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EM 2008: Schuften in der Idylle

Wenige Tage noch, dann beginnt das härteste Fußball-Turnier der Welt. Die EM in Österreich und der Schweiz wird dem deutschen Team alles abverlangen, Fehler werden sofort bestraft. Der letzte Test gegen Serbien lief zwar erfolgreich, aber einige Problemzonen bleiben. stern.de analysiert den aktuellen Zustand der Truppe.

Während die deutschen Fans bei hochsommerlichen Temperaturen in aller Ruhe ihr Bier kalt stellen können und dem Auftaktspiel gegen Polen entgegenfiebern, muss die Truppe von Jögi Löw im EM-Quartier in Ascona am idyllischen Lago Maggiore noch einmal schuften. Es gibt einige Problemzonen im Team, die Bundestrainer Jogi Löw und sein Betreuerteam in den Griff bekommen müssen.

Eines wurde im letzten Testspiel gegen Serbien deutlich: Während Spieler wie Michael Ballack, Torsten Frings oder Marcell Jansen bereits in Form sind, gbt es bei einigen Nachholbedarf. Die Innenverteidigung wackelt, die Flügel schwächeln und die EM-Elf steht noch nicht. Löw bestätigte nach dem Serbien-Spiel: "Es gibt schon noch das eine oder andere Fragezeichen." stern.de analysiert den aktuellen Zustand der Truppe und sagt, wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

Die Problemzonen

Tor

Jens Lehmann ist für das Auftaktspiel gegen Polen gesetzt. Gegen Serbien konnte sich der 38-Jährige Keeper wegen fehlender Gelegenheiten nicht auszeichnen. Im Test gegen Weißrussland zeigte er Schwächen. Die fehlende Spielpraxis ist ihm anzumerken. Lehmann betont immer wieder, dass er den Druck braucht, um zur Topform aufzulaufen. Ob er zu einem Unsicherheitsfaktor oder zum großen Stabilisator wird, ist schwer vorherzusagen. Sollte er sich schwere Patzer erlauben, könnte er seinen Nummer-1-Status verlieren.

Innenverteidigung

Die Innenverteidigung ist in den Vorbereitungsspielen das Sorgenkind gewesen. Christoph Metzelder ist weit von der nötigen Euro-Form entfernt. Sein Fitness-Zustand ist schlechter als angenommen, mit dem Kollegen Per Mertesacker gibt es Abstimmungsprobleme. Metzelder war entscheidend am Gegentor der Serben beteiligt, als er sich wie ein Anfänger überlaufen ließ. Mit Arne Friedrich und Heiko Westermann stehen zwei solide Innenverteidiger als Ersatz zur Verfügung.

Außenpositionen im Mittelfeld

Der Ausfall von Bernd Schneider hat auf der rechten Mittelfeldseite eine große Lücke gerissen. Der Bremer Clemens Fritz hat gezeigt, dass er den filigranen Techniker und Kreativspieler nicht ersetzen kann. Hinten rechts in der Viererkette fühlt er sich wohler und spielt effektiver. Im Mittelfeld konnte er keine Akzente setzen. Auf der linken (und später auf der rechten) Seite lieferte Bastian Schweinsteiger ein bemühtes, aber schwaches Spiel ab. Der Bayern-Star ist weit von seiner Topform entfernt. Eine Alternative zeigte sich gegen Serbien: Lukas Podolski brachte nach seiner Einwechslung viel frischen Wind. In dieser offensiven Variante würde Schweinsteiger auf rechts rücken, Fritz wäre draußen. Mit Rolfes und Hitzlsperger hat Löw starke Spieler auf der Bank. Und dann ist da noch Tim Borowski, der gerade erst von einem Infekt genesen ist. Welche Rolle er noch spielen kann, ist im Moment nicht vorhersehbar. Der Bremer muss nach überstandenem Infekt erst wieder fit werden.

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tis

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