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DFB-Pokal: Vorfall zwischen Großkreutz und Asamoah überschattet BVB-Sieg

Dortmunds Last-Minute Finaleinzug gegen Greuther Fürth lieferte viele Highlights auf dem Platz. Zusätzlich sorgte Kevin Großkreutz mit einer verbalen Entgleisung nach Spielschluss für einen unrühmlichen Abgang. Die Fürther erheben schwere Vorwürfe.

120 Minuten Hochspannung, ein couragiert auftretender Underdog, der dem deutschen Meister streckenweise ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen war und zwei Einwechslungen, die am Ende ihren großen Auftritt hatten, der Pokalabend in Fürth hatte alles. Trotzdem stehen nach dem Spiel vor allem Kevin Großkreutz und Jürgen Klopp im Fokus.

Fürth zwingt Dortmund in die Verlängerung

Bis zur 120. Minute deutete alles auf ein Elfmeterschießen hin. Dortmund schaffte es nicht aus seinen Großchancen ein Tor zu erzielen, Greuther Fürth hatte durch Olivier Occean ebenfalls gute Gelegenheiten, trotzdem ging es mit 0:0 in die Verlängerung. Hier war beiden Teams der Kräfteverschleiß während der temporeichen 90 Minuten dann anzumerken.

In der 118. Minute wechselte Mike Büskens dann Ersatztorhüter Jasmin Fejzic für Max Grün ein. Fejzic ist 1,98 Meter groß und gilt als Elfmeterkiller und sicherer Schütze, Fürths potentieller Held für das Elfmeterschießen. Soweit sollte es aber nicht kommen, der ebenfalls eingewechselte Ilkay Gündogan kam in der letzten Minute aus 16 Metern frei zum Abschluss, sein Schuss prallte vom Pfosten des Fürther Tores an den Rücken von Fejzic und von dort zum 1:0 Endstand über die Linie.

Alptraum für untröstlichen Jasmin Fejzic

Unglücklicher konnte der Pokalabend für die Fürther kaum laufen. Fejzic sagte im Anschluss gegenüber Sky: "Mehr Pech kann man eigentlich nicht haben. Ich könnte weinen." Auch Mike Büskens war sichtlich geschockt: "Das ist wirklich bitter, aber da muss man auch Größe zeigen und dem Gegener gratulieren und alles Gute wünschen", sagte Büskens am Sky Mikrofon.

Jürgen Klopp äußerte sich nach dem Spiel euphorisiert gegenüber Sky zu dem Torhüter-Wechsel und Gündogans Last-Minute-Hammer: "Fakt ist, sie haben sich zwei Minuten zu früh aufs Elfmeterschießen eingestellt. Die zwei Minuten die fand ich dann schon lässig, dass wir da nochmal aufs Tor geschossen haben." Unmittelbar nach dem Siegtreffer, der den BVB ins Pokalfinale nach Berlin brachte, stürmte Klopp gestenreich in Richtung der Fürther Bank, scheinbar war ihm der Torwart-Wechsel kurz vor Schluss sauer aufgestoßen.

Großkreutz attackiert Asamoah verbal

Scheinbar ebenfalls sauer aufgestoßen waren Kevin Großkreutz die Äußerungen von Ex-Schalker Gerald Asamoah im Vorfeld des Halbfinals. Als die restlichen BVB-Spieler sich jubelnd an der Eckfahne in den Armen lagen, stürmte Großkreutz auf Asamoah zu und hatte ihm scheinbar einige Nettigkeiten zu sagen. In der Folge kam es zu Tumulten, Schiedsrichter Florian Meyer und Fürths Abwehrspieler Mergim Mavray trennten die beiden Streithähne.

Im Anschluss geriet Großkreutz dann noch mit dem Mike Büskens aneinander, der ebenfalls eine lange Schalker Vergangenheit hat, Jürgen Klopp lief ebenfalls auf das  Spielfeld und versuchte die Situation zu beruhigen. Nach dem Spiel wollte sich Gerald Asamoah zu dem Vorfall nicht näher äußern, Kevin Großkreutz gab zu Protokoll, er habe "nur gejubelt".

Büskens und Mavraj erheben schwere Vorwürfe gegen Großkreutz

Büskens war nach dem Spiel sichtlich aufgebracht und bezeichnete Großkreutzs Verhalten als "beschämend", auch wenn er dabei dessen Namen nicht aussprach: "Da gibt es Vertreter, die tragen den Bundesadler, was die sich erlauben, wie man da tituliert wird, nur weil man eine 18-jährige blau-weiße Vergangenheit hat." Mergim Mavraj erhob gegenüber dpa schwere Vorwürfe gegen Großkreutz: "Der 'Asa' hat halt eine Vorgeschichte. Aber er braucht sich trotzdem nicht von einem pubertierenden Jungen beleidigen zu lassen bezüglich seiner Hautfarbe", schimpfte er.

Ob die Rassismus-Vorwürfe gegen Großkreutz sich als wahr herausstellen, wird sich erst noch zeigen. Großkreutz selbst bestreitet, Asamoah rassistisch beleidigt zu haben, wie der BVB bekanntgab. Jürgen Klopp wollte den Vorfall nicht überbewerten: "Ich weiß, dass das eine oder andere Wort gefallen ist, das nicht in Ordnung war", sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Aber egal, ob die Äußerungen von Großkreutz nun rassistisch waren oder nicht - unnötig waren sie in jedem Fall.

Michael Stricz

sportal.de / sportal

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