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Doping-Diskussion Paul Breitner kritisiert "verlogene Mentalität" im Fußball


Welche Rolle spielt Doping im Fußball? Nun kritisiert auch Paul Breitner den fehlenden Aufklärungswillen. Er habe "schon immer gesagt, dass im Fußball gedopt wird", so der Ex-Profi.

Angesichts ungeklärter Fragen über möglicherweise systematisches Doping in der Fußball-Bundesliga mehren sich Vorwürfe wegen des fehlenden Aufklärungswillens der Verantwortlichen. "Diese verlogene Mentalität wird seit Jahren gelebt", kritisierte der ehemalige Bayern-Profi Paul Breitner in der "tz". "Fußball ist eine heilige Kuh, die nicht angekratzt werden darf." Er habe als Aktiver und auch nach seiner Karriere immer gesagt, dass im Fußball gedopt wird. "Wir sollten zu dieser Dopingvergangenheit stehen und fertig."

Breitner betonte: "Wenn ein Mensch zehn Stunden Höchstleistungen abliefern muss, greift er womöglich zu Aufputschmitteln. Nichts anderes ist beim Fußball." Die Dopingkontrollen im Fußball kritisierte er als widersprüchlich. "Warum sollte ich etwas kontrollieren, von dem ich sicher bin, dass es das gar nicht gibt. Ich kontrolliere doch nur, wenn ich etwas befürchte", sagte er.

Auch der Dopingforscher Perikles Simon kritisiert den Umgang mit dem heiklen Thema. Niemand wolle das lukrative System Fußball zum Einsturz bringen, bemängelte er im "Tagesspiegel". Es fehle die politische Tatkraft für einen sauberen Sport. "Es geht darum, nicht auszublenden, dass es dabei um Mitbürger und Mitbürgerinnen geht, die man schützen muss."

Simon, der zur Untersuchungskommission zur Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit an der Universität Freiburg gehört, bezeichnete die Urin-Kontrollen als ineffektiv und sinnlos. Bestimmte Dopingverfahren könnten wesentlich besser im Blut aufgedeckt werden.

Anfang der Woche waren Untersuchungen einer Expertenkommission um Simon publik geworden, die beweisen sollen, dass Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre beim VfB Stuttgart und dem SC Freiburg Anabolika-Doping betrieben worden sei. Kommissionsmitglied Andreas Singler hatte die Mitteilung ohne Zustimmung seiner Kollegen aus dem Gremium veröffentlicht.

car/DPA DPA

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