisburg sorgten Branimir Bajic (36. Minute) und Goran Sukalo (58.) gegen völlig enttäuschende Pfälzer für den insgesamt sechsten Einzug der Duisburger in die Runde der besten Vier. Bei beiden MSV-Treffern machte Gäste-Keeper Tobias Sippel keine gute Figur. Für die Lauterer gab es zumindest vor dem Anpfiff eine gute Nachricht. Stürmer Srdjan Lakic soll nicht in der Winterpause abgegeben werden. "Lakic bleibt auf jeden Fall", sagte der FCK- Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz. Der 27-jährige Kroate war unter anderem mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht worden.

tis/DPA / DPA

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