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Pressestimmen zu Liverpool-Dortmund: "Für Duelle wie dieses wurde der Fußball erfunden"

Dieses Spiel wird in Erinnerung bleiben: Der denkwürdige Europa-League-Krimi zwischen Dortmund und Liverpool hat das Potenzial zur Legende. Auch die Presse versucht, das Unglaubliche in Worte zu fassen.

Europa League: Liverpools Dejan Lovren bejubelt mit Teamkollegen seinen Treffer zum 4:3 gegen Dortmund

Trauer und Freude in einem Bild: Für Dortmund war im Viertelfinale der Europa League Ende, für Liverpool geht es jetzt erst richtig los 

Die Alptraumnacht von Liverpool schlug allen Dortmundern mächtig aufs Gemüt. Für Kapitän Mats Hummels war es ein "herber Rückschlag", für Vereinschef Hans-Joachim Watzke eine "tiefe Enttäuschung" und für Trainer Thomas Tuchel ein "verpasster Meilenstein". Mit hängenden Köpfen schlichen die Profis Richtung Kabine, während der einstige BVB-Coach Jürgen Klopp im bebenden Anfield die Ovationen der heimischen Fans genoss. Der  4:3-Sieg Liverpools war entsprechend nicht nur im Netz das Thema, auch die Presse versuchte das schon jetzt denkwürdige Spiel einzuordnen - mit jeweils unterschiedlichen Ansätzen.

Eine Auswahl internationaler und nationaler Pressestimmen zum "Wunder an der Anfield Road":

Großbritannien

"The Sun": "Der Tag, an dem Jürgen Klopp seine Reise von Gelb zu Rot beendete."

"The Mirror": "Jürgen Klopp hat sich heute Nacht selbst in die Folklore Liverpools eingereiht - die Fundamente für eine neue Ära des Erfolges sind gelegt." 

"Daily Mail": "Borussia Dortmund hatte Klasse, aber Liverpool hatte etwas mehr. Etwas Undefinierbares. .... Sie waren geschlagen, sie waren kaputt. Und dann waren sie es doch nicht."

"The Telegraph": "Wie hat Liverpool das Comeback gegen Borussia Dortmund geschafft? Und wo reiht sich das Spiel in die größten europäischen Nächte in Anfield ein? Klopps Mut hat sich ausgezahlt."

"Independent": "Jürgen Klopp beweist, dass er Wunder vollbringen kann. Liverpool erschien in dem Spiel bereits zweimal tot und beerdigt."

"The Guardian": "Das war eine der großen europäischen Nächte in Anfield, und das sogar bevor Liverpool ein Comeback hinlegte, das sich mit allem in seiner großen Geschichte messen kann."

"The Times": "Es gibt Augenblicke im Leben, die immer im Gedächtnis der Menschen verbleiben. Erinnerungen, die sie lächeln und glauben lassen."

Spanien

"Marca": "Der Fußball kann alles. Und bringt Menschen dazu, unglaubliche Dinge zu tun. Man beginnt an Wunder zu glauben. Sogar ein Teil der Rollstuhlfahrer, die auf ihren Plätzen hinter dem Tor von Dortmund saßen, sprangen aus ihren Stühlen, als Lovren traf. Es war ein Comeback, das zeigt, dass das Unmögliche eben doch möglich ist."

"AS": "Nachdem die deutsche Mannschaft das Spiel mit zwei Toren in acht Minuten schon entschieden hatte, brauchte das Team des Dortmunder Ex-Trainers ein Comeback im Stil von Istanbul. Und es kam."

Italien

"Gazetto dello Sport": "Jürgen Klopp bleibt ganz ruhig. Nach den anderen Toren hatte er gejubelt, aber als Lovren das 4:3 erzielt, kann selbst der großartige Ex-Trainer des Gegners nicht glauben, was er sieht."

