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EM 2012 Deutschland gewinnt gegen Niederlande dank Gomez-Doppelpack


Ausgerechnet Mario Gomez! Denkt vielleicht nur Mehmet Scholl, den Rest von Fußball-Deutschland dürfte der Auftritt des Stürmers gegen die Niederlande freuen. Aus einem souveränen Spiel wurde zwar noch eine Zitterpartie, am Ende stand aber der zweiten Gruppensieg, der für den Gegner das Vorrunden-Aus bedeuten könnte.

Nur noch graue Theorie dürfte die deutsche Nationalmannschaft von einem EM-Viertelfinale abhalten. Zwei Tore von Mario Gomez (24. Minute/38.)  führten vor 42.000 Zuschauern in Kharkiv zu einem 2:1 (2:0)-Erfolg gegen die Niederlande, die die Partie am Ende - auch dank des Tores von Robin van Persie (73.) zwar spannend gestaltetet - aber mit anderthalb Beinen vor dem EM-Aus stehen.

Bundestrainer Jogi Löw hatte vor der Partie keine personelle Änderung vorgenommen und blieb ebenso seiner taktischen Ausrichtung treu. Bert van Marwijk auf der Gegenseite nahm nur eine Änderung vor, der wiedergenesene Joris Mathijsen ersetzte Ron Vlaar.

Gomez stoppt das Mehr an Oranje

Beide Teams setzten von Beginn auf ihre Stärken, wobei den Niederländern zunächst mehr gelang. Dies war nicht nur an den besseren Möglichkeiten zu sehen, sondern auch im besseren Umschalten von Defensive auf Angriff. Doch noch konnten Manuel Neuer gegen Robin van Persie (7.) oder Boateng, ebenfalls gegen RVP, (15.) klären.

Und dann folgte das, was nicht nur den niederländischen Elan einen Dämpfer verpassen musste, sondern auch den Kritikern von Mario Gomez. Der wurde von Bastian Schweinsteiger mit einem Traumpass zwischen Mathijsen und Jetro Willems in den Strafraum hinein bedient, nahm den Ball perfekt an und mit und erledigte eiskalt das 1:0 für die DFB-Elf (24.).

Zwei wie Pech und Schwefel

Danach wandelte sich das Bild zu Ungunsten der Niederländer, die zwar am buchstäblichen Ball blieben, aber auch mehr und mehr den Deutschen Platz machen mussten, die sich nun mehr Spielanteile holten. Allerdings auch deswegen, weil sie zunächst die Offensive des Gegners durch das herausgenommene Tempo beschneiden wollten.

Das zahlte sich hinten aus und vorne schlug in der 38. Minute dann das Duo Schweinsteiger-Gomez zu. Der Stürmer spielte den Ball auf dem Mittelfeldmann, startete in Richtung Strafraum, Schweinsteiger ließ sich nicht lange bitten, bediente den DFB- und Bayern-Mitspieler erneut, der satt in den Winkel vollendete.

Der erneute deutsche Schlag versetzte die Niederländer nun in Panik. Die Angriffe wurden kaum noch überlegt vorgetragen, sondern erinnerten an ein Gegenanrennen. Anders dagegen die deutsche Mannschaft, die nun endgültig bis zum Pausenpfiff das Heft in der Hand behielt.

Deutschland stürmt, Niederlande...

Das änderte sich nach Wiederanpfiff weiterhin nicht. Im Gegenteil, es war nun die DFB-Elf, die sich mehr Chancen erspielte, während Niederländer immer noch geschockt durch die Gomez-Tore wirkten. Dabei hatte van Marwijk mit Klaas Jan Huntelaar und Rafael van der Vaart für Ibrahim Afellay und Mark van Bommel frisches Blut aufgeboten.

Und so war es unter anderem Mats Hummels, der in der 51. Minute gleich zwei Möglichkeiten zum Torerfolg bekam, doch nach seinem Alleingang und Schuss aus 17 Metern war Marten Steklenburg ebenso zur Stelle wie beim durch den Abpraller ermöglichten zweiten Versuch. Gute zehn Minuten nach der Pause hatte man den Eindruck, Deutschland war näher am 3:0, als die Niederländer am Anschluss.

RVP macht es

Dann besannen sich die Männer in Orange ein wenig darauf, dass sie nach dem alten Fußballer-Gesetz ja eigentlich agieren und nicht reagieren mussten. Den Crashtest gegen van Persie bestand Neuer im deutschen Tor jedoch mit Bravour, als er den Hammer des Arsenal-Spielers aus 18 Metern zur Ecke lenkte (58.). Und auch Wesley Sneijder versuchte es aus der Distanz, sein Versuch in der 62. Minute landete jedoch neben dem Tor.

Dazwischen immer wieder Konter durch die DFB-Elf, die zwar nicht ganz ungefährlich waren, aber zum Glück für die Niederländer zu keinem Ende führten. Auf der Gegenseite mussten sich die Deutschen zunächst bei Jerome Boateng bedanken, der sich in Eishockey-Manier in einen Gewaltschuss von Sneijder warf, der ihm für einige Sekunden die Luft genommen haben dürfte (71.).

Die Angriffsbemühungen der Niederländer zahlten sich schlussendlich aus. Und kaum verwunderlich, dass es wieder ein Distanzschuss war, der von van Persie im deutschen Tor untergebracht wurde. Der war von Snejdern bedient worden und schloss satt aus 18 Metern ab. Da Badstuber noch leicht abfälschte, blieb Neuer keine Chance zur Abwehr – 1:2 (73.).

Niederlande im Vorwärtsgang

Nach diesem Erfolg ging es für die Niederländer weiter nach vorne und Deutschland ließ es zu. Letztlich behielt die DFB-Truppe die Ruhe und war meist in der Lage, brenzlige Situationen zu entschärfen. Und am Ende bedeutete diese Diszipliniertheit den zweiten Sieg in diesem Turnier, der für die Niederländer fast das Ende der EM bedeutete.

Nur noch ein Sieg gegen Portugal bei einem gleichzeitigen Sieg der DFB-Elf gegen Dänemark könnte für die Niederländer den Verbleib im Turnier bedeuten. Löw muss im letzten Spiel eine personelle Änderung vornehmen, da Boateng die zweite Gelbe Karte wegen Zeitspiels sah.

Sven Kittelmann

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