EM-Qualifikation DFB-Elf feiert irische Party


Durch ein Freistoßtor von Lukas Podolski hat die DFB-Elf im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland verdient die ersten drei Punkte eingefahren. Gegen zweikampfstarke Iren hatten Ballack & Co. zunächst Probleme, spielten dann aber zahlreiche Torchancen heraus.

Lukas Podolski hat den WM-Dritten Deutschland nach einem Festival der vergebenen Chancen vor einem Fehlstart in die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2008 bewahrt. Mit seinem 16. Länderspiel-Tor in der 57. Minute sicherte der 21-jährige Bayern-Stürmer am Samstagabend in Stuttgart Joachim Löw in seinem ersten Pflichtspiel als Bundestrainer einen hart erkämpften 1:0 (0:0)-Sieg gegen Irland. Vor 53 198 Zuschauer im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion war vom erhofften WM-Schwung nur noch wenig zu sehen, stattdessen mussten die Fans bis zum Ende um den ersten Sieg gegen Irland seit 27 Jahren bangen. Mit einem weiteren Erfolg am Mittwoch in Serravalle gegen Fußball-Zwerg San Marino will die deutsche Mannschaft nun die von Löw zum Start in die Gruppe D geforderten sechs Punkte einfahren.

"Wir sind sehr zufrieden, dass wir das erste Spiel gewonnen haben, denn es war schwer genug. Der Sieg war aber verdient, denn wir hatten am Ende genug Möglichkeiten", bilanzierte Löw den Auftakt der EM- Ausscheidung, bei dem auch die neu formierte Abwehr "die Feuerprobe bestanden" habe. Für Kapitän Michael Ballack waren die Iren der erwartet schwere Gegner: "Das Tor war etwas glücklich, aber wir sind froh, dass wir mit drei Punkten gestartet sind." Bastian Schweinsteiger zeigte sich über die Stuttgarter Zuschauer begeistert: "Die Stimmung hier war grandios. Die Iren haben schon Gas gegeben, aber wir hatten die besseren Chancen. Deshalb geht der Sieg auch in Ordnung."

Die Deutschen begannen nervös

Acht Wochen nach der rauschenden WM-Abschiedsvorstellung mit dem 3:1 gegen Portugal herrschte auf den Rängen auf Anhieb wieder weltmeisterliche Stimmung, die deutsche Mannschaft wirkte dagegen bei ihrer Rückkehr nach Stuttgart zunächst überaus nervös. Mit ihrem dicht gestaffelten Mittelfeld und ihrer Zweikampfstärke erwiesen sich die Iren zudem als äußerst unangenehmer Gegner für das Löw-Team, das fast eine halbe Stunde benötigte, um das Heft in die Hand zu bekommen.

Kapitän Michael Ballack, der letztmals im WM-Halbfinale gegen Italien das DFB-Trikot getragen hatte, konnte dem Spiel gegen den 38. der Weltrangliste nicht die erhofften Impulse geben. Der Neu- Engländer stand sogar klar im Schatten von Bernd Schneider, der im Mittelfeld gekonnt Regie führte und zusammen mit Miroslav Klose auffälligster deutscher Akteur war. Podolski fehlte lange Zeit das Glück im Abschluss, ehe er im vierten Versuch mit einem von Robbie Keane abgefälschten Freistoß doch zum erlösenden 1:0 traf. Sein Nebenmann Klose hatte in der 70. Minute Pech mit einem Lattentreffer.

Die Abwehr war sattelfest

Die vorher wegen der vielen Ausfälle als Problemzone angesehene Abwehr erwies sich gegen die irische Offensive, in der nur Keane Torgefahr ausstrahlte, als recht sattelfest. Allen voran der Mainzer Manuel Friedrich hinterließ in seinem ersten Länderspiel von Beginn mit seiner Zweikampfstärke einen guten Eindruck. Sein Nebenmann Arne Friedrich unterstrich mit seiner Vorstellung, dass er sich im Deckungszentrum wohler fühlt als wie bei der WM auf der rechten Außenbahn. Während Philipp Lahm nach anfänglichen Problemen Damien Duff sicher im Griff hatte, wirkte Marcell Jansen auf der linken Seite in seinem Bemühen, nur keinen Fehler zu machen, unsicher.

Das erste Qualifikationsspiel seit fast drei Jahren begann mit einer Schrecksekunde für die deutsche Mannschaft. Nach Flanke von Finnan köpfte der freistehende Robbie Keane (2.) den Ball nur knapp am Tor von Jens Lehmann vorbei. Die deutsche Offensive tat sich dagegen lange Zeit schwer, die irische Abwehr vor Probleme zu stellen. Erst als der WM-Dritte begann, schneller zu kombinieren, bekam auch Shay Given im Tor der Gäste Arbeit.

Given hielt weltklasse

Der Schlussmann von Newcastle United verhinderte in der 28. Minute bei einem Kopfball von Klose mit einer Reflexbewegung die deutsche Führung und stand auch in der Folge mehrfach im Brennpunkt des Geschehens. Zunächst lenkte Given einen 16-Meter-Schuss von Podolski (29.) zur Ecke, dann verzog der völlig freistehende Ballack (30.) einen Kopfball aus bester Position. Wiederum nur 60 Sekunden später vergab Podolski mit überhastetem Abschluss die nun eigentlich verdiente Führung für die Hausherren.

Klaus Bergmann und Jens Mende/DPA DPA

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