VG-Wort Pixel

Letztes Vorrundenspiel "Deutschland schrammt knapp an einer Katastrophe vorbei" – das Medienecho auf den Ungarn-Krimi

Letztes Vorrundenspiel: "Deutschland schrammt knapp an einer Katastrophe vorbei" – das Medienecho auf den Ungarn-Krimi
Sehen Sie im Video: Löw nach Zitterspiel gegen Ungarn – In Wembley "gibt es kein Pardon mehr!"




Nach einem intensiven 2:2 gegen Ungarn zieht Jogi Löw folgende Bilanz: "Ja, das war eines der schwierigsten Spiele überhaupt. Das muss man sagen. Aber das war im Vorfeld eigentlich auch von uns fast so erwartet. Ja, wie gesagt, die bringen die Gegner schier in Verzweiflung mit ihrer defensiven Organisation und mit ihrem Zweikampfverhalten und mit den Räumen zulaufen. Zwar klar, ich gebe nicht zu viele Räume wie gegen Portugal, wenn man gegen Gegner natürlich in Rückstand gerät. Zweimal. Da wird natürlich immens schwierig. Wir haben heute wirklich auch keine, fast keine Räume gefunden und auch keine Räume irgendwie geöffnet. In deren Defensive. Von daher war schwierig, was die Mannschaft gezeigt hat, war extrem gute Mentalität und viel Moral. Wir sind dran geblieben, haben uns nicht irgendwie ganz verrückt machen lassen. Von einem Rückstand auch nach unserem Ausgleich weiter drangeblieben. Wir haben Fehler gemacht, aber die Mentalität der Mannschaft war klasse." Der nächste Gegner der DFB-Elf ist England. "In England wird es zumindest einmal ein ganz anderes Spiel, weil die Engländer müssen zu Hause sicherlich auch nach vorne spielen, es gibt ein offenes Spiel, offener als es eben jetzt war, und von daher müssen wir ein paar Dinge logischerweise korrigieren. Da müssen wir schon auch jetzt absolut auf der Hut sein, weil so Flanken in den 16er Standardsituationen, da gibts jetzt natürlich auch kein Pardon mehr. Da müssen wir jetzt wirklich auch die Dinge besser machen. Absolut. Aber vor dem Spiel England. Es gibt ein anderes Spiel, was uns sicherlich entgegenkommt." Das Achtelfinale ist am Dienstag um 18 Uhr in Wembley.
Mehr
Nach einer wahren Zitterpartie gegen Ungarn steht Deutschland im EM-Achtelfinale. Viel hätte nicht gefehlt, und die DFB-Elf wäre nach der WM 2018 erneut in der Vorrunde ausgeschieden. Das blieb auch der Presse nicht verborgen.

Gerade noch mal gutgegangen: Dank eines späten Treffers von Leon Goretzka steht Deutschland im Achtelfinale der EM – die Blamage eines erneuten Ausscheidens in der Gruppenphase wie zuletzt bei der WM 2018 blieb der DFB-Elf damit erspart. 

Und doch machte der Nervenkrimi gegen tiefstehende Ungarn auch deutlich, dass die deutsche Auswahl gegen Achtelfinalgegner England eine Schippe drauflegen muss, wenn die Ära Joachim Löw nicht am kommenden Dienstag im Wembley-Stadion enden soll. 

Deutschland - Ungarn: Pressestimmen
Fast wäre die Ära Joachim Löw am Mittwochabend beendet gewesen, dann traf Leon Goretzka zum erlösenden 2:2 gegen Ungarn
© Kai Pfaffenbach / Picture Alliance

So kommentierte die nationale und internationale Presse das knappe 2:2-Unentschieden im letzten Vorrundenspiel:

Deutschland

"Spiegel Online": "Deutschland bleibt die Pralinenschachtel-Mannschaft dieser EM. Man weiß nie, was man bekommt. Nach dem furiosen 4:2 gegen Portugal am Samstag zeigte sich gegen Ungarn, wie schwer sich Löws Elf gegen tief stehende Gegner tut. Es war ein sehr enttäuschendes Spiel der deutschen Elf. Es bleibt wohl ein Team, das an guten Tagen gegen sehr gute Mannschaften gewinnen kann, aber an schlechten auch gegen viele vermeintlich schlechtere Gegner verlieren."

