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DFB-Pokal: Dortmund steht nach einem 4 -0-Sieg in Kiel im Halbfinale

Holstein Kiel war bereit für die vierte Sensation im laufenden DFB-Pokal, doch Borussia Dortmund war für den Regionalligisten dann doch eine Nummer zu groß. Der BVB spielte souverän, verausgabte sich dabei nicht und steht mal wieder im Halbfinale.

Borussia Dortmund steht erstmals seit 2008 wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Der Favorit siegte beim Regionalligisten Holstein Kiel nach einer souveränen Vorstellung mit 4:0 und konnte sich dabei sogar für den Titelkampf in der Bundesliga schonen.

Die Kieler, die in den Runden zuvor das große Überraschungsteam waren und mit Energie Cottbus, MSV Duisburg und FSV Mainz drei Proficlubs aus dem Pokal werfen konnten, zeigten trotz der erwarteten Niederlage eine couragierte Leistung, die derzeit beste deutsche Mannschaft war aber einfach ein paar Nummern zu groß. Die Tore für die Gelb-Schwarzen schossen Robert Lewandowski (11.), Shinji Kagawa (18.), der eingewechselte Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.).

In der Pause beschwerte sich BVB-Manager Michael Zorc über die angeblich nicht Pokal tauglichen äußeren Bedingungen, aber auch davon ließen sich die Borussen nicht aus dem Konzept bringen. Die Kieler hatten für das Highlight des Jahres einen neuen Rasen verlegen und diesen mit einem englischen Zelt schützen lassen, der Frost der letzten Tage machte das Geläuf aber extrem hart.

Klopp belohnt Langerak

Die souveräne Vorstellung der Dortmunder kam auch zustande, weil Trainer Jürgen Klopp fast keine Stammkräfte schonte und so von Anfang an die richtigen Signale aussendete. Im Tor hatte Klopp dann doch eine Überraschung parat, für Roman Weidenfeller begann Mitch Langerak, der sich diesen Einsatz durch sein tadelloses Verhalten und seine über weite Strecken gute Leistung beim HSV verdient hatte.

Verletzungsbedingt musste der BVB auf Mario Götze und Sven Bender verzichten, im defensiven Mittelfeld begann dafür Moritz Leitner, die offensive Dreierreihe schmückte diesmal Perisic. Doch die frühe Entscheidung zugunsten des haushohen Favoriten hatte viel mehr mit der Ein- denn mit der Aufstellung zu tun.

Die Dortmunder traten von der ersten Minute an auf, wie es sich für einen Bundesligisten bei einem drei Klassen tiefer spielenden Gegner gehört. Nur einmal konnten sich die Kieler im ersten Durchgang wirklich gefährlich zum BVB-Gehäuse durchspielen, nach toller Vorarbeit von Fiete Sykora scheiterte Stürmer Marc Heider an Langerak (8.).

Lewandowski beweist seinen Torriecher

Da stand es auch noch 0:0, drei Minuten später stellte die Borussia die Weichen frühzeitig Richtung Halbfinale: Nach einer zu kurz geklärten Flanke brachte Perisic den Ball mit einem Seitfallzieher zurück ins Zentrum, im Rücken der Abwehr hatte sich Lewandowski gelöst und konnte freistehend einschieben.

Der zweite Treffer war eine Kopie des Führungstreffers im letzten Bundesliga-Spiel gegen Nürnberg, auch wenn der Pass in die Tiefe von Sebastian Kehl nicht ganz die Qualität des Zuspiels von Leitner hatte. Der Kapitän bediente wieder den schnellen Lukasz Piszczek, der Pole legte den Ball in den Rücken der Abwehr und Kagawa hatte die freie Auswahl (18.).

Die Dortmunder hatten die Pflicht damit früh erfüllt, so verlief dann auch der Rest der ersten Halbzeit. Der BVB dominierte das Geschehen, hatte viel mehr Ballbesitz und stand defensiv sicher. Einzig in der Vorwärtsbewegung wollte nicht mehr allzu viel gelingen, Kagawa setzte einen Lupfer über das Tor (22.) und auch Leitner zielte nach einer Ecke zu hoch (34.).

Zwei späte Tore machen es deutlich

Der zweite Durchgang hatte bei eisigen Temperaturen im Holstein-Stadion nur wenig für Fußball-Feinschmecker zu bieten. Die Kieler spielten bis zum Strafraum ganz gefällig mit, echte Torgefahr ließen Mats Hummels und seine Viererketten-Kollegen aber nicht zu.

Und die Dortmunder beschränkten sich im Zeichen des sicheren Sieges auf das Nötigste, auch Morten Jensen im Kieler Kasten musste nicht mehr allzu viel seines Könnens zeigen. Klopp wechselte dann auch munter durch, mit Barrios, Kevin Großkreutz und Ilkay Gündogan brachte der Trainer drei neue Leute.

Nach seinem geplatzten Wechsel zum FC Fulham konnte Barrios dann auch sein Selbstvertrauen weiter stärken, nach Vorarbeit von Kagawa und Perisic staubte der Paraguayer erfolgreich ab. Barrios' Jubel fiel etwas ausführlicher aus, als es in solch einem Spiel üblich wäre, aber für den Joker ist jeder Treffer wichtig. Den Schlusspunkt setzte Perisic mit einem Freistoß aus kurzer Distanz (87.) - nun kann der BVB genüsslich die möglichen nächsten Gegner beobachten.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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