Deutschland

"Kicker": "Klopps magische Nacht: Dortmunds bitteres Aus - Was für ein Spiel! Borussia Dortmund lag mit 2:0 und mit 3:1 in Anfield vorne und schied am Ende dennoch aus. Der FC Liverpool bereitete seinen Anhängern eine magische Nacht und zog dank einer furiosen Aufholjagd ins Halbfinale ein."

"Express": "BeKLOPPT! Lovren schreibt Geschichte. Was für ein irres Spiel! Was für eine Dramatik in den letzten Minuten! Anfield bebte, die Liverpool-Fans schrien nach dem 3:3 durch Sakho ihr Team nach vorne. Und dann kannte der Wahnsinn keine Grenzen mehr: In der Nachspielzeit traf Dejan Lovren zum 4:3 für die Reds und tief ins Mark aller BVB-Fans!"

"Spiegel":  "Jürgen Klopp: Der Albtraum für den BVB - 2016 war der BVB noch ungeschlagen. Bis Jürgen Klopp kam. Der Coach erinnerte seinen Ex-Verein daran, dass Emotionen und Intensität manchmal mehr zählen als Taktik."

"Die Welt": "Jürgen Klopp erteilt Dortmund eine bittere Lehrstunde - Liverpool war Dortmunder eindeutig unterlegen. Und dennoch gewannen die Engländer verdient. Denn deren Trainer Jürgen Klopp verfügt über etwas, das in speziellen Momenten ein unbezahlbarer Trumpf ist."

"Bild": "Dortmund ganz bitter raus: Das war bekloppte Fußball-Geschichte - Für solche Nächte ist der Fußball erfunden worden! In einem wunderbaren Thriller kämpft Liverpool in letzter Minute Dortmund nieder. Erreicht durch ein unfassbares 4:3 in der Nachspielzeit das Halbfinale der Europa League."

"Ruhr Nachrichten": "3:4 in Liverpool - BVB-Drama an der Anfield Road - Gänsehaut, spektakulärer Fußball, und ein ganz später und bitterer Knockout: Nach einer hochklassigen und immer begeisternden Partie musste sich Borussia Dortmund beim 3:4 (2:0) gegen den FC Liverpool im Rückspiel des Europa-League-Viertelfinals in letzter Minute geschlagen geben und scheidet aus dem Wettbewerb aus. Jürgen Klopp feierte in einer historischen Partie seinen bislang wichtigsten Erfolg."

"Süddeutsche Zeitung": "Schock im Theater der Emotionen - Borussia Dortmund führt fast das gesamte Spiel lang gegen den FC Liverpool - und verliert noch 3:4. Der BVB scheidet damit aus der Europa League aus."

"Sport 1": "Klopp-Wahnsinn! BVB ist draußen - Erst ein Traumstart, dann ein Albtraum: Die Hoffnung von Borussia Dortmund auf den Europapokalsieg ist gegen Jürgen Klopp im Hexenkessel Anfield Road auf brutale Weise geplatzt."

"Zeit": "Ein Spiel eskaliert - Für Duelle wie dieses wurde der Fußball erfunden. Beim spektakulären 4:3 zeigt Klopp seinem alten Team, dass Wille und Emotionen über Talent und Taktik siegen können."

"11Freunde": "Dortmund und Liverpool: Muss Liebe schön sein! Es ist aus. Klopp erstarrt: Ist er jetzt schon sein eigenes Denkmal? Plötzlich tauchen Kahn, Effe, Scholl auf, die tragischen Helden von 1999, als Gespenster des Mitgefühls, trösten Hummels, Reus, Aubameyang, Hitzfeld stützt Tuchel, und rund herum wechseln die Fans ihren Aggregatzustand von fest zu flüssig, sie schmelzen, sie weinen, was geschieht hier? Was wird hier ausgelotet? Was können Menschen empfinden? Anthropologen der Zukunft werden sich über die Aufzeichnung dieses Spiels beugen und herausfinden: Das waren also Gefühle, bevor wir sie abgeschafft haben. Damals, 2017."

mod / DPA

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