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DFB-Team: Enke hält Kampf um Nummer 1 für offen

Bescheidenheit ist eine Zier: Hannovers Torhüter Robert Enke sieht seinen Platz als Nummer 1 im Tor "nicht gefestigt", auch wenn er in den nächsten beiden Länderspielen zwischen den Pfosten stehen wird. Ein Problem in der Debatte sei die verzerrende Wahrnehmung in den Medien.

Torhüter Robert Enke sieht sich trotz seines aktuellen Status als Nummer 1 der Fußball-Nationalmannschaft noch nicht dauerhaft als Nachfolger des zurückgetretenen Jens Lehmann. Obwohl er im ersten Länderspiel nach der Europameisterschaft gegen Belgien (2:0) gespielt habe, sei "doch noch nichts passiert", betonte der Schlussmann des Bundesligisten Hannover 96 in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Natürlich sei er ehrgeizig und möchte seinen Platz verteidigen, "der ja nicht so gefestigt ist", erklärte der 31-jährige Thüringer.

Bundestrainer Joachim Löw hat angekündigt, dass Enke auch beim Start in die WM-Qualifikation für Südafrika 2010 am kommenden Samstag in Vaduz gegen Liechtenstein sowie vier Tage später in Helsinki gegen Finnland im deutschen Tor stehen soll. "Ich weiß, dass für mich die Chance da ist vorzulegen. Die Position ist vakant. Ich will meine Chance nutzen. Was die Vorstellungen des Bundestrainers bezüglich der weiteren Qualifikation und dann der Endrunde sind, wird sich zeigen", sagte der zweimalige Nationaltorhüter.

Die jungen Torhüter "drängeln"

Als Konkurrenten betrachtet er in erster Linie die "jungen Torhüter, die von unten drängeln". Hoch gehandelt werden in erster Linie René Adler (Bayer 04 Leverkusen) und Manuel Neuer (Schalke 04), die derzeit beide verletzt sind. Auch Kahn-Nachfolger Michael Rensing vom FC Bayern München rechnet sich bei konstant guten Leistungen im Tor des deutschen Rekordmeisters mittelfristig Chancen bei Löw aus.

Ein Problem sei es, sagte Enke weiter, dass die Kandidaten in den Medien unterschiedlich wahrgenommen würden: "Wenn ich die Boulevardmedien anschaue, scheinen die jungen Torhüter einen anderen Status zu haben als ich. Da wird nicht immer sachlich bewertet. (…) Bei mir wird hervorgehoben, dass ich keine Europapokalspiele habe, bei René Adler wird das vergessen." Hinzu komme, dass das Fachwissen über das Torwartspiel bei Sportreportern nicht sehr ausgeprägt sei, diese aber meinungsbildend seien: "Das ist, als würde ich über Maschinenbau reden oder über die Arbeit eines Bäckers. So etwas ist ärgerlich, weil sehr viele Leute es hören und denken: 'Der ist Sportreporter, der muss es wissen.'"

DPA/tis / DPA

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