"Süddeutsche Zeitung": "Dieser pudelnasse Trainer Löw im Regen, er hatte lange Zeit eine zähe Partie moderiert. Und dann tatsächlich noch das Weiterkommen eingewechselt. Um ein Haar aber wäre Deutschland als Gruppenletzter ausgeschieden."

"Kicker": "Das erste Ziel ist erreicht. Die deutsche Elf hat sich ins EM-Achtelfinale gezittert. Doch Löws Entscheidungen geben Rätsel auf, seine Mannschaft bleibt eine Baustelle."

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Es ist ein Abend des puren Nervenkitzels: Lange droht dem DFB-Team ein Debakel wie bei der WM. Der eingewechselte Leon Goretzka verhindert das EM-Vorrundenaus mit dem späten Ausgleich gegen Ungarn."

Großbritannien

"The Guardian": "In einer stürmischen Nacht in München schrammte Deutschland gegen Ungarn knapp an einer Katastrophe vorbei und war sechs Minuten davon entfernt, die Gruppe F als Letzter abzuschließen und das Turnier nach der ersten Etappe verlassen zu müssen. Das späte Tor von Leon Goretzka hievte die Mannschaft zurück auf den zweiten Platz und sorgte dafür, dass eine mit Fehlern übersäte Defensivleistung nicht hart bestraft wurde."

"Daily Mail": "Das war der schwerste Kampf, und wenn England Deutschland am kommenden Dienstag genauso viel Sorgen bereitet, wird Gareth Southgates Mannschaft nicht gegeißelt werden, egal, wie es ausgeht. Ungarn trat gegen die Mannschaft an, die bisher die besten 90 Minuten Fußball in diesem Wettbewerb gespielt hat - gegen Portugal - und kam dem Sieg so nahe."

"The Sun": "Die Three Lions werden bei der Aussicht auf den Wembley-Showdown am Dienstag alles andere als zittern. Eher großen Gefallen daran finden. Denn die Mannschaft von Joachim Löw stürmte nicht in das (Achtelfinale), sie stotterte und stolperte aus der Todesgruppe. Und hätte der eingewechselte Goretzka nicht acht Minuten vor dem Ende den grausamsten und herzzerreißendsten Treffer erzielt, wäre die Mannschaft ausgeschieden."

Spanien

"Marca": "Deutschland verhindert am Ende ein Desaster gegen das heroische Ungarn. Die Todesgruppe wäre fast tödlich gewesen - für Deutschland."

"As": "Drei Jahre nach dem Debakel bei der WM in Russland stand die Mannschaft kurz davor, wieder in einer Gruppenphase auszuscheiden. Ein Tor Goretzkas im letzten Atemzug hat gegen das mutige und stets sperrige Ungarn noch zum Ausgleich gereicht. (...) Löw atmet auf."

"Mundo Deportivo": "Vom Gong gerettet. Deutschland zieht nach einem leidvollen Ausgleich gegen das überraschende Ungarn, das die Mannschaft bis ans Limit brachte, als Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein."

Letztes Vorrundenspiel: "Deutschland schrammt knapp an einer Katastrophe vorbei" – das Medienecho auf den Ungarn-Krimi

"Sport": "Das Wunder ist ausgeblieben. Die ungarische Nationalelf stand kurz davor, die Helden des Jahres 1954 zu rächen. (...) Gegen ein großes Ungarn hat Goretzka Deutschland gerettet."

Italien

"La Gazzetta dello Sport": "Deutschland mit Nervenkitzel weiter. Ungarn ist zweimal vorne, in der 83. rettet Goretzka Löw. Deutschland mit Mühe."

"Tuttosport": "Goretzka rettet Löw. Das Ungarn von Rossi schrammt an der Heldentat vorbei. Deutschland rettet sich im letzten Augenblick."

"Corriere della Sera": "Wie sehr leidet dieses Deutschland, das Ungarn erst in letzter Minute bändigt. Ein wertvolles Unentschieden für die Deutschen, die damit die Blamage verhindern. Jetzt die große Herausforderung gegen England."

"Corriere dello Sport": "Goretzka rettet Löw. Deutschland leidet, gelangt aber ins Achtelfinale." 

Österreich

"Kronen Zeitung": "Es war richtig, richtig knapp! (...) Es war eine ordentliche Zitterpartie für unsere Nachbarn. Ein Treffer von Leon Goretzka in der 84. Minute rettete Jogi Löw vor einer Schmach. "

Schweiz

"Blick": "Leon Goretzka sei Dank - Deutschland zittert sich in den EM-Achtelfinal"

mod DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker