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Partys in Wembley "Sweet Caroline": Wie Englands Fans einen mehr als 50 Jahre alten Song zum EM-Hit machen

Englische Fans singen auf der Tribüne im Wembley-Stadion
Englische Fans singen auf der Tribüne im Wembley-Stadion
© Nick Potts/PA Wire / DPA
"Good times never seemed so good": England hat wieder Spaß am Fußball – und die Fans dürfen nach einer langen Zeit der Geisterspiele wieder mitfeiern. Ein Lied hört man dabei überall: "Sweet Caroline" von Neil Diamond.

Die Fußballfans in England sind für ihre Gesänge im Stadion bekannt. Vielen Spielern sind eigene kurze Lieder gewidmet, die in den Arenen gesungen werden. Bei Spielen der Nationalmannschaft halten sich hartnäckig zwei Klassiker: Der Hit "Three Lions (Football's Coming Home)", der seit der Heim-EM 1996 zum festen Repertoire gehört. Und natürlich die Nationalhymne "God Save The Queen", die während jedes Länderspiels mehrmals abgesungen wird.

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Bei der aktuellen Europameisterschaft kommt jedoch ein neuer Hit hinzu: Die englischen Fans haben das Lied "Sweet Caroline" von Neil Diamond für sich entdeckt. Der Song aus dem Jahr 1969 feiert bei den englischen Spielen ein unverhofftes Comeback. Sogar Spieler und Trainer sind von der neuen Hymne begeistert.

EM 2021: Auch Englands Trainer Southgate ist Fan von "Sweet Caroline"

"Am Ende zu hören, wie die Fans 'Sweet Caroline' singen, das ist einfach Wahnsinn", schwärmte Trainer Gareth Southgate nach dem historischen Sieg im Achtelfinale gegen Deutschland. "Sweet Caroline" sei "einfach unschlagbar": "Das ist wirklich ein Knaller." Und Kapitän Harry Kane hielt nach dem Schlusspfiff tief bewegt im Fernsehinterview inne, um den Fans ein paar Momente lang zuzuhören – der Stürmer konnte kaum die Tränen zurückhalten. 

Momente wie diese lösen nach vielen Monaten ohne Zuschauer in den Fußballstadien besondere Emotionen aus. "Es war unfassbar, wie die Fans uns unterstützt haben, sie standen in jedem Zweikampf hinter uns", so Southgate nach dem Deutschland-Spiel in Wembley. Auch beim Viertelfinale gegen die Ukraine in Rom waren trotz der schwierigen Einreisebestimmungen einige englische Fans im Stadion. England genießt bei der EM eine Art Heimvorteil: Die ersten vier Spiele bestritten die "Three Lions" in London, auch das Halbfinale und ein mögliches Finale finden dort statt. Unter Pandemiegesichtspunkten gibt das fast volle Wembley-Stadion Anlass zur Sorge, die Stimmung während der Spiele jedoch ist prächtig.

England: Fußballfans feiern den Einzug ihrer Mannschaft ins EM-Viertelfinale euphorisch.

"Sweet Caroline" wird zum Ohrwurm der EM

Der Einsatz von "Sweet Caroline" hat seinen Ursprung offenbar in den USA, berichten englische Medien. Bei Spielen des Baseballteams Boston Red Sox läuft der Song bereits seit 2002 bei jedem Spiel. Der Legende nach wurde er dort erstmals 1997 gespielt, weil eine Mitarbeiterin eine Tochter namens Caroline bekommen hatte – die Fans waren so begeistert, dass sie ihn immer wieder hören wollten. In der englischen Premier League singen unter anderem die Fans von Aston Villa das Lied regelmäßig während der Spiele ihres Klubs.

Jetzt ist das Stück einer der Ohrwürmer der Fußball-EM geworden – wahrscheinlich auch wegen der Zeile "Good times never seemed so good", die die englischen Fans nach Siegen besonders leidenschaftlich herausbrüllen. Neil Diamond hatte den Song ursprünglich über seine damalige Frau Marcia Murphey geschrieben, brauchte aber für den Reim einen Namen mit drei Silben. Später wurde der Song unter anderem von Elvis Presley und Frank Sinatra gecovert.

Der heute 80 Jahre alte Sänger war "begeistert", die Fans in Wembley seinen Song singen zu hören, sagte er dem "Telegraph" vor dem Spiel England gegen die Ukraine: "Ich hoffe, ihr könnt es noch mal tun." Die englischen Fans wollen den Hit am liebsten noch zweimal grölen – nach dem Halbfinale und nach dem Finale als Europameister. Dann wäre die Fußballkultur auf der Insel ganz sicher um einen Klassiker reicher.

Quellen: "Kicker"ITV"Daily Mail" / "Telegraph"